Badplanung mit System: der Weg zum Wohlfühlbad

  • Badplanung Wohlfühlbad

    So kann das Bad ein Raum zum Wohlfühlen und Entspannen sein. (Foto: Keramik)

  • Badplanung Minibad

    Mit raffinierter Planung ist auch im Minibad Platz für Dusche und Wanne. (Entwurf: Badraumwunder/Clemens Krebs)

  • Badplanung Familienbad 1

    Familienbad mit geschlossenen Kabinen für Dusche und WC. (Entwurf: Nicola Stammer)

  • Badplanung Familienbad 2

    Familienbad mit offener T-Aufteilung. (Entwurf: Badraumwunder/Clemens Krebs)

  • Badplanung Wellnessbad

    Hier sorgt Zonierung vor allem für Aufenthaltsqualität. (Entwurf: Nicola Stammer)

  • Badplanung Gästebad 2

    Bodengleiche Duschen und Glasabtrennung sorgen für Weite. (Entwurf: Nicola Stammer)

  • Badplanung Gästebad 2

    Ecken und diagonale Installationen schaffen mehr Stauraum. (Entwurf: Badraumwunder/Clemens Krebs)

Badplanung leicht gemacht

Mit geschickter Badplanung wird aus Ihrem Badezimmer ein Wohlfühlbad. Das gelingt auch schon auf wenigen Quadratmetern, wenn Sie sorgfältig planen. Lassen Sie sich inspirieren!

Gute Bäder haben etwas mit Kleidung gemeinsam. Sie müssen nicht nur gefallen, sondern auch passen. Nur dann fühlen wir uns darin wohl. Doch während sich ein Kleidungsstück bei Bedarf einfach ändern oder ersetzen lässt, können wir ein nicht den Bedürfnissen entsprechendes Bad nur mit großem Aufwand umbauen oder neu gestalten. Schon gar nicht für kleines Geld.

Da sollte also nicht nur guter Rat nicht zu teuer sein. Besonders bei einem Neubau, bei dem man von vornherein alles richtig machen kann. Zumal ein Bad nicht nur Einem, sondern meist einer ganzen Familie „passen“ muss. Um beim Vergleich mit der Kleidung zu bleiben: Badplaner sind die Maßschneider fürs Bad. Und je kleiner der vorgesehene Raum, desto kniffliger ist die schließlich alle befriedigende Planung.

Noch ist das deutsche Durchschnittsbad nach Erhebungen der Vereinigung Deutscher Sanitärwirtschaft (VDS) zwar 9,1 Quadratmeter groß. 28 Prozent der Nasszellen liegen sogar noch weit unter diesem Durchschnitt. Und größer als 10 Quadratmeter sind immer noch die allerwenigsten Bäder hierzulande.

Aber ging es noch vor wenigen Jahren bei der Badplanung hauptsächlich darum, wie man auf möglichst wenigen Quadratmetern die nötigen Sanitärobjekte wie Waschtisch, Dusche und WC platzsparend unterbrachte, geht es heute immer mehr um individuelle Wünsche und die Schaffung eines Rückzugsraums, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringen soll.

Optik – Haptik -Akustik

Die Optik ist sicherlich Geschmackssache. Allzu modisch allerdings sollte die Ausstattung nicht ausfallen, da ein Wechselzyklus beim Bad deutlich länger dauert als in der Mode. Aber schon Haptik und Akustik bedürfen fachkundiger Beratung. Denn im Bad halten wir uns auch unbekleidet auf, und wenn es zum Beispiel hallt oder klinisch-kalt wirkt, wird es rasch ungemütlich. Das Ziel in jedem Fall: Hinter der Badtür wartet eine andere Welt.

Ambiente

Ihr Ambiente sollte möglichst komfortabel sein, um Abschalten und Regeneration zu fördern. Und das nicht nur in luxuriöser Weitläufigkeit, sondern möglichst schon auf 4 Quadratmetern. Erwarten sollten Sie vom Architekten oder Badplaner auf jeden Fall aussagekräftige Pläne (neben dem Grundriss Wandansichten und perspektivische Grafikdarstellungen), damit Sie sich vorstellen können, wie Ihr Traumbad aussehen wird.

