Moderne Häuser: von spektakulär bis familienfreundlich

  • moderne Architektur Kundenhaus Walser Schwörerhaus

    Inszenierte Aussicht: Dieses Holzfertighaus ist mit modernster, energieeffizienter Haustechnik ausgestattet. (Foto: Schwörerhaus)

  • moderne Architektur Keitel Musterhaus Fellbach

    Modern und iddenreich: Auch Freunde geradlinig-kubischer Architektur kommen hier auf ihre Kosten. (Foto: Keitel-Haus)

  • moderne Architektur Musterhaus Mülheim-Kärlich Büdenbender

    Komfort-Ebene: EIn Flachdach-Bungalow ist für viele Inbegriff der Moderne. Dieser hat einen besonders raffinierten Grundriss. (Foto: Büdenbender)

  • moderne Architektur Luxhaus Satteldach 165

    Markant modern: Hier wird nicht nur ein konventionelles Satteldach zum architektonischen Blickfang. (Foto: Luxhaus)

  • moderne Architektur Haus am Niederrrhein Arge-Haus

    Familienhaus: Viel Platz, viel Licht, geradlinige Architekur, davon träumte die Baufamilie. Und sie erfüllte sich ihren Traum. (Foto: Arge Haus)

Bauen schafft Dauerhaftes

Mode ist kurzlebig, Architektur nicht: Häuser planen und schließlich ein Haus bauen schafft Dauerhaftes. Was aber rettet moderne Häuser vor den Untiefen des rasch wechselnden Zeitgeschmacks? Die fünf hier vorgestellten modernen Wohnhäuser geben beispielhaft Antwort.

Schlägt man die Bedeutung von „modern“ nach, kann man erstaunt feststellen, wie viele verschiedene Bedeutungen das Wort mit sich herumträgt: neu, beliebt, modisch, gegenwärtig oder sogar zukunftsweisend. Denken wir darüber nach, was in der Architektur heute modern ist: klare Linien, reduzierte Formensprache, große Glasflächen, Flachdach. Architekturbestandteile im Stil des Bauhaus. Das allerdings hat im vergangenen Jahr bereits seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Was also ist an einem Haus modern im Sinn von zeitgemäß? Zunächst ist das Wohnen in den vergangenen Jahrzehnten parallel zur Technikentwicklung immer komfortabler geworden. Die Entwicklung reicht vom fließenden Wasser und elektrischen Licht und ist bei der wärmepumpen-gespeisten Fußbodenheizung und der Haustechnik-Steuerung per Internet gewiss nicht zu Ende. Und mittlerweile gelingt es moderner Bautechnik sogar, nicht nur Häuser mit Flachdach wasserundurchlässig abzudichten, sondern auch die Haushülle so gut zu konstruieren und zu dämmen, dass eine aktive Heizung eigentlich nicht mehr nötig ist.

Moderne Häuser haben hochgedämmte luftdichte Gebäudehülle ohne Wärmebrücken. Die Haustechnik ist genau aufeinander abgestimmt. Ziel: Neben Komfort ein Maximum an Energieeffizienz. Grundlage dafür ist neben der abgestimmten Planung auch die Präzision der Bauausführung. Geheizt wird heute in der Regel mit der Wärmepumpe, sei es über eine Niedrigtemperatur-Fußboden- oder – nochmals einfacher, da im Neubau heute häufig auch die zentrale Lüftungsanlage schon Standard ist – eine Frischluftheizung.

1. Holzhaus modern

Unser erstes Hausbeispiel gehört zur Kategorie moderne Fertighäuser aus dem Baustoff Holz. Es inszeniert die herrliche Aussicht vom steilen Baugrund des umgebenden Weinbergs aus. Bodentiefe Glasflächen und weit auskragende Balkons und Terrassen öffnen das Hausinnere weit zur Landschaft. Der Grundriss gestattet den direkten Zutritt von allen Räumen aus.
Die Betonung seiner Horizontalen mit weiß verputzten Balkon- und Terrassenbrüstungen ist nicht nur stilistisch modern, sondern setzt zugleich einen spannungsvollen grafischen Kontrast vor den anthrazitfarbenen Holzlamellen der horizontal gegliederten Fassade und zur vertikal verlaufenden Struktur der Rebstöcke. Wie ein Schmuckstück thront die moderne Villa am Hang.

