Küchenplanung: Tipps, wie Sie Ihre Küche planen können

  • Küche planen zur optimalen Nutzung

    Damit die täglichen 360 Handgriffe gelingen, ist eine sorgfältige Küchenplanung Voraussetzung. (Foto: Julius Blum)

  • Stauraumorganisation und Arbeitsablauf

    Alles muss übersichtlich Platz finden, Arbeitswege sollten möglichst kurz sein. (Foto: Julius Blum)

  • Küchenplanung Tipps zur Vorratshaltung

    Zum ergonomischen Arbeitsdreieck gehören auch die Vorräte, hier in praktischen Auszügen. (Foto: Julius Blum)

  • Unterschränke sollte man für jede Küche planen

    Wählen Sie für Unterschränke wenn möglich eine größere Tiefe. (Foto: AMK)

  • Haengeschränke in der Küche planen

    Hochschranktüren liften, schwenken oder klappen. Moderne Beschlagstechnik macht es möglich. (Foto: AMK)

In unserer neuen Serie nehmen wir Bauherren in spe an die Hand und zeigen Raum für
Raum, wie man sein neues Zuhause optimal plant – mit Praxis-Tipps und der Erfahrung von Bau-Experten. In der ersten Folge zeigen wir, wie man optimal die Küche planen kann und geben zum Thema Küchenplanung Tipps und Ideen:

Gut vorbereitet ins Küchenstudio

Es sind immerhin 360 Handgriffe, Arbeiten und Wege, die nach den Untersuchungen eines führenden Küchenmöbelausstatters tagtäglich in diesem wichtigsten Raum des Hauses anfallen – und sich auf die erwähnten 2,6 Millionen Verrichtungen in 20 Jahren addieren. 20 Jahre sind eine durchaus realistische Lebenserwartung für eine Kücheneinrichtung.

Planungsfehler machen sich zwar relativ rasch bemerkbar, sind jedoch meist nur mit großem Aufwand oder gar nicht mehr zu beheben. Und nerven dann mehr oder weniger – aber dauerhaft. Auch wenn Ihnen das Kochen gar nicht so wichtig ist: eine Küche muss einfach funktionieren, sonst ist die Freude über ihr noch so schickes Ambiente schnell dahin.

Der Ausgangspunkt aller Planung: Stellen Sie sich Ihre künftige Küche in vollem Betrieb vor: Weihnachten, Festtagsbraten, Kinder und Enkel hängen an Ihrem Rockzipfel. Oder Brunch zum bestandenen Abi der Ältesten mit Freunden und Nachbarn … Abendessen mit acht Gästen, darunter der Chef Ihrer Frau – und die Sahnesauce ist geronnen.
Wenn Sie dabei top aussehen, entspannt und souverän wirken wollen, ist es wichtig, wie Sie im Vorfeld Ihre Küche planen und in die Küchenplanung Tipps und Erfahrungen einbringen.

Küchenplanung Tipps: Küche planen maßgeschneidert

Machen Sie sich bewusst: Bei einem Neubau haben Sie die Möglichkeit, Kochen und Küche ganz neu zu denken, zum Beispiel an einer Insel zu kochen. Davon hängt dann die Platzierung von Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüssen ab. Aber auch die Entscheidung über den optimalen Dunstabzug.

Aus der grundsätzlichen Frage, wer in der Küche wie kocht und welche Aktivitäten sonst stattfinden sollen, ergibt sich die Entscheidung ob Sie sich eine abgeschlossene Koch- oder Wohnküche mit Essplatz oder aber eine mehr oder weniger offen an den Wohnbereich angeschlossene Küche wünschen.

Da beim Beleuchtungskonzept das Tageslicht eine ganz entscheidende Rolle spielt, geht es bei den ersten Planungsschritten auch schon um Form, Größe und Platzierung der Fenster und sogar vielleicht auch um die Orientierung in eine gewünschte  Himmelsrichtung. Im Idealfall entwerfen Sie den Erdgeschossgrundriss ausgehend von der Küche mit ihren komplexen Installations- und Erschließungsanforderungen. Da die Kosten einer neuen Küche nicht unbeträchtlich sind, kann so auch in dieser frühen Phase schon ein Budgetrahmen erkennbar werden.

Mehr Spaß durch Ergonomie

Arbeiten in der Küche soll nicht nur einfacher und schneller gelingen, sondern auch Spaß machen und die Gesundheit schonen. Ergonomie verbessert die Arbeitsabläufe, optimiert
Körperbewegungen, verringert ungünstige Haltungen und ermöglicht dadurch positivere
Kocherlebnisse.

So ist die optimale Arbeitshöhe etwa Ellenbogenhöhe minus 15 Zentimeter. Das Kochfeld sollte etwas tiefer liegen, um die Sicht in die Töpfe zu verbessern, die Spülenoberkante abhängig von der Spülentiefe etwas höher, um den Rücken zu entlasten. Oft genutzte Küchengeräte wie Backofen oder Geschirrspüler werden heute gern hoch eingebaut, um häufiges Bücken zu vermeiden.

Beim Kochfeld sind eigentlich nur die vorderen Kochstellen wirklich sinnvoll nutzbar, die hinteren sind eher zum Fortkochen gedacht. Alternative: ein Panoramakochfeld, bei dem die Kochzonen nebeneinander angeordnet sind, oder einzelne Kochfeldmodule, mit denen dann Küchencracks sogar noch verschiedene Garmethoden kombinieren können.

Kurze Wege, klare Flächen

Denken Sie auch an die Organisation der Abläufe in Ihrer neuen Küche. Wie kaufen Sie ein? Auf welchem (möglichst stufenlosen, kurzen) Weg kommen die Einkäufe in die Schränke? Wie kommt umgekehrt der Abfall in die Mülltonnen?

