Fertighaus im Bauhausstil

Fertighaus bauen im Bauhausstil

Es ist kein einfaches Unterfangen, sich als Bauherr für die richtige Bauausführung des künftigen Zuhauses zu entscheiden. Der Traum vom Eigenheim soll sowohl den eigenen ästhetischen wie auch funktionalen Wohnerwartungen des Auftraggebers entsprechen, dabei aber auch seinen finanziellen und zeitlichen Ansprüchen gerecht werden. Bereits in der Vorbereitungsphase des Bauvorhabens stellt sich die Frage, ob auf dem geplanten Grundstück ein Massivhaus oder ein Fertighaus entstehen soll. Danach richten alle weiteren geplanten Arbeitsabläufe, die meist im Bauvertrag zwischen Auftraggeber und -nehmer strukturiert erfasst sind. Die Entscheidung für ein Fertighaus weist durchaus sehr viele Vorteile auf im Vergleich zum Massivbau und führt zugleich zur nächsten Fragestellung. Welcher Baustil bietet sich als optimale Lösung für den individuellen Geschmack an.

Fertighaus Bauhaus Bien-Zenker
Klare Kante, strukturierter Aufbau – Bauhaus. (Foto: Bien-Zenker)

Rückblick auf die Entstehung des Bauhausstils

Seit der Entstehung des Bauhausstils in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts hat diese Stilrichtung immer wieder neugierige Blicke angezogen und besondere Maßstäbe in der Architektur gesetzt. Der Begriff Bauhausstil geht auf eine Weimarer Kunstschule zurück, die 1919 unter „Bauhaus“ zur Berühmtheit wurde. Dabei ließen sich die Gründer der Schule von der Idee leiten, dass Kunst und Handwerk miteinander vereint zu einer neuen Formensprache führen würden. Die „Bauhaus“-Schule zog 1925 von Weimar nach Dessau um. Viele namhafte Künstler haben hier unterrichtet wie Paul Klee, Lyonel Feininger oder die berühmten Architekten Le Corbusier und Ludwig Mies van der Rohe.
Als Architekt und Gründer war Walter Gropius maßgeblich daran beteiligt, unter dem Design- und Wohnkonzept „Bauhaus“ praktische Funktionalität mit Schlichtheit und Geradlinigkeit zu kombinieren. Im Gründungsmanifest erläuterte Gropius seinen Grundsatz „form follows function“, dass der Bau das Endziel sämtlicher bildnerischer Tätigkeit sei. Mit einem Haus, das im Bauhausstil entstanden ist, setzt der Auftraggeber ein visuelles und architektonisches Statement.

Prägende Merkmale des Bauhausstils

Haus Pollmann von WeberHaus
Der Bauhausstil eignet sich wunderbar für Bungalows in allen Größen. (Foto: Weberhaus)

Ein im Bauhausstil errichtetes Haus weist ganz spezifische Charakteristiken auf, die ihm auch heute noch eine besonders moderne Ästhetik verleihen. Zu diesen Merkmalen gehören: Klare Linien, Würfelform im Grundriss, Schlichtheit, meist weiße Putzfassaden, große Fensterflächen, oft mit Flachdach, sodass möglichst kein Dachvorsprung zu sehen ist.

All diese Besonderheiten deuten bereits auf eine minimalistische Bauweise und reduziertes Design hin, die dennoch Eleganz und Modernität ausstrahlen. Aufgrund der klar aufgeteilten Kubusform lassen sich offene Grundrisse bei Häusern sehr gut umsetzen sowie angestrebte Symmetrien verwirklichen. Die Grundfläche lässt eine optimale Platznutzung zu. Da es keine Dachschrägen gibt, ist die Stehhöhe im ganzen Haus vorhanden und die einfache Raumaufteilung ermöglicht eine individuelle Gestaltung des vorhandenen Platzes.

Oft führt ein geräumiger Eingangsbereich in dezent eingerichtete Räume mit großen Fenstern. Mit seinen großzügigen Fensterfronten und dem reichlichen Lichteindrang fasziniert ein Haus im Bauhausstil immer wieder aufs Neue, vermittelt dabei ein angenehmes Gefühl am Wohnen.

