Plusenergie ohne Extra-Dämmung

Fotos: Schlagmann, Poroton

Klimaschutz und Wohngesundheit auf höchstem Niveau vereint dieses Plusenergie-Versuchshaus. Es wurde ausschließlich aus geprüft schadstoffarmen Materialien gebaut

Energieeffizient und wohngesund – so wollen wir wohnen. Zum Beispiel mit ökologisch einwandfreien Dämmstoffen, die gleich in die Bausteine integriert sind. Aber ist selbst der Plusenergie-Hausstandard mit seiner üblichen hochgedämmten, luftdichten Gebäudehülle Stein auf Stein realisierbar?

Das familiengeführte Ziegelunternehmen Schlagmann Poroton wollte es wissen und beteiligte sich mit einem

Versuchshaus im oberbayrischen Burghausen am Plusenergiehaus-Monitoring der Bundesregierung. Zusammen

mit dem Agrar-, Energie- und Baustoffkonzern BayWa als Kooperationspartner für die Baustoffe, Haustechnik und Wohngesundheit konzipierte es ein Einfamilienhaus, das mit seinem einschaligen Ziegelmauerwerk und dem typischen Satteldach Vorbildcharakter für das regionale Bauhandwerk haben soll.

Um die angestrebte Luftdichtigkeit zu erreichen, wurde größter Wert auf die Dämmqualität der verwendeten Materialien gelegt. So entstand ein Haus nach strengsten Maßgaben der Wohngesundheit. Was nicht heißt, dass es nicht trotzdem gelüftet wird: Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung führt regelmäßig Luftmessungen durch und reguliert die Frischluftzufuhr perfekt.

Die klassische Bauweise Stein auf Stein mit Putzfassade kann heute vollständig auf zusätzliche Dämmschichten verzichten. In das 49 Zentimeter starke Mauerwerk dieses Hauses ist die Dämmung bereits eingebaut: Jeder Stein besteht aus einem stabilen Ziegelgerüst, dessen Hohlräume mit Perlit gefüllt sind, einem natürlichen Vulkangestein mit exzellenten Dämmeigenschaften. Damit erreicht der Baustein in der verwendeten Stärke einen Wärmedurchgangswert von nur 0,14 W/m2K.

Bei der Energiegewinnung setzt das BayWa-Versuchshaus auf 32 Quadratmeter Photovoltaikmodule, die 4.430 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, und 51 Quadratmeter solarthermische Kollektoren, die aus Sonnenenergie Wärme machen. Sie wird direkt ins Heizsystem gespeist oder in den Betondecken gespeichert. Überschüssige Wärme geht in einen 48 Kubikmeter großen Zweischichten-Wassertank. Diese Energie wird bedarfsgerecht von einer Wärmepumpe vervielfacht und an das Gebäude abgegeben.

Auf dem Garagendach mit Ost-West-Ausrichtung gewinnt eine weitere, diesmal beidseitige PV-Anlage zusätzlich Strom. Damit liegt der erwartete Gesamtertrag bei 10.230 Kilowattstunden pro Jahr.


________________


Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 12 in der Ausgabe Juli/August 2015 mein schönes zuhause°°°


Plusenergiehäuser bei zuhause3.de

  • Förderung
  • FAQ Plusenergie
  • Glossar Plusenergie
  • E-Mobilität
  • Sonderheft Plusenergie

Mehr zum Thema Plusenergiehäuser

Fotos: Ytong Bausatzhaus

Ökologisch eingepackt

Ein mineralisches Wärmedämm-Verbundsystem packt dieses Plusenergiehaus aus Porenbetonsteinen zum Selbstbauen mollig...

KAMPA Plusenergie Musterhaus Wuppertal

Aus Plusenergie wird Autarkie

Am Anfang machte die lukrativ vergütete Einspeisung der Plus-Energie ins Netz den neuen Gebäudestandard attraktiv....

das dicke deutsche hausbuch 2016

Unverzichtbar – der umfassende Ratgeber für jede Baufamilie. Alles über Fertig- und Systemhäuser auf 260 Seiten: die...