Ein Blick auf den in dieser Hinsicht top-modernen Grundriss verdeutlicht seine Ausrichtung zur Landschaft: Küche, Essplatz und Wohnraum inszenieren die Aussicht in Stufen, die zugleich zusammen mit dem Kamin diesen rund 64 Quadratmeter großen Bereich geschickt zonieren. Die Teilüberdachung des Balkons beschert ihm obendrein ein Freiluftzimmer, das im Sommer auch bei feuchter Witterung den Spaß am Grillen ermöglicht.

Modern und überaus komfortabel ist das Raumkonzept des Obergeschosses. Die linke Haushälfte ist komplett dem Rückzugsbereich der Eltern gewidmet. Er umfasst eine Suite aus Schlafzimmer, Ankleide und geräumigem Bad mit Wanne und bodengleicher Dusche. Auf der anderen Hausseite liegen die Kinderzimmer mit eigenem Bad. Die spektakuläre, drei Seiten des Hauses umlaufende Dachterrasse ist von allen Zimmern aus zugänglich.

Modern ist auch die Haustechnik: Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verfügt über CO2-Sensoren, die die Frischluftzufuhr höhen, wenn die Luftqualität abnimmt. Mittels eines Erdwärmetauschers kann sie auch heizen und im Sommer kühlen. Eine Wärmepumpe speist die zusätzliche Fußbodenheizung.

2. Moderne Satteldachhäuser – ein Beispiel

Deutschlands Neubaugebiete sind oft monoton. Vieles schreibt die örtliche Bauordnung vor – häufig eben auch die Dachform. Nun sind Neubaugebiete voller moderner Häuser nicht per se unattraktiv, weil beispielsweise gut erschlossen oder stadtnah gelegen. Da kommt ein modern hybrider Entwurf wie dieses Musterhaus in Fellbach aus der Kategorie moderne Holzhäuser gerade recht.

Aber sein architektonischer Ideenreichtum erschöpft sich bei Weitem nicht im raffinierten Design des Dachs. Denn es setzt dem Stadthaus als Zusatznutzen einen kompletten Freizeitbereich auf, inklusive Sauna und Fitnessraum, über eine Spindeltreppe zugänglich vom zweigeschossigen Bad aus. So nutzt man knappen Baugrund und optimiert die Kosten für moderne Häuser.

Flexible Raumnutzung

Komfort und Variabilität sind die beiden Hauptthemen dieses Architekturkonzepts von Keitel Haus. So steht im Zentrum des 62 Quadratmeter großen, L-förmigen und durch den Treppenaufgang unterteilten offenen Wohnbereichs eine edel furnierte, verschiebbare Wandscheibe. In der Ausgangsposition verschließt sie ein Regal in einer Wandnische. In die eine Richtung geschoben verschließt sie den Wohnbereich zur Diele hin und sorgt für Privatsphäre, in die andere geschoben schirmt sie die Küche ab.

Raffiniert integriert ist aber auch die große Speisekammer. Ihr Zugang befindet sich hinter einer Tür der eingebauten Küchenhochschränke. Geschickt ist außerdem die Platzierung der Treppe mit integrierter Regalwand zwischen Essplatz und Wohnraum. Ihr breiter Einstieg vergrößert den Wohnbereich und flutet ihn dank üppiger Verglasung des Aufgangs mit Tageslicht, ohne von außen Einblicke zuzulassen.