In der modernen Küche wird im Dreieck zwischen Vorrat, Vorbereitung, Zubereitung, Kochen und Backen sowie Nachbereitung, Spülen und Aufräumen gearbeitet. Die Wege dazwischen sollten möglichst kurz, die Arbeitsflächen möglichst großzügig sein.

Kochen häufiger mehrere Personen, ist eine Insel- oder Thekenlösung sinnvoll. Ständig Benötigtes sollte in Fächern zwischen Knie- und Augenhöhe griffbereit sein. Denken Sie auch an einen Lagerplatz für Backbleche & Co., damit der Ofen ohne Herumräumerei immer einsatzbereit ist.

Für eine kleine Küche planen Sie mindestens acht Quadratmeter Grundfläche ein. Mit einem kleinen Essplatz sollten Sie zwölf einplanen. Eine Insellösung ist ab 16 Quadratmetern realistisch möglich.

Die Fläche einer Küche teilt sich auf in Stellfläche, die sich aus Länge mal Tiefe der Zeile(n) oder gegebenenfalls der Insel ergibt, und der Bewegungsfläche, also dem Rest. Die Bewegungsfläche vor der Zeile wird in der Regel mit 120 Zentimetern geplant, daraus ergibt sich eine Mindestbreite von 180 Zentimetern für einen Küchenraum. Für eine L- oder Inselküche sollte ein Raum 3,10 bis 3,50 Meter breit sein.

U, L oder G – welcher Typ sind Sie?

Egal, ob Sie eine Musulküche oder eine Einbauküche planen:  Gängig ist die Anordnung in einer oder zwei Zeilen, in L-, U- oder G-Form, die einen kleinen Tresen bietet, und die Küche mit Insel.

Ergonomisch optimal und perfekt für kleine Kochküchen für den Alleinkoch ist die U-Form, die auch am meisten Stauraum bietet.

Zählt Kochen zum Lebensstil, der auch gemeinsam mit anderen gepflegt wird, sollte es schon eine Insellösung sein.

Die Modulküche schließlich wird nicht fest eingebaut, sondern besteht aus freistehenden Möbelmodulen. Das beansprucht zwar mehr Platz, bietet jedoch den Vorteil, dass man mit einer solchen Küche einfach umziehen kann.

Die Standardtiefe von Unterschränken beträgt 60 Zentimeter. Es gibt aber auch Hersteller, die größere Tiefen anbieten. Das ergibt nicht nur mehr Stauraum, sondern auch komfortablere Arbeitsflächen.

Zentrale Stelle dort ist die Spüle, die heute weniger der Reinigung von Geschirr als der Vorbereitung der Lebensmittel zum Kochen dient. Es gibt sie in Edelstahl, Keramik oder Kunststein, mit eingebauten Arbeitsebenen, die Gastronormbehälter aufnehmen können. Abtropfflächen für Links- oder Rechtshänder, praktischem Zweitbecken zum Abtropfenlassen oder Abgießen und im XL-Format, in dem sich sogar Backbleche komfortabel reinigen lassen. Unterschränke bieten heutzutage nicht mehr simple Staufächer, sondern komfortable Auszüge. Und das bei Schrankbreiten bis 120 Zentimeter.

Bei Oberschränken sind die verschiedenen Türöffnungstechniken interessant. Alternativen zur klassischen Drehtür sind die wieder stärker aufkommende Schiebetür und Klappen, die sich mit Federn unterstützt nach oben öffnen.

Bei Hochschränken kommen besonders im wohnlichen Umfeld immer häufiger Taschentüren zum Einsatz. Sie verschwinden geöffnet in seitlichen Fächern des Korpus und verstecken geschlossen Küchentechnik hinter ihren ansehnlichen Fronten.

Licht und Deckenbeleuchtung der Küche planen

Drei Beleuchtungsarten müssen berücksichtigt werden. Da wäre zunächst die Deckenbeleuchtung, die bei Bedarf alles bis in die Winkel gut ausleuchtet. Dann die Platzbeleuchtung, die gezielt dort für optimales Licht sorgt, wo es benötigt wird, zum Beispiel auf Arbeitsflächen oder auf dem Tisch. Und schließlich die Stimmungsbeleuchtung. Sie sorgt mit Lichtakzenten oder -farben für Atmosphäre und kreiert gemütliche Raumeindrücke. Mittels Dimmern oder Szenenschaltung lassen sich die Beleuchtungs arten anpassen und kombinieren.

Ähnlich sensibel sollten Sie mit den Kontrasten umgehen, die zumindest bei einer offenen Küche zwischen funktionalem Arbeits-und behaglichem Wohnambiente aufeinanderprallen. Hier wird gewerkelt und kreativ gestaltet, dort gibt man sich Komfort und Entspannung hin. Dabei treffen Eigenschaften wie klar, kalt/heiß, hart, nass und extrem auf Eigenschaften wie diffus, warm, weich, trocken, leise und gemäßigt. Um diese Kontraste gestalterisch zu befrieden, ist Fingerspitzengefühl nützlich.

Vor dem Gang ins Küchenstudio

Im Netz finden Sie unzählige kostenlose Online-Küchenplaner,  mit deren Hilfe Sie Ihre Küche selber planen können. Vorher jedoch sollten Sie sich mit unserer Checkliste, die Schritt für Schritt Ihren Küchenbedarf abfragt, auseinandersetzen, um zu halbwegs realistischen Ergebnissen zu kommen.

Mehr zum Thema finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe von mein schönes zuhause°°°.
Schlagwörter: Küchenlösungen, Küchenplanung, Küchenplanung Ideen, Küchenplanung Tipps