Kundenhaus Berlin von Rensch-Haus
Dieses außergewöhnliche und individuell geplante Fertighaus bietet ein modernes Raumensemble auf drei Etagen und eine phantastische Aussicht von der großzügigen Dachterrasse. (Foto: Rensch-Haus)

Die Sachlichkeit und Schnörkellosigkeit der Bauweise reflektiert sich auch in der Dachkonstruktion, bei der häufig auf das Flachdach zurückgegriffen wird. Diese Dachform eignet sich für die Flächennutzung am besten, da kein Dachvorsprung gegeben ist, aber auch, weil der kubische Grundriss hierbei hervorragend zur Geltung kommt. Nicht selten wird ein Flachdach in diesem Zusammenhang zu einer Dachterrasse ausgebaut, in anderen Fällen entscheiden sich die Besitzer für Photovoltaik-Anlagen, um ihren eigenen Strom für den Haushalt erzeugen zu können.

Es gibt jedoch einige wichtige Aspekte, auf die geachtet werden sollte, bevor ein Haus im Bauhausstil auf einem Grundstück überhaupt entstehen kann. Da im Bebauungsplan bereits bestimmte Bauweisen vorgegeben sind, ist es in Regionen mit historischer Bausubstanz oft schwerlich eine Baugenehmigung für einen Neubau im Bauhausstil zu bekommen. Manchmal scheitert es auch in Wohngegenden mit neueren Gebäudeeinheiten schon an der Dachform. Auf behördlicher Seite wird in Wohngegenden überwiegend auf Einheitlichkeit der Straßenzüge geachtet. Darum ist es ratsam, sich bereits vorher beim örtlichen Bauamt darüber zu informieren, ob für ein Bauhaus-Haus überhaupt eine Genehmigung erwartet werden kann.

Fertighaus Bauhausstil Schwörer Allegri
Bauhausstil muss nicht immer weiß sein. (Foto: Schwörerhaus)

Bauweise und Vorteile von Fertighäusern

Mit hundertjähriger Tradition bestimmt das Bauhaus mit seinem Design die moderne Architekturlandschaft. In den vergangenen Jahren ist diese Baurichtung wieder vermehrt in diversen Stadtbildern zu sehen und gehört zum Programmangebot vieler Fertighaushersteller. Fertighäuser im Bauhausstil werden dabei sowohl in Holzfertigbau- als auch in Massivbauweise gebaut und lassen auch Freiraum für individuelle Gestaltung, wie etwa die Auswahl eines klassischen Flachdaches oder doch eher der Sattelform.
Die Lebensdauer eines qualitativ hochwertigen Fertighauses ist mittlerweile bei gut 100 Jahren und mehr, was mit dem Fortschritt der Bauentwicklung zusammenhängt. Grundsätzlich gilt, dass die Lebensdauer eines Fertighauses neben der Qualität der Baumaterialien und der Ausführungsqualität der Bauarbeiten aber auch von der Wartung des Hauses abhängt. Damit steht es dem konventionell errichteten Massivhaus aus Mörtel und Backsteinen im Nichts nach – ganz im Gegenteil. Hier kommt auch die hohe Geschwindigkeit beim Bau eines Fertighauses zum Tragen, die beim konventionellen Hausbau oft Monate und manchmal sogar Jahre wegen der verschiedenen Gewerke in Anspruch nehmen kann.

Der vorläufige Zeitplan des Baus eines Fertighauses beträgt circa zwei Monate je nach gekaufter Ausbaustufe. Aufgebaut ist es auf dem entsprechenden Grundstück in nur wenigen Tagen, sodass die Gefahr, dass das Baumaterial Witterungsschäden erleidet, dementsprechend gering ist. Das ist ein wesentlicher Vorteil, denn alle Einzelteile wurden hierfür in trockenen Fabrikhallen produziert im Gegensatz zum Baumaterial eines Massivhauses, das während des Bauvorgangs zahlreichen Witterungseinflüssen monatelang ausgesetzt ist und somit einen limitierenden Faktor in Bezug auf die Langlebigkeit des Bau-Objekts darstellt.

Außerdem sind Kosteneinsparungen beim Fertighaus im Bauhausstil möglich durch zusätzlich hohe Energieeffizienz, wenn Fassaden vergleichsweise leicht gedämmt und die typischen Fensterflächen durch Dreifachverglasungen optimiert werden können. Auf dem Flachdach angebrachte Photovoltaik-Module können nachhaltig für die Eigenstromproduktion sorgen, was dem Umweltschutz in vielerlei Hinsicht entgegenkommt.

Haus Jonas von Baumeister-Haus
Wie purer Raum und Tageslicht sich zu beeindruckender Architektur komponieren lassen, zeigt dieses Haus an einem See. (Foto: Baumeister-Haus)

Da Fertighäuser im Bauhausstil in allen Preisklassen und individuellen Ausführungen zu finden sind, ist es für den Bauherrn eine Frage des persönlichen Geschmacks, für welches Angebot letztlich die Entscheidung ausfällt.

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