Oben setzt sich der Ideenreigen munter fort. So ist die Ankleide mit dem Hauswirtschaftsraum kombiniert – nur getrennt durch eine freistehende Schrankwand. Die Ankleide ist durch eine Schiebetür zudem mit dem geräumigen, zweigeschossigen Bad verbunden, das obendrein einen direkten Zugang vom dafür eher kompakt gehaltenen Schlafzimmer aus hat. Ein weiteres kleineres Bad ist dem Kinderzimmer zugedacht und von dort direkt erreichbar. Wird das benachbarte Arbeitszimmer ebenfalls von einem Kind genutzt, lässt sich ohne Weiteres auch dafür ein direkter Zugang planen.

Der Strom: selbstgemacht

Die Haustechnik ist auf dem neuesten Stand: Strom liefert eine Photovoltaik anlage auf dem Dach, eine Wärmepumpe speist die Fußbodenheizung, und für allzeit frische Luft sorgt die Zentrallüftung mit Wärmerückgewinnung. Da können Bauherren steigenden Energiepreisen gelassen entgegensehen.

3. Flachdachhaus modern

Will man ein modernes Haus bauen, so ist der Flachdach-Bungalow für viele der Inbegriff der Moderne. In unserem Beispiel kommen ein raffinierter Grundriss und ein an Science-Fiction erinnerndes Heizsystem hinzu.

Der Büdenbender-Musterhaus-Bungalow Finess in Mülheim-Kärlich gehört in jeder Hinsicht in die Kategorie moderne Häuser: von der dank atmungsaktiver und energiesparender Klimawand Atmo-tec perfekt gedämmten Haushülle über seine solarunterstützte Eisheizung und sein universelles Design konzept, das die Benutzungsfreundlichkeit auch der Haustechnik im Fokus hat, bis hin zu einem Grundriss, der die Wohnbedürfnisse seiner Bewohner perfekt organisiert.

Carport deluxe

Die Funktionalität des Bungalows beginnt schon vor der Haustür. Carport und Eingangsbereich bilden eine überdachte, dank Lichtkuppeln tageslichthelle Einheit. Die Diele ist die Drehscheibe zwischen dem kommunikativen hinteren Hausbereich mit geschickt abgeschirmter, aber zum Essplatz hin offener Inselküche sowie dem sich hinter einer Wandscheibe anschließenden Wohnraum einerseits und dem vorderen Rückzugsbereich mit zwei Schlafzimmern andererseits. Das raffiniert aufgeteilte Hauptbad (Wanne und Waschplatz sind mittig angeordnet) bildet einen Puffer zum Wohnbereich. Das kleinere Duschbad kann zugleich als Kinderbad und Gäste-WC dienen.

Heiß mit Eis

Die einzelraumgesteuerte Fußbodenheizung entzieht dem Wasser in einem Tank unter dem Gartenboden mittels Wärmepumpe solange Energie, bis es durchgefroren ist. Wie genau so eine Eisheizung funktioniert, können Sie auch hier nachlesen. Die zentrale Lüftungsanlage kann das Haus im Sommer auch kühlen. Eine moderne Kabelvernetzung rundet die hochwertige Ausstattung ab.

4. Modernes Design bei einem Klassiker

Hätte ein Haus ein Gesicht – dieses hier wirkte überrascht. Schuld daran sind die beiden etwas asymmetrisch platzierten Giebelfenster der Straßenseite, die erstaunt blickenden Augen ähneln. Ein ziemlich lebendiger Ausdruck jedenfalls und einigermaßen überraschend angesichts der eher klassischen Satteldacharchitektur. Aber schon die flammend rot lackierte Haustür und das L-förmige Vordach verheißen weitere architektonische Überraschungen im Inneren.

Schon von außen erkennbar: die Räume des Dachgeschosses sind firsthoch ausgebaut und daher dank deckenhoher Fenster nicht nur lichtgeflutet sondern unkonventionell hoch und luftig. Da nur ein Paar das Haus bewohnt, leistet sich der Grundriss sogar zweigeschossige Räume. Treppenhaus und Diele begrüßen gleich hinter der Haustür repräsentativ und eindrucksvoll mit einem Luftraum bis unter den Dachfirst. Auch der Wohnbereich hinten im Haus öffnet sich in diese schier schwindelerregenden Höhen.

