Wärmedämmung im Neubau

Aber bitte mit Wärmeschutz!

Niedrige Heizkosten, hoher Wohlfühlfaktor: Eine gute Wärmedämmung sorgt dafür, dass die Heizwärme im Haus bleibt. Für jede Bauweise gibt es geeignete Dämmstoffe und Dämmmethoden.

Dass ein neues Haus gedämmt werden muss, ergibt sich aus den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Zwar steht darin nicht, welche Bauteile mit wie viel Dämmstoff versehen werden müssen. Stattdessen gibt es Grenzwerte dafür, wie hoch die Wärmeverluste des gesamten Hauses maximal sein dürfen.

Um diesen Mindeststandard zu erreichen, setzen Handwerker verschiedene Dämmstoffe und -techniken ein. Doch auch über die gesetzliche Pflicht hinaus lohnt es sich beim Hausbau in den Wärmeschutz zu investieren. Ein gut gedämmtes Haus schützt vor winterlicher Kälte ebenso wie vor übermäßiger Hitze im Sommer. Das bedeutet mehr Behaglichkeit und weniger Energiekosten.

Daemmung Linzmeier Polymer
Auf den Sparren eines gegenläufigen Pultdachs werden mehrschichtige Dämmelemente mit einem Kern aus Polyurethan-Hartschaum angebracht. (Foto: Linzmeier)

Um unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden, entscheiden sich aktuell noch mehr Bauherren für eine Wärmepumpenheizung. Doch damit das klima- und umweltfreundliche Heizen mit Umweltwärme optimal funktioniert, ist ein hoher Dämmstandard die Voraussetzung. Sonst verbraucht insbesondere die Luftwärmepumpe viel Strom.

Wärmedämmung von Dach bis Keller

Dämmung soll die gesamte Gebäudehülle wie mit einem warmen Mantel umgeben. Die wichtigsten zu dämmenden Bauteile sind das Dach, die Außenwände, der Keller oder die Bodenplatte beim nicht unterkellerten Haus. Für jeden Bereich gibt es spezielle Dämmmethoden sowie besonders geeignete Dämmmaterialien.

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Dämmung inklusive: In einem Fertighauswerk packen Mitarbeiter Dämmmaterial aus Mineralwolle direkt in die Fächer der Holzrahmenkonstruktion der Außenwände. (Foto: BDF/Hartl Haus)

Keller und Dach müssen Bauherren nicht in jedem Fall komplett dämmen. Hier kommt es auf die Nutzung an. Soll der Keller als Abstellraum dienen, reicht es, die Kellerdecke als Abschluss der Wohnräume nach unten zu dämmen. Wer an einen späteren Ausbau zum Wohnkeller denkt, sollte jedoch gleich beim Neubau dämmen. Nachträglich können Kellerwände nur von innen gedämmt werden, dabei geht jedoch ein Teil des Raumes verloren.

Daemmung FNR Zellulose
Zelluloseflocken aus Altpapier zählen zu den ökologischen Dämmstoffen. Durch faustgroße Öffnungen werden sie in Dach-, Wand- oder Deckenkonstruktionen eingeblasen. (Foto: FNR)

Ähnliches gilt für den Raum unterm Dach: Bleibt er auf Dauer unbewohnt, genügt eine Dämmung der obersten Geschossdecke. Eine spätere Dämmung für einen Dachausbau ist möglich, aber mit Mehraufwand verbunden. Beim Neubau bringen Handwerker die Dachdämmung einfach von außen auf den Sparren auf, bevor sie die Dachfläche mit Ziegeln oder Dachsteinen eindecken. Zur Verstärkung kann noch zusätzlich zwischen oder unter den Dachsparren gedämmt werden.

Wohin mit dem Dämmstoff?

Die Dämmung der Außenwände hängt eng mit der Bauweise und dem Wandaufbau zusammen. Bei Verwendung von Mauersteinen, die schon von sich aus sehr gute Dämmeigenschaften haben, wie etwa Porenbeton, kann sogar auf zusätzliche Wärmedämmung verzichtet werden. Die meisten Außenwandkonstruktionen brauchen jedoch Unterstützung durch Dämmstoffe.

Wärmedämmung in der Wand

Bei der klassischen Holzfertigbauwand ist die Dämmung bereits in die tragende Konstruktion integriert. Die seitlich beplankten Fächer der Holzrahmenkonstruktion werden mit Dämmmaterial, zum Beispiel Matten aus Mineralwolle oder Pflanzenfasern, ausgefüllt. Wegen der gestiegenen Ansprüche an die Energieeffizienz bekommen auch Holzbauwände inzwischen fast immer noch eine oder mehrere zusätzliche Dämmschichten.

Daemmung Holzspaene Baufritz
Aus dem Wald in die Wand: Die Fächer der Holzständerkonstruktion sind mit Holzspänen gefüllt. Innen und außen verstärken Holzweichfaserplatten den Dämmeffekt. (Foto: Baufritz)

Auch bei Massivbausteinen kann Dämmung direkt integriert werden. Ein Beispiel sind hochwärmedämmende Ziegelsteine, deren typische Lochstruktur mit Fasern oder Kügelchen aus mineralischen, synthetischen oder pflanzlichen Dämmmaterialien befüllt wird. Je nach Stärke der Steine reicht ein monolithischer Wandaufbau oder es wird noch zusätzlich Dämmung angebracht.

Mit integrierter Dämmung sind schlanke Wandaufbauten mit gutem Wärmeschutz möglich.

