Bemusterung – So gehen Bauherren einkaufen!

Bemusterung – So gehen Bauherren einkaufen! (Foto: Luxhaus)

Die Bemusterung ist einer der spannendsten Momente beim Hauskauf. Die ganze Familie fährt zu ihrem Haushersteller und darf im Bemusterungszentrum ein bis zwei Tage lang zwischen scheinbar unendlich vielen Materialien, Formen und Farben wählen. Hier ein Einblick in verschiedene Zentren und Tipps, damit es ein schönes Erlebnis und kein stressiger Aussuchtermin wird...

Auf der Suche nach einem passenden Domizil führt der Weg von Bauherren häufig über eine Musterhaus-Ausstellung. Ist die Entscheidung für einen Hausanbieter gefallen, werden Planungwünsche aufgenommen und entsprechende Grundrisse entworfen.


Schon da ist es Zeit für ausgedehnte Tagungen im Familienrat. Wer noch im Bemusterungszentrum diskutiert, ob ein rustikales oder modernes Ambiente das Erscheinungsbild prägen soll, nimmt sich die Chance, Details in Ruhe überdenken zu können. Es empfiehlt sich also, schon vor dem Bemusterungstermin Wünsche und offene Fragen zu sammeln und aufzulisten – am besten, in dem man die Bau- und Leistungsbeschreibung des Hauses Punkt für Punkt durchgeht.


Jede Kleinigkeit ist relevant und notierungswürdig. Wie breit ist das Ehebett? Wichtig, damit die Steckdosen rechts und links im passenden Abstand geplant werden können. Wo soll der Fernseher seinen Platz bekommen, wo die Lautsprecherboxen oder die Taster der Rollläden? Solche Fragen lassen sich schon vor der Bemusterung klären. Es gilt: Je besser die Vorbereitung, desto reibungsloser und entspannter die Bemusterung.


Tipps zur Bemusterung VOR dem Termin


  • Phantasieanregend wirkt der Besuch von bereits fertiggestellten und bewohnten Häusern des Herstellers. Fragen Sie nach, ob sie ein solches besichtigen dürfen.
  • Erstellen Sie vor dem Ausstattungstermin einen Fragenkatalog, der am Ende der Bemusterung abgearbeitet werden kann. Er kann zusätzlich Kontrollzwecken dienen, wenn abschließend das Protokoll geprüft und unterzeichnet wird.
  • Bei kaum einer anderen Grundsatzentscheidung ist die Entscheidungsfreiheit so groß wie bei der Wahl der optisch und funktional passenden Bodenbelege. Massivholz als Diele? Parkett? Oder Fliesen? Jeder Werkstoff hat Vor- und Nachteile, die vorher gegeneinander abgewogen werden sollten. Schauen Sie sich auch zuvor im Fachhandel um, ob Sie Ihre Lieblingsfliese erspähen und bringen Sie sie als Muster zum Termin mit.
  • Die Küche ist Mittelpunkt, Start- und Landeplatz des Familienalltags im Haus. Wer kocht, wer isst, wer steht oder sitzt hier wann, wo und wie lange? Stauräume, Arbeitsabläufe, Ablageflächen, Energiespartechnik, ebenso modernes wie langlebiges Outfit. Werden Sie sich bewusst über Ihre Ess-, Koch- und Kommunikationsgewohnheiten, damit diese in die Küchenplanung einfließen. Denn schließlich begleitet Sie eine neue Küche durchschnittlich rund 20 Jahre!
  • Eines der meist unterschätzten Gestaltungselemente eines Wohnhauses: Die Treppe ist ein Solitär, dem jeder jeden Tag mehrmals begegnet. Stufen- und Geländerhöhen sind hierzulande genormt, die Auswahl der Formen und Materialien aber kaum einschränkt: Stahl (matt oder glänzend), Holz (aber aufgepasst – Stufenbeläge mit lackiertem Holz können für Sockengänger gefährlich glatt sein!), neuerdings auch Naturstein. Auch hier gilt es, die Vor- und Nachteile der Materialien gegeneinander abzuwägen.
  • Die richtige Feinplanung der Schalter und Anschlüsse ist eine Kunst, die trotz aller Beratungs- und Planungshilfen nur den wenigsten fehlerfrei gelingt. Dazu müsste nämlich schon vor Baubeginn feststehen, in welchem Raum exakt wo welche Elektroanschlüsse installiert sein müssten. Was wiederum voraussetzt, dass Sie sich sehr früh über die Einrichtungsdetails im Klaren sind – und das in wirklich allen Räumen. Wo werden Möbel aufgestellt? Planen Sie Kabelfernsehen? Je größer der Wunsch nach moderner Heimelektronik ausgeprägt ist, desto intensiver sollten Anordnung und Verkabelung des entsprechenden Equipments vorgeplant werden. Zeichnen Sie das Interieur und Ihre Multimediawünsche in Ihre Pläne. Sorgen Sie in jedem Fall für eine genügende Zahl an Steckdosen. Und überlegen Sie, wo in welchem Raum Leuchten installiert sein sollen. Vermeiden Sie, das Kabelende in jedem Raum in der Mitte der Decke vorzusehen. Dort hängt aller Erfahrung nur selten eine Lampe.

Tipps zur Bemusterung WÄHREND des Termins


  • Ausgangspunkt des Bemusterungsgesprächs ist die in der Ausstattungsbeschreibung angegebene Standardausstattung. Sie ist ohne Aufpreis erhältlich. Über diesen Rahmen hinaus lässt sich das Haus natürlich höherwertiger ausstatten. Fachleute sprechen dann von einer Aufbemusterung. Andererseits können aber auch einzelne Leistungen aus dem Angebot herausgenommen werden, das ist dann eine Abbemusterung. Beim Aufbemustern sollte man übrigens stets die Gesamtkosten im Auge behalten! Sonst gibt es bei der Endabrechnung böse Überraschungen.
  • Soll abbemustert werden und beispielsweise die Ausstattung des Bades aus dem Leistungsumfang herausgenommen werden, bekommen Sie eine Gutschrift. Doch Vorsicht! Eine Abbemusterung lohnt sich keineswegs in jedem Fall. Die Preise der Haushersteller sind meist scharf kalkuliert. Man sollte sich deshalb vor so einem Schritt über die handelsübliche Preise informieren.
  • Nur das, was im Bemusterungsprotokoll schriftlich festgehalten wird, gilt auch später. Deshalb sind solche Protokolle viele Seiten lang. Betrachten Sie dieses Schriftstück nicht als notwendiges Übel, sondern als eine Garantie für Ihre Wünsche. Denn auf diese schriftliche Vereinbarung können Sie sich jederzeit berufen.
  • Das Protokoll ist die Grundlage für Ihre Bestellungen und die tatsächliche Realisierung des Hauses. Änderungen sollten mit dem Berater umgehend abgestimmt werden. Dann sind sie ohne Probleme in die Planung einzubauen. Erst wenn das Protokoll unterschrieben ist, werden MMaterialbestellungen ausgelöst und Kosten geschaffen.

Melina Rost

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