Kindersicheres Zuhause – darauf kommt es an

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Vorsicht, heiß! Wenn Kinder die Welt entdecken, kann es gefährlich werden. Was verbirgt sich in der Schublade? Wofür sind die Knöpfe? Wie schmeckt der Spüllappen? Was passiert, wenn ich hier ziehe? Kinder erkunden die Welt mit allen Sinnen. Was gestern noch zu hoch oder zu abwegig war, ist plötzlich begehrtes Forschungsobjekt. Rund 60 Prozent aller Unfälle von Kindern passieren laut „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.“ zu Hause. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Unfälle sind vermeidbar. Eltern können ein kindersicheres Zuhause schon mit wenig Aufwand planen und umsetzen. Denn: Vorbeugen ist besser als heilen. 

Besonders heißes Pflaster: die Küche 

Es zischt, sprudelt und blubbert – die Küche zieht Kinder magisch an. Hier passieren die meisten Haushaltsunfälle. Das liegt zum einen an den vielen Gefahrenquellen, wie scharfen Messern, heißen Herdplatten und giftigen Putzmitteln, aber auch daran, dass Familien hier viel Zeit verbringen. 

Möchten Sie Ihre Küche kindersicher machen, denken Sie vor allem daran, dass elektrische Küchengeräte außer Reichweite stehen und ihre Kabel nicht herunterhängen. Viele Modelle haben mittlerweile eine Kindersicherung integriert. Moderne Backöfen sind zum Glück handzahm: Ihre Oberfläche wird nicht wärmer als 40 Grad Celsius. Spezielle Herdschutzgitter verhindern, dass Kinderhände auf heiße Herdplatten fassen oder Töpfe herunterziehen. Die neueste Generation der Kochfelder punktet mit magnetischen Bedienknöpfen. Der Vorteil: Das Kochfeld lässt sich leicht reinigen