Fassadengestaltung fürs Haus: Putz, Klinker, Holz, Naturstein oder Metall

  • Haus mit Fassade aus Aluminiumprofilen von der Seite.

    Die vorgehängte Fassade aus gefalzten Aluminiumprofilen und Holzakzenten bietet einen reizvollen Kontrast. (Foto: Prefa)

  • Fassadengestaltung mit Holz

    Die naturbelassene Holzfassade überzeugt in schlichter Eleganz. (Foto: Baufritz)

  • Fassadengestaltung mit Klinker

    Satteldachhaus mit Klinkerfassade, ein Klassiker in moderner Form. (Foto: Gussek Haus)

  • Fassadengestaltung mit farbigem Putz

    Edles Grau, fröhliches Orange: Farbige Akzente beleben die Putzfassade. (Foto: Schwörerhaus)

  • Fassade aus Putz und Trespa-Platten

    Die Kombination aus Putz und Trespa-Platten verleiht der Fassade ein unverwechselbares Gesicht. (Foto: Zimmermeisterhaus)

Die Fassade: Das Kleid fürs Haus

Ob uns ein Haus gefällt, entscheidet sich oft schon auf den ersten Blick. Und der fällt zunächst auf seine Hülle, die Fassade. Deren Wirkung wird zum einen von der Anordnung und Größe der Öffnungen – Türen und Fenster – bestimmt, zum anderen vom Material, mit dem die Hauswände bedeckt sind. Je nachdem ob diese schlicht weiß oder bunt verputzt und gestrichen sind, mit Steinen bedeckt, mit Holz oder anderen Werkstoffen verschalt sind, ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild von einem Haus. Ganz frei sind Bauherren bei der Wahl einer Fassade allerdings nicht. Wie bei der Frage von Geschossanzahl, Dachform oder -eindeckung gibt es auch zur Fassadengestaltung oft entsprechende Vorgaben im örtlichen Bebauungsplan. 

Weitgehend unabhängig sind Sie dagegen bei der Gestaltung der Umhüllung von der Bauweise des Hauses. So kann ein Holzfertighaus beispielsweise verputzt oder verklinkert oder ein Massivhaus aus Stein mit Holzlatten verkleidet werden. Von außen ist „alles Fassade“, den Wandaufbau dahinter sieht man nicht. Allerdings kann sich der Aufbau der Fassade je nach Bauweise des Hauses unterscheiden, was sich auch auf die Kosten auswirkt. 

Natürlich ist die Fassadengestaltung nicht nur eine Frage der Optik. Sie soll schließlich nicht nur gut aussehen, sondern auch den Gebäudekern vor Regen, Schnee oder Sturm schützen. Witterungsbeständigkeit ist daher, je nach Lage und Exposition des Hauses, auch ein wichtiges Auswahlkriterium. 

Zu bedenken ist zudem, dass eben diese Wetterfaktoren die Hausfassade beanspruchen. Das geht mit einer mehr oder weniger aufwendigen Pflege einher. Auch in diesen Punkten unterscheiden sich die verschiedenen Materialien, zum Teil erheblich. 

Putzfassade: vielseitig und günstig

Vom Bauhaus-Stil inspirierte Häuser sind derzeit sehr gefragt, und damit auch die schlichte weiße Putzfassade. Wer es nicht ganz so puristisch mag, wählt ein paar kräftige Farbakzente, um die Fassade zu streichen, etwa in leuchtendem Signalrot. Freunde mediterraner Architektur werden jedoch weiterhin mehr auf warme Töne wie Ocker und Terrakotta oder Pastellfarben setzen. Die Fassadenfarbe sollte dabei lediglich mit maximal fünf Prozent Wasser verdünnt bzw. pur aufgetragen werden. Neben der Farbe ist auch die Struktur – glatt, körnig, reliefartig – Stilmittel der Putzfassade. Zudem lässt sie sich sehr gut mit Akzenten von Holz, Klinker, Metall oder anderen Materialien kombinieren. 

