Moderne Dunstabzugshauben: funktional & wohnlich

  • Moderne Dunstanzugshaube von Franke

    Diese modern interpretierte Kamin-Esse ist in sieben Farben zu haben. (Foto: AMK/Franke)

  • Moderne Dunstanzugshaube von Berbel

    Diese Kopffreihaube ist je nach Bedarf vom Abluft- auf den Umluftbetrieb umschaltbar. (Foto: Berbel)

  • Moderne Dunstanzugshaube von Franke

    Kopffreihauben sind besonders für große Nutzer geeignet. Diese mit edlem Glasschirm arbeitet besonders leise. (Foto: Franke)

  • Moderne Dunstanzugshaube von Berbel

    Diese Einbauhaube mit ausklappbarer Fettwanne wird bei Bedarf herausgezogen. (Foto: Berbel)

  • Moderne Dunstanzugshaube von Bora

    Wegen der geringen Hitzeentwicklung eignen sich besonders Induktionskochfelder für den Dunstabzug nach unten. (Foto: Bora)

Die neue Lust auf Küche

Moderne Dunstabzugshauben saugen die fettigen Wrasen zuverlässig und leise dort ab, wo sie entstehen.

Kochdünste, auch Wrasen genannt, sind ein buntes Gemisch aus Fett- und Wassermolekülen, Geruchspartikeln und anderen Schwebeteilchen. Mit etwa einem Meter pro Sekunde treibt die Hitze des Herdes sie beim Kochen in die Höhe. Ein offenes Küchenfenster nutzt zwecks Entsorgung wenig, denn die gehaltvolle Melange schlägt sich ohne effiziente Absaugung als Kondensat nicht nur auf Oberschränken und im weiteren Radius um den Herd nieder, sondern verteilt sich schließlich in der ganzen Küche.

Besonders unangenehm: Die im Dampf enthaltenen Fettpartikelchen bleiben auf den Oberflächen haften. Werden sie nicht entfernt, dann überzieht ein klebriger Film, der sich zudem mit anderen Geruchs- und Schwebstoffen verbindet, Möbel und Hausgeräte.

So planen Sie richtig

Die Lüftungsplanung gehört zur Küchenplanung. Grundlage der Lüftungsplanung wiederum ist die Berechnung der benötigten Luftfördermenge durch den Abzug in Kubikmeter pro Stunde (m³/h). Sie richtet sich nach dem Rauminhalt der Küche.

Bei einer geschlossenen Küche zieht man 20 Prozent für die Möbel ab. Bei einer offenen Küche hingegen wird der Rauminhalt des Küchenbereichs ohne Abzüge zugrunde gelegt. Diese Luftmenge sollten moderne Dunstabzugshauben bis zu acht mal pro Stunde ins Freie befördern können. Und zwar auch in einer niedrigen Leistungsstufe, um für intensivere Kochvorgänge wie zum Beispiel das Anbraten eine Reserve zu haben.

Eine weiteres technisches Vorab-Auswahlkriterium ist die Breite des Kochfelds. Der Abzug über dem Kochfeld sollte übrigens stets breiter sein, besonders auf Kochinseln. Dort treten nämlich prinzipiell mehr Querströmungen auf. Eine Haube mit einer Randabsaugung, die die Strömungsgeschwindigkeit erhöht und so die Wrasen besser einfängt, kann diese physikalisch begründete Maßgabe allerdings umgehen.

Auch das Kochfeld ist entscheidend

Auch das Kochfeld selbst ist entscheidend: Eins mit Gasbrennern oder einem Grill schließt bei der Auswahl wegen seiner stärkeren Hitzeentwicklung von vornherein bestimmte Modelle und Technikfeatures aus. Die elektromagnetische Strahlung eines Induktionsfeldes dagegen erwärmt nur den Topf samt Inhalt. Durch dessen geringere Hitzeentwicklung ist es zum Beispiel auch für eine Dunstabsaugung nach unten geeignet. Entscheiden sollten Sie sich aber in jedem Fall für ein Gebläse mit bürstenlosem Motor und Invertertechnik. Es arbeitet nicht nur besonders leise, sondern bringt sehr energieeffizient auch eine hohe Leistung. Bedingt durch seine Konstruktion ist es zudem sehr robust.