Wärmedämmung von außen

Die Wärmedämmung der Fassade ist die gebräuchlichste Form der nachträglichen Isolierung bei Altbauten, kommt jedoch auch bei der Wärmedämmung im Neubau zum Einsatz: Auf die tragende Holz- oder Massivwand werden Dämmplatten geklebt oder gedübelt. Darauf kommt eine Armierungs- oder Unterputzschicht zur besseren Haltbarkeit. Den Abschluss bildet ein Außenputz oder aufgeklebte Verblendsteine, häufig sind das die sogenannten Klinkerriemchen.

Daemmung Klinker Ziegel Sto
Als äußerer Abschluss einer mehrschichtigen Dämmung werden nur wenige Zentimeter dicke Klinkerriemchen in ein Klebebett verlegt. (Foto: Sto)

Alle Komponenten eines solchen Wärmedämmverbundsystems (WDVS) wie Dämmplatten, Armierung sowie Putz haben Einfluss auf die Dämmwirkung. Es können synthetische, mineralische oder natürliche Dämmstoffe verwendet werden.

Wärmedämmverbundsysteme sind einfach und kostengünstig anzubringen.

Wärmedämmung zwischen Wandschichten

Hier ist die Wand aus mehreren Schalen aufgebaut, dazwischen liegt außerdem eine Dämmschicht. Eine wetterfeste Außenschale schützt auch die Dämmung. Man unterscheidet zwei Aufbauarten, mit oder ohne Hinterlüftung:

Daemmung Rockwool Kern Steinwolle
Doppelt hält besser: Die Kerndämmung zwischen der tragenden Porenbetonwand und der wetterfesten Klinkerschale besteht aus zwei Lagen Steinwolle. (Foto: Rockwool)

Kerndämmung: Zwischen der tragenden Wand und einer vorgemauerten Außenschale ist eine Dämmschicht ohne Luftraum dazwischen angebracht.

Daemmung Hybrid Aussenwand Gussek
Zwischen einer Holzrahmenkonstruktion und einer gemauerten Außenschale liegt eine Holzfaserdämmplatte mit vorgelagertem Luftraum. (Foto: Gussek)

Hinterlüftete Fassade: Zwischen der tragenden Wand aus Holz oder Stein und der Außenschale befindet sich noch eine Luftschicht, die ebenfalls dämmend wirkt.

Beim mehrschaligen Wandaufbau wird die Dämmung von einer wetterfesten Außenschale trocken und funktionstüchtig gehalten.

Dämmstoffe im Überblick

Die Auswahl an Dämmstoffen ist groß, aber nicht jeder ist für jeden Zweck, beziehungsweise jedes Bauteil geeignet. Bei der Wahl des Dämmstoffs spielen zum einen die Bauweise des Hauses beziehungsweise des zu dämmenden Bauteils eine Rolle, zum anderen die Eigenschaften des Dämmmaterials. Dazu gehören:

  • Die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung
  • Verarbeitungsform, zum Beispiel als Matten, Platten oder lose Schüttungen
  • Brandschutz
  • Langlebigkeit
  • Nachhaltigkeit von Rohstoffen und Produktion
  • Zusatznutzen, beispielsweise Schalldämmung
  • Preis

Synthetische Dämmstoffe

Diese Gruppe von Dämmstoffen wird aus Erdöl, dem Rohstoff vieler Kunststoffe, hergestellt. Angewendet werden sie an nahezu allen Bauteilen, vom Dach bis zum Keller. Zu den bekanntesten Vertretern gehören Platten aus Polystyrol-Hartschaum (EPS), auch als Styropor bekannt, oder Polyurethan-Hartschaum (PUR). Beide werden oft in Wärmedämmverbundsystemen verwendet.

Daemmung Sto Daemmplatte Polystyrol
Platten aus Polystyrol (Styropor) gibt es in Weiß und in Grau. Letztere dämmen besonders gut. (Foto: Sto)

Vorteile:

  • gute Dämmwirkung bei relativ geringer Stärke
  • langlebig
  • feuchteresistent
  • preisgünstig

Mineralische Dämmstoffe

Ausgangsmaterial sind anorganische Stoffe wie Sand, Stein sowie Kalk, die auf verschiedene Weise verarbeitet werden. Dazu gehören unter anderem Glas- und Steinwolle, die vor allem als Matten oder Vliese Verwendung finden, oder Granulate (Perlite) als Einblasdämmung. Mineralwolle ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, kann aber durch Oberflächenbehandlung (Hydrophobierung) wasserabweisend gemacht werden.

Daemmung Sto Daemmplatte Steinwolle
Steinwolle ist ein Gemisch aus verschiedenen Gesteinsarten, die bei hohen Temperaturen geschmolzen und zerfasert werden. (Foto: Sto)

Vorteile:

  • sehr gute Dämmwirkung
  • preisgünstig
  • leicht zu verarbeiten
  • nicht entflammbar

Ökologische Dämmstoffe

Bei Öko- oder Naturdämmstoffen handelt es sich um Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Den größten Anteil an den Ökodämmstoffen haben Holzfaserprodukte und Zellulose. Weitere bekannte Naturdämmstoffe sind Hanf, Flachs sowie Schafwolle als Matten oder in loser Form. Interessante Newcomer sind Seegras und Schilf. Natürliche Dämmstoffe sind vielseitig einsetzbar, allerdings nicht für feuchte Umgebung wie Kelleraußenwände geeignet.

Daemmung Sto Daemmplatte Holzfaser
Holzfaserplatten werden aus Abfällen der Holzernte oder Sägeindustrie hergestellt, und haben daher eine gute Ökobilanz. (Foto: Sto)

Vorteile:

  • nachhaltige und energiesparende Herstellung
  • guter sommerlicher Hitzeschutz
  • gesundes Raumklima
  • meist auch gute Schalldämmung

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