Vorteile

  • Preisgünstigste Fassadenart 
  • Vielfältige Gestaltungsoptionen
  • Mit neuem Fassadenanstrich einen neuen Look erschaffen 

Nachteile

  • über die Zeit können Löcher und Risse im Putz entstehen
  • Fassadensanierung: muss häufig gestrichen oder ausgebessert werden 
  • keine oder kaum zusätzliche Fassadendämmung

Putzfassade – Aufbau

Beim Holzfertighaus werden die kompletten Wandelemente mitsamt der Fassade im Werk vorgefertigt. Beispielhafter Aufbau: Die Wandrahmenkonstruktion schließt mit einer Putzträgerplatte, zum Beispiel aus Polystyrol, Mineralwolle oder Holzfaser, ab. Darauf kommt ein Armierungsgewebe als Halt für den Fassadenputz, beziehungsweise die Putzschichten (Grundputz, Edelputz). Bei einem massiv gebauten Haus, ist die Putzfassade meist Teil eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS), das auf der Wand aus Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder anderen Steinen befestigt wird.

Fassadengestaltung mit Klinker & CO: Von traditionell bis modern 

Mit einer Klinkerfassade sieht jedes Haus so aus, als sei es Stein auf Stein gebaut. Immer öfter jedoch verbirgt sich hinter der vermeintlichen Mauer die Holzwand eines Fertighauses. Dennoch handelt es sich bei der Fassade um echte Ziegelsteine, wenn auch nur um schmale Riemchen. Ein solches Verblendmauerwerk lässt sich nicht nur mit Tonklinkern, sondern beispielsweise auch mit Riemchen aus Kalksandstein oder als Natursteinfassade herstellen. 

Vorteile

  • witterungsbeständig und langlebig 
  • relativ pflegeleicht
  • aus natürlichen Rohstoffen hergestellt 

Nachteile

  • vergleichsweise aufwendige Anbringung 
  • teurer als Putz
  • kaum nachträgliche Veränderung möglich 

Klinkerfassade – Aufbau

Auch die mit Klinkern verblendete Fertighauswand wird komplett im Werk vorgefertigt. Beispielhafter Aufbau: Der Wandrahmen schließt außen mit einer Unterdeckplatte, etwa aus Holzfaser, ab. Die Verblendklinker (Klinkerriemchen) werden im Herstellerwerk in eine Hartschaumplatte verpresst, die dann auf der Unterdeck- platte aufgeschraubt wird. Es bleibt ein Luftzwischenraum. Alternativ können die Klinkerriemchen auch als Teil eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) auf eine Massiv- oder Holzbauwand befestigt geklebt oder gedübelt werden. Beim Massivbau sind Klinkerfassaden vorwiegend im stürmischen Norden des Landes als zweischaliges Mauerwerk verbreitet.

Holzfassade: Ökologisch wertvoll 

Holzfassaden liegen stark im Trend. Das liegt zum einen am gestiegenen Umwelt- und Klimabewusstsein. Zum anderen aber auch an der Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten, die das älteste Baumaterial der Welt bietet. Einige Holzarten wie Lärche oder Douglasie können unbehandelt verwendet werden und entwickeln unter Witterungseinfluss zudem eine schöne silbergraue Patina. Fichte oder Kiefer lassen sich lasieren, lackieren oder farbig anstreichen – es grüßt das beliebte dunkelrote oder leuchtend blaue Schwedenhaus. Holz lässt sich im Rahmen der Fassadengestaltung zudem gut mit anderen Materialien wie Putz oder Klinker kombinieren. 