Bauformen

Die Auswahl an Bauformen ist enorm. Klassische Dunstabzugshauben sind beispielsweise die Pyramiden- oder Kamin-Essen, die geradezu Küche symbolisieren. Am weitesten verbreitet sind Unterbauhauben, die etwas vorstehend unter einem verkürzten Oberschrank montiert werden. Unsichtbar dagegen sind die Einbauhauben, zum Teil auch mit Flachschirm zum Ausziehen. Sie verschwinden nämlich in der Oberschrankreihe vollständig hinter Möbelfronten.

Für großgewachsene Köche und Köchinnen gibt es Kopffreihauben oder Deckenlüfter. Letztere haben zudem den Vorteil, unauffällig dicht unter der Decke ihren Dienst zu versehen. Lifthauben lassen sich von dort auf die benötigte Höhe absenken. Auch Kochfeldabzüge beeinträchtigen nicht den Raum, da sie ins Kochfeld integriert sind oder zwischen beziehungsweise neben Kochfeldmodulen eingebaut werden und die Wrasen nach unten absaugen. Tischabzüge dagegen werden aus den Unterschrank hochgefahren. Auch sie saugen nach unten ab.

Um- oder Abluftbetrieb?

Im Abluftmodus werden die Wrasen nur vom Fett befreit und ansonsten über ein Kanalsystem ins Freie befördert. Im Umluftbetrieb folgt hinter dem Fett- ein Aktivkohlefilter zur Geruchsneutralisierung. Danach wird die Luft wieder in den Raum geblasen.

Prädestiniert für den hochgedämmten luftdichten Neubau ist eigentlich der Umluftbetrieb, da er im Winter nicht kubikmeterweise geheizte Luft aus dem Haus bläst. Wenn allerdings in der modernen Küche täglich ausgiebig und frisch gekocht wird, kann diese Technik an ihre Grenzen stoßen. Bei gelegentlichem oder weniger aufwendigem Kochen erfüllt sie allerdings ihren Zweck.

Lüftungsexperten und auch die Stiftung Warentest raten zur Abluftlösung. „Wer kann, sollte seine Dunstabzugshaube mit Abluft betreiben. Umluft ist nicht nur lauter, es bleiben auch mehr Fett, Gerüche und Feuchtigkeit in der Küche“, so das eindeutige Fazit der Tester. Für ein Effizienzhaus heißt das: Der Abluftkanal muss mit einem speziell gedämmten Abluftmauerkasten ausgestattet werden. Perfekte Lösung: ein Abzugssystem, das sich je nach Bedarf bei besonders intensiven Garvorgängen von Umluft auf Abluft
umschalten lässt.

Dunstabzug und hauseigene Lüftung nicht kombinierbar

Mit der hauseigenen Lüftung ist der Dunstabzug in der Küche übrigens nicht kombinierbar. Es handelt sich um zwei unabhängig voneinander arbeitende  Systeme. Insofern muss Dunstabzugsabluft mit Extra-Zuluft ausgeglichen werden. Das geschieht zum Beispiel durch Fensterlüftung. Besser ist ein Zuluftmauerkasten. Die Steuerung des Dunstabzugs öffnet und schließt den Ab- und Zuluftmauerkasten zentral. Es gibt kombinierte Zu- und Abluftkästen, sogar mit Heizspirale oder Wärmetauscher zur Übertragung der Abluftwärme an die einströmende Zuluft.

Ganz gleich in welchem Modus: Es empfiehlt sich, den Dunstabzug einige Minuten vor dem Kochen einzuschalten. So kann sich ein Luftstrom aufbauen, der auch schon die ersten entstehenden Schwaden einfängt und in den Abzug saugt. Besonders praktisch und effizient sind  Dunstabzugshauben, deren Steuerung über das Kochfeld erfolgt oder die über Sensoren ihre Gebläseleistung dem Bedarf anpassen. So verbrauchen sie nicht mehr Energie als nötig. Außerdem müssen sich Koch oder Köchin nicht darum kümmern.