Wie bei der Küche ist auch für die gelungene Badplanung die sorgfältige Erforschung der Nutzerbedürfnisse (Familienbad? Gästebad? Barrierefreies Bad? …) Voraussetzung. Wir haben – wie schon in der ersten Folge unserer Serie für die Küche – auch fürs Bad eine Checkliste entwickelt, die Ihnen dabei hilft.

Was soll Ihr Bad können?

Ideale Grundfläche fürs Bad ist das Quadrat. Bei länglichen Räumen sollten Dusche und Badewanne oder zumindest eine dunkle Wand am Kopfende platziert werden, um sich so zwar den räumlichen Gegebenheiten anzupassen, aber auch die Raumstruktur zu verbessern. Steht die Grundrissplanung bereits, sollte der Raum als Ganzes betrachtet und seine Vor- und Nachteile analysiert werden. Ecken, Nischen, Versprünge und Schächte wollen in die Planung einbezogen werden.

Dann geht es um die Rituale: Wer nutzt den Raum auf welche Weise? Und eher allein oder gemeinsam? Schon damit sind erste Entscheidungen fällig: Genügt ein Waschbecken? Oder sollte es doch eher ein Doppelwaschtisch sein? Verschwinden WC, Bidet und/oder Urinal in einem kleinen Extraraum oder hinter einem Vorsprung? Baden oder duschen Sie lieber?

Es kann bei zwei geplanten Bädern besonders mit kleinen Kindern übrigens sinnvoller sein, das Kinderbad mit einer Wanne auszustatten und das Elternbad mit einer Dusche. Die bietet als Regendusche kombiniert mit einem Sitzplatz ähnliche Entspannungsoptionen wie ein Wannenbad. Und soll ein Platz für Waschmaschine und Trockner vorgesehen werden? – Es ist ziemlich praktisch, die Wäsche dort zu pflegen, wo sie genutzt und aufbewahrt wird.

Bei der Badplanung auch Stauraum und Funktionszonen beachten

Was muss im Bad untergebracht werden? Ein kleiner Vorrat an Handtüchern sollte schon Platz finden. In offenen Regalen machen sie sich in abgestimmten Farben und passenden Formaten besser als bunt durcheinander gewürfelt. Rasier- und Schminkutensilien sollten eher in Schubladen, hinter Türen oder im Rollcontainer verschwinden, schöne Flacons können Wandnischen oder Borde dekorieren.

Dann rückt die Raumaufteilung in den Blick. Wurde früher im Bad einfach fast alles ringsum spritzwasserfest gefliest, gibt es heute verschiedene Zonen für die Funktionen Pflege (Waschplatz), Hygiene (WC, Bidet, Urinal) und Entspannung (Wanne, Dusche). Dusche und Wanne bilden den Nassbereich. Vor der Dusche und rings ums Waschbecken befindet sich der Spritzwasserbereich; der Trockenbereich, der kaum je mit Wasser in Berührung kommt, dient als Ruhezone. Optimal ist, bei der Planung vom Waschplatz und dem WC auszugehen. Dort verbringen wir statistisch die meiste Zeit im Bad.

Vorwandinstallationen gestatten es, sich von der Aneinanderreihung der Sanitärobjekte an der Wand zu lösen und diese auch im Raum zu platzieren. Das ermöglicht die praktische und atmosphärische Zonierung von Reinigung, Hygiene, Pflege und Entspannung. Andere Installationsnotwendigkeiten können beispielsweise in einem Podest verschwinden, was allerdings für bewegungseingeschränkte Badnutzer nachteilig sein kann.