Vorteile

  • Nachhaltiger und ökologischer Baustoff
  • Gute Wärmedämmung
  • Vielseitige Gestaltungsoptionen, z.B. vertikale oder horizontale Bretter und Latten oder Schindeln 

Nachteile

  • Höhere Kosten als beispielsweise Putz
  • Zum Teil hoher Pflegeaufwand
  • Verfärbt sich im Laufe der Zeit (bei einigen Holzarten attraktiv) 

Holzfassade – Aufbau

Eine Holzfassade wird meist als hinterlüftete Fassade – auch vorgehängte Fassade oder Vorhangfassaden genannt – ausgeführt. So kann der Aufbau aussehen: Auf die Holzrahmenwand mit einer Unterdeckplatte wird eine Lattung geschraubt, auf der dann die Holzverschalung befestigt wird. Es entsteht ein Luftraum. Ähnlich sieht der Aufbau bei einem Massivhaus aus: Auf das Mauerwerk kommt eine Dämmschicht, darauf Lattung und Verschalung. Neben der Holzfassade werden auch Fassaden aus Schiefer oder auch verschiedenen Plattenwerkstoffen als hinterlüftete Fassade angelegt. 

Metall, Schiefer, Platten: Alles andere als alltäglich 

Es muss jedoch nicht immer Putz, Klinker oder Holz sein. Jenseits der Klassiker gibt es schließlich noch eine riesige Auswahl an weiteren Materialien für die Fassadengestaltung. Einige, etwa der Naturstein Schiefer oder Keramikplatten haben eine regionale Tradition oder werden wiederentdeckt. Dazu kommen moderne Verbundmaterialien, die neue Möglichkeiten der Gestaltung eröffnen und sehr gute Gebrauchseigenschaften aufweisen. Auch Glasfassaden werden immer beliebter und können mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion auch bei einem Einfamilienhaus umgesetzt werden. Wer in Richtung Photovoltaik-Fassade denkt, sollte für die PV-Module eine komplett unbeschattete Hauswand wählen.

Schiefer: Altbewährtes für moderne Häuser 

In seinen Verbreitungsgebieten im Rheinland, Harz oder Thüringer Wald haben mit Schiefer gedeckte oder verkleidete Häuser eine lange Tradition. Inzwischen hat auch die moderne Architektur den attraktiven, grauschwarz bis silbrig glänzenden Naturstein für Dach- und Fassadengestaltung entdeckt und verwendet ihn in allen möglichen Formen. Nicht nur die interessante Optik, sondern auch Witterungsbeständigkeit, lange Lebensdauer und eine gute Ökobilanz sprechen für eine Fassade aus Naturstein, wie Schiefer. 

Metallfassaden: Schön in Form 

Aluminium, Stahlblech, Zink oder Kupfer machen nicht nur als trendige Dacheindeckung, sondern auch als moderne Fassade eine gute Figur. Alle Metalle sind zudem stabil, wetterfest und wartungsarm, Aluminium hat den Vorteil der Leichtigkeit. Durch die leichte Formbarkeit passt sich das Material sehr gut die individuelle Architektur an. Als hinterlüftete Vorhangfassade kommen unter anderem glatte, gewellte, perforierte oder gefalzte Bleche, Paneele, Kassetten oder Schindeln zum Einsatz. 

Trespa-Platten: Die Verwandlungskünstler 

Ob in bunten Farben, in Holz-, Stein- oder Metalloptik oder mit Spiegeleffekt: Die Produkte des Herstellers Trespa gehören zu den vielseitigsten aller Fassadenwerkstoffe. Bei den Platten handelt es sich um Fassadenprofile aus „Kunststoffe“ auf Basis natürlicher Ausgangsstoffe. Sie bestehen im Wesentlichen aus Schichten von Holzfasern, die mit Phenolharz imprägniert und unter hohem Druck und hohen Temperaturen zusammengepresst und mit einer harten, undurchlässigen Oberschicht versehen werden. Die fertigen Platten sind relativ schwer, äußerst stabil und sehr langlebig. Beliebt ist dabei vor allem die Fassadenverkleidung in Holzoptik. 

Gut zu wissen: Der Begriff Fassade 

Der Begriff Fassade stammt ursprünglich von dem lateinischen Wort „facies“ ab, was Angesicht bedeutet. Fassaden sind also die sichtbaren Flächen eines Gebäudes und zugleich die Außenwände. Sie erfüllen sowohl tragende, bauphysikalische als auch architektonische Funktionen.

Schlagwörter: Einfamilienhaus, Fassade, Fertighaus, Holz