Carport oder Garage: das Autohaus

Gut geschützt

Carport oder Garage? Ein Dach über dem Kopf tut auch dem Auto gut. Aber eine Garage verhindert nicht nur vereiste Scheiben. Sie bietet auch zusätzlichen Schutz. Zudem lässt sich mit vier Wänden Stau- oder Hobbyraum gewinnen. Wer vorausschauend plant, rüstet heute Garage oder Carport gleich mit einer Ladestation aus.

Bien-Zenker Garage oder Carport Concept-M
Hausdach und Terrassen-Pergola dieses Musterhauses sind mit einer Photo voltaikanlage ausgestattet, die auch eine Ladestation im Carport mit Strom beliefert. (Foto: Bien-Zenker)

Fast 70 Prozent der Menschen, die von den eigenen vier Wänden träumen, wünschen sich auch eine Garage dazu. Neben Garten und Gäste-WC zählt sie damit zu den drei Top-Ausstattungswünschen, wie die „Interhyp Wohntraumstudie 2021“ ergab.

Eigenheim und Auto gehören eben immer noch zusammen. Zumindest wenn man nicht direkt in einer Stadt mit einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz wohnt, sondern im Umland der Metropolen oder noch weiter draußen auf dem Land. Und genau da möchten mehr als die Hälfte der im Rahmen der Studie Befragten auch wohnen. Sei es, um günstiger oder auch ruhiger zu leben. Insofern ist es klug, bei der Hausbauplanung den privaten Stellplatz für ein Auto gleich mitzudenken.

Ob Sie Carport oder Garage bauen (lassen), entscheiden Sie natürlich selbst. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielt beispielsweise auch die Größe des Grundstücks eine Rolle. Wir stellen Modelle von Garagen und Carports von 1.000 Euro aufwärts bis 10.000 Euro vor, wie sie Hausbauer, Spezialhersteller oder auch Baumärkte liefern.

Eines aber wandelt sich in Sachen Mobilität in Zukunft mit Sicherheit. Das Fahrzeug, das da in der eigenen Garage oder unter dem Carport steht, hat zukünftig immer öfter einen Elektro- statt Verbrennungsmotor – Umwelt und Klima zuliebe. Um den alternativen Antrieb besonders komfortabel zu nutzen, bietet sich eine Ladestation in der eigenen Garage oder am Carport an.

Vom Haushersteller: Aus einem Guss

Carport oder Garage Baufritz
Durch die naturbelassene Holzfassade und die durchlaufende Überdachung sind das Wohnhaus und die Garage perfekt miteinander verbunden. (Foto: Baufritz)

Soll die Garage direkt ans Haus angebunden werden, spricht alles dafür, sie auch vom Hausbauunternehmen liefern zu lassen. Die Bauweise entspricht dann in der Regel der des Hauses – massiv als gemauerte Garage oder in Holzbauweise vorgefertigt. Vorteile der All-in-One-Lösung: Haus und Garage werden perfekt aufeinander abgestimmt und bilden im Architekturstil eine Einheit. Zudem kann gleich für das Gesamtprojekt der Bauantrag gestellt werden, was Zeit und Aufwand spart.

Vom Spezialhersteller: Fertig aufgestellt

Garage Hundhausen
Fertiggarage aus Beton: Der Garagentyp Solid Cube bietet verschiedene Wahlmöglichkeiten bei Größe, Dachgestaltung und Ausstattung. (Foto: Hundhausen)

Fertiggaragen werden in der Fabrik vorgefertigt, komplett inklusive Tor angeliefert und vor Ort aufgestellt. So lässt sich das Eigenheim auch nachträglich später mit wenig baulichem Aufwand um eine Garage ergänzen. Spezialhersteller bieten meist Fertiggaragen aus Beton an, für die lediglich ein Fundament vorbereitet werden muss. Eintönig muss die Garage „von der Stange“ deshalb aber nicht sein. Bei führenden Anbietern stehen verschiedene Modelle und Ausstattungsvarianten zur Auswahl.

Vom Baumarkt: Einfach günstig

Palmako Garage Roger
Die Doppelgarage Roger in Blockbohlenbauweise ist im Angebot von Baumärkten und Gartenhausanbietern zu finden. (Foto: Palmako)

Baumärkte und Versandhandel bieten Fertiggaragen aus Holz oder Metall zu günstigen Preisen an, zum Teil auch als Bausatz. Für Metall, vorzugsweise Stahl, spricht vor allem das robuste und wetterfeste Material. Holz als natürlicher Baustoff wirkt feuchteregulierend, was das Auto vor Korrosionsschäden schützt. Eine Garage aus Holz erinnert optisch an ein größeres Gartenhäuschen und stammt meist auch von Herstellern, die auch letzteres produzieren.