Reiz durch Raumhöhen

Der räumliche Reiz des Hausinneren lebt von Dynamik. Geborgenheit vermitteln nämlich Küche und Essplatz unterhalb der Galerie. Ein skulptural wirkender Kaminblock unterteilt den repräsentativen, bis unter das Dach verglasten Wohnraum und die intimere TV-Lounge, die der Architekt unter das Schlafzimmer im Dachgeschoss geschoben hat. Dieser rückwärtige Bereich liegt zwei Stufen tiefer und nimmt damit den Verlauf des nach hinten abfallenden Baugrunds auf.

Rückzug mit Kopffreiheit

Das Dachgeschoss ist entlang des Firstverlaufs halbiert. Linke Seite: Vorn zur Straße liegt das hohe Arbeitszimmer, gefolgt vom Bad, das sich mit einer bodengleichen Dusche hinter einer Glastrennwand begnügt. WC und Bidet verschwinden in einer lichten Nische unterhalb der Dachfenster hinter einem Wandsegment, das auf der anderen Seite einen eleganten Doppelwaschtisch trägt.
Nach hinten zum Garten folgt das bodentief und firsthoch verglaste Schlafzimmer. Die rechte Seite schließlich bilden die offene Galerie, ein Ankleidezimmer und das Treppenhaus auf der Straßenseite.

5. Modernste Architektur auch für Familien

Es war schon ein sehr modernes und umfangreiches Raumprogramm, das die Baufamilie dieses Stadthauses ihrem Bauberater im Erstgespräch skizziert hatte. Modern, denn das Haus sollte tageslichtdurchflutet für alle Eventualitäten des Lebens gerüstet sein. Und umfangreich, weil es trotz der gewünschten zwei Vollgeschosse keinesfalls auf die angedachten 170 bis 180 Quadratmeter passte.

Zwei etwa gleich große Kinderzimmer mit Duschbad sowie ein Schlafzimmer mit Ankleide und En-Suite-Bad mit Wanne und Dusche sollte das Obergeschoss beherbergen. Und einen kommunikativen Wohnbereich mit sich anschließendem Essplatz und offener Küche sowie ein Gästezimmer mit Duschbad das Erdgeschoss. Denn das sollte altersgerecht ausfallen und das Gästezimmer auch als Schlafzimmer genutzt werden können.

Keller als Abstellraum zu teuer

Praktisch dachten die Bauherren auch beim zunächst angepeilten Keller. Der wurde rasch wieder verworfen, da er weder als Sauna noch als Hobbyraum benötigt wurde und als Abstellfläche dann doch zu teuer erschien. Stattdessen wurden auf beiden Etagen Stauräume eingeplant: Im Technikraum, der praktischerweise zugleich Zugangsschleuse zur Garage ist, und unter der geraden Treppe im Erdgeschoss sowie im Abstell- und im Hauswirtschaftsraum im Obergeschoss. Das gesamte Raumprogramm erforderte die letztlich realisierten 250 Quadratmeter Wohnfläche.

Bauhaus auf Norddeutsch

Der Massivhaushersteller Arge-Haus war dem Bauherrn aus Norddeutschland aufgefallen wegen seiner vom Bauhaus geprägten, geradlinigen Projekte. Genau ein solcher cooler weißer Kubus, allerdings norddeutsch spannungsvoll kombiniert mit dunklem Klinker, sollte es nämlich werden. Mit möglichst vielen boden tiefen Fenstern auch im Obergeschoss – dafür verzichtete die Baufamilie gern auf die eine oder andere Stellwand für Möbel. Der Wunsch nach einem Massivhaus mit möglichst kurzer Bauzeit führte schließlich zum Nordrhein-Westfalen-Standort von Arge-Haus.