Bei einigen Modellen schaltet sich zudem das Gebläse selbst ab, wenn die Sensoren keine Kochdünste mehr wahrnehmen.

Umluftbetrieb: Vorteile

  • geringer Installationsaufwand
  • dadurch geringere Kosten
  • keine Wärmeverluste bei Kälte

Umluftbetrieb: Nachteile

  • lautere Betriebsgeräusche
  • 25 bis 70 Prozent geringere Förderleistung durch Aktivkohlefilter
  • Kosten für Aktivkohlefilter
  • Wasserdampf bleibt im Raum
  • weniger gründliche Geruchsbeseitigung

Lassen Sie die Umlufthaube nach dem Kochen noch eine Viertelstunde auf kleinster Stufe nachlaufen, damit der Aktivkohlefilter wieder trocknet. Setzen Sie keine Umlufthaube über Grill- oder Wokkochfeldern oder über einer Friteuseein. Berücksichtigen Sie über  Gaskochmulden den vorgeschriebenen Abstand zum Kochfeld und die maximal zulässige Leistung von 11 Kilowatt.

Abluftbetrieb: Vorteile

  • geringere Betriebsgeräusche
  • führt den Wasserdampf nach draußen ab
  • höhere Förderleistung ohne Aktivkohlefilter
  • effektivere Geruchsbeseitigung

Abluftbetrieb: Nachteile

  • Wärmeverluste bei Kälte
  • höherer Installationsaufwand durch Abluftbeförderung nach draußen
  • im Effizienzhausneubau besonders gedämmter Mauerkasten erforderlich
  • bei raumluftabhängigem Kaminofen geregelte Zuluft erforderlich (Abnahme durch
    amtlichen Schornsteinfeger!)

Der Abluftkanal nach draußen sollte kurz sein, möglichst wenige Biegungen aufweisen, glattwandig sein und möglichst ohne Querschnittsänderungen oder sonstige Strömungsbehinderungen auskommen, um die Strömungsgeschwindigkeit nicht zu verlangsamen und Verwirbelungen zu vermeiden.

Der Geräteaufbau

Der Geräteaufbau ist bei Umluft- wie Abluftsystemen in etwa gleich. Filter reinigen die Luft von Fett und in Umlufthauben auch von Geruchspartikeln. Die Fettfilter bestehen meist aus Aluminium und/oder Edelstahl. In billigeren Geräten kommen auch Vlies-Einwegfilter zum Einsatz, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen.

Das mehrlagige Metallgewebe der Fettfilter wird vorzugsweise im Geschirrspüler gereinigt. Der Abscheidegrad sollte bei mindestens 85 Prozent liegen, gute Hauben allerdings schaffen auch 95 Prozent. Manche Hauben arbeiten auch mit einem professionellen Fettabscheidesystem ohne Filter.

Aktivkohlefilter widmen sich der Geruchsbeseitigung. Je geringer übrigens die Strömungsgeschwindigkeit, desto besser die Geruchspartikelaufnahme des Aktivkohlegranulats. Es gibt zwei Arten von Aktivkohlefiltern: Einwegfilter werden bei Sättigung entsorgt. Mehrwegfilter lassen sich neu befüllen oder im Geschirrspüler reinigen und anschließend im Backofen bei 100 Grad regenerieren.

Dann folgt das Gebläse. Es ist entweder im Haubengehäuse selbst verbaut oder an der Küchenaußenwand oder unterm Dach installiert. Externe Gebläse können größere Luftmengen bei – das liegt in der Natur der Sache – geringerer Geräuschentwicklung in der Küche fördern. Sie eignen sich daher besonders für Kochsituationen, in denen große Luftaustauschmengen benötigt werden, wie zum Beispiel dem Kochen auf starken Gasbrennern.

Moderne Dunstabzugshauben: bei der Auswahl zu beachten

Achten Sie bei der Auswahl des Geräts auf die Luftfördermengen-Wertangabe: „freiblasend“ meint die (rein theoretische) Luftfördermenge ohne Ableitung durch ein übliches Kanalsystem, das die Fördermenge einschränkt. Nur Messungen nach DIN berücksichtigen diese Einschränkung und geben realistische Auskunft über die Förderleistung eines Dunstabzugs.