Der Carport – die kostengünstige Alternative zur geschlossenen Garage

Freistehen muss der Carport allerdings nicht: Harmonischer wirkt der mit dem Haus verbundene Kfz-Unterstand.

Keitel_Brettheim Carport
Hinter einer Tür in der holzverschalten Wand dieses Carports aus Holz verbirgt sich ein Abstellraum für Fahrräder. (Foto: Keitel-Haus)

Die Urform allerdings ist tatsächlich das freistehende Dach überm Auto, erfunden in den 1930er Jahren in den USA – wie man noch immer am Namen erkennt. Ohne Wände, nur auf Pfosten stehend, so wollte es sein Schöpfer, der Stararchitekt Frank Lloyd Wright – aber nicht etwa, um Baumaterial zu sparen. Sondern, weil er beobachtet hatte, dass sich die Garagen seiner Nachbarn in kürzester Zeit mit Gerümpel, Kisten und Kram füllten. Und das Auto schließlich vor dem Tor geparkt wurde.

Wenn Sie sich für den Bau eines Carports entscheiden, können Sie zwischen Konstruktionen aus Holz, Stahl, Aluminium oder Kunststoff wählen. Der Carport kann freistehend gebaut werden oder an die Garage oder Hauswand angrenzen. Zudem haben Sie die Möglichkeit, eine Rücken- oder Seitenwand hinzuzufügen, was zusätzlichen Schutz bietet. Fragen Sie unbedingt beim Bauamt nach, ob eine Genehmigung erforderlich ist und ob Gestaltungsvorschriften (etwa zu Material oder Dachform) gelten.
Der Bau eines Carports ist meist recht unkompliziert. Er kann schnell und auf fast jedem Untergrund errichtet werden. Manche Versicherer räumen übrigens auch einen Carport-Rabatt von bis zu drei Prozent ein. Fragen Sie nach!

Darüber hinaus bietet der offene Unterstellplatz aber noch weitere interessante Möglichkeiten. Zum Beispiel mit einem Grün- oder Solardach, außergewöhnlicher Gestaltung oder cleverem zusätzlichen Stauraum.

In drei Schritten zur privaten Strom-Tankstelle

Solarterrassen_Solarcarport
Dieser seitlich gebogene Carport aus Holz hat noch mehr zu bieten als originelles Design: Das Dach ist mit Solarmodulen zur Stromproduktion bedeckt. (Foto: Solarcarport)
  1. Installation
    Für die Ladestation in der Garage oder am Carport ist ein Elektroanschluss mit eigenem Stromkreis notwendig. Im Prinzip lassen sich Elektrofahrzeuge auch an einer normalen Haushaltssteckdose laden. Bei einem E-Bike kann das funktionieren, beim E-Auto wären aber die Ladezeiten extrem lang. Deshalb brauchen Sie eine spezielle Ladestation, die unbedingt von einem Elektrofachbetrieb installiert werden muss.
  2. Ladestation
    Im Privatbereich kommen meist wandhängende Ladestationen, auch Ladebox, Wallbox oder Charger genannt, zum Einsatz. Erstes Kriterium für die Auswahl ist die Ladeleistung. Sie entscheidet darpber, wie schnell der Akku des Autos wieder aufgeladen wird. Für den häuslichen Gebrauch sind Modelle mit 3,7 kW, 11 kW oder 22 kW Leistung üblich. Mit einer Wallbox von 11 kW lässt sich ein E-Auto über Nacht für eine Reichweite von bis zu knapp 800 Kilometern aufladen, wobei die tatsächliche maximale Ladeleistung vom Fahrzeugmodell abhängt. Ein sogenannter High Power Charger (HPC), mit dem innerhalb weniger Minuten 100 Kilometer Reichweite geladen werden können, lohnt sich für die private Ladestelle nicht. Um eine Photovoltaikanlage einzubinden, braucht man eine Ladebox mit intelligenter Steuerung. Soll ein Dienstfahrzeug geladen oder die Ladeeinrichtung mit anderen Nutzern geteilt werden, sollte das Gerät einen eigenen Stromzähler haben.
  3. Stromversorgung
    Zum Klimaschutz tragen Elektrofahrzeuge nur dann bei, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Den gibt es bei Ökostromversorgern mittlerweile auch zu günstigen E-Mobil-Tarifen. Noch besser: Wer schon eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach hat oder installieren möchte, kann das Auto mit eigenem Solarstrom laden. Mit der Einbindung eines Batteriespeichers lässt sich der Eigenverbrauch von PV-Strom noch weiter steigern. Der Speicher nimmt tagsüber nicht benötigten Strom auf, der dann nachts zum Laden des Autos zur Verfügung steht.
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