Waschbecken können aus Keramik, Stein, Beton, Metall, Glas oder Mineralwerkstoff sein. Sie können hängend oder stehend installiert werden. Sonderformen sind Einbau-, Unterbau- oder Aufsetzbecken. Es gibt Einzel- und Doppelwaschbecken und -tische.

Der Waschplatz

Der Waschplatz – sei es als Doppel- oder Einzelwaschtisch – muss über einen perfekt ausgeleuchteten Spiegel verfügen, der allerdings nicht unbedingt genau über dem Becken angebracht sein muss. Ein Vergrößerungsspiegel leistet sowohl beim Schminken als auch beim Rasieren gute Dienste. Alle benötigten Utensilien sollten griffbereit sein. Gerade in kleineren Bädern perfekt: ein großer Spiegel, der wie ein Durchgang wirkt, zur optischen Vergrößerung des Raums.

Bei der Toilette setzen immer mehr Menschen auf Hygiene mit Wasser, sei es mit Bidet oder Dusch-WC. Sollen sie unter einer Schräge stehen, darf man sich beim Aufstehen nicht den Kopf stoßen. Auch aus einer Wanne sollte man übrigens immer aufrecht stehend aussteigen können.

Die Toilette

WCs gibt es wandhängend oder als Standmodell. Erstere halten den Boden frei, was das Putzen erleichtert und den Raumeindruck weitet. Flachspüler gestatten Stuhl-Sichtkontrollen, Tiefspüler sichern die geruchsbindende Entsorgung. Tipp: Ein WC im Haus sollte ein Flachspül-Klosett sei, falls Stuhlsichtkontrollen aus medizinischen Gründen erforderlich werden.

Dient die Wanne heute weniger der Körper- als der inneren Reinigung, kommt auch eine moderne Regendusche dem Bedürfnis der Entspannung optimal entgegen, besonders, wenn sie mit einer Sitzgelegenheit kombiniert wird. Die bodengleiche Nische oder Kabine hat sich als Einbaustandard durchgesetzt, sei es gefliest, sei es mit einer entsprechend flachen Brausetasse.

Die Dusche

Der tellergroße Kopf einer Regendusche lässt das Wasser so sanft über den Körper fließen, dass kaum ein Spritzschutz benötigt wird. Falls die Frisur mal nicht nass werden soll, empfiehlt sich als Ergänzung eine höhenverstellbare Handbrause. Die lässt sich dann häufig auch noch in verschiedene Massagestrahl-Arten einstellen.

Die Aufgabe des Spritzschutzes übernimmt formvollendet und ohne den Raum einzuengen Einscheiben- Sicherheitsglas, das bei einem eventuellen Bruch nicht splittert, sondern stumpfkantig zerbröselt. Wer über mehr Raum verfügt oder sich den Pflegeaufwand sparen möchte: eine geflieste Trennwand tut es natürlich auch.

Die Armaturen

Auch bei den Armaturen geht es heute nicht mehr nur um heiß/kalt und auf/zu. Stilistisch sind sie ein entscheidendes Detail der Badplanung. Ihre Formensprache kann die Raumgestaltung unterstreichen oder einen Kontrast setzen.

Auch ihre Technik ist heute komplexer: Durchflussbegrenzer können den Wasserverbrauch reduzieren, Perlatoren den Strahl mit Luftbläschen aufmischen, sodass seine Fülle erhalten bleibt. Diese Technik wird übrigens auch bei Duschen eingesetzt, um ein weiches, üppiges Duschgefühl auch mit weniger Wasser hervorzurufen. Themostat-Armaturen liefern genau die voreingestellte Wassertemperatur. Elektronische Arm a- tur steuerungen ermöglichen das sogar per Fingertipp. Und die heute auf breiter Front üblichen Einhebel mischer vermeiden Wasserverluste bei der Temperatur einstellung.

Die Beleuchtung

Die richtige Beleuchtung ist im Bad – egal, ob mit oder ohne Fenster – essenziell: Licht an oder aus war definitiv gestern. Morgens brauchen wir anderes Licht als abends: zum erfrischenden Duschen weißeres als zum entspannenden abendlichen Bad. Spezielles Bodenlicht erleichtert nach nächtlichem Toilettengang das Weiterschlafen. Und farbiges Licht erfüllt im Wellnessbad sogar therapeutische Zwecke.

Im Bad gelten prinzipiell die gleichen Beleuchtungsgrundregeln wie in anderen Räumen: Die Allgemeinbeleuchtung – meist das Decken- oder indirektes Licht – sorgt für die Grundhelligkeit. Die sollte in einem Bad mit hellen Wänden, Decke und Boden mindestens 300 Lux betragen. Bei dunklem Ambiente reicht das jedoch bei weitem nicht aus. Hinzu kommt die Spiegelbeleuchtung als Platz- oder Funktionslicht. Sie sollte das Gesicht schattenfrei und mit sehr guter bis optimaler Farbwiedergabequalität ausleuchten und darf nicht blenden. Funktionslicht benötigen Sie natürlich auch an anderen Stellen im Raum, wo Sie lesen oder sich pflegen. Für Atmosphäre schließlich sorgt die Stimmungs- oder Akzentbeleuchtung, die beispielsweise Regale oder Nischen samt Inhalt in Szene setzt.

Achten Sie bei der Auswahl der Lampen auf deren übereinstimmende Lichtfarbe für einen harmonischen Beleuchtungseindruck.Und nicht jede Leuchte ist wegen des Umgangs mit Wasser für jede Stelle im Bad zugelassen. Entsprechende Abstände und Leuchtenschutzklassen sind bei der Planung zu beachten. In jedem Fall sollten Sie mehrere Schaltkreise und Dimmer einplanen lassen, um die Beleuchtung Ihren Bedürfnissen und Stimmungen anpassen zu können.

Die Fliesen

Fliesen meint heute in der Regel Feinsteinzeug. Sein Vorteil: Es kann perfekt Naturmaterialien wie Stein und Holz imitieren. Und zwar inklusive der entsprechenden Oberflächenstrukturen wie Maserung oder Unebenheiten. Damit ist ein „Holz“-Boden selbst in der bodenebenen Dusche kein Problem. Feinsteinzeug kann in wahren Riesenformaten bis zu 2 Metern Länge produziert werden, lässt sich mit schmalen Fugen verlegen und ist erheblich unempfindlicher und pflegeleichter als Naturstein zum Beispiel.

Alternative Spezialität: Glasfliesen. Sie werden meist kleinformatig oder gar als Mosaik verlegt und eignen sich damit auch für gewölbte Flächen und figürliche Darstellungen wie Muster oder Bilder. Es gibt sie in den leuchtendsten Farben und sie sorgen für räumliche Tiefe.

Der Bodenbelag

Auch echtes Holz lässt sich entsprechend oberflächenbehandelt und fachgerecht verlegt im Bad einsetzen. Es ist fußwarm und unterstreicht auch optisch die Wohnlichkeit des Raums. Stehendem Wasser allerdings darf es nicht ausgesetzt werden. Für die Verlegung im Bad geeignet sind nachhaltig angebautes Tropenholz, Eiche, Ahorn, Douglasie, Nussbaum, Lärche und hitzebehandeltes Thermoholz.

Besonders fürs Bad geeignete steinerne Boden- und Wandbeläge sind Grauwacke, Kalkstein, Granit, Sandstein, Schiefer, Marmor und Travertin. Auch sie machen ein Bad wohnlich, sind allerdings teurer und pflegeaufwendiger als Keramik- oder Fein steinzeugfliesen.

Schmuck für die Wand

Als Tapete empfehlen sich wegen möglicherweise hoher Luftfeuchte Glasfaser- oder Vinyl produkte. Für den Spritzwasserbereich sollten sie als hochwasch- oder scheuer beständig klassifiziert sein. Im Nassbereich sollten allerdings auch sie nicht eingesetzt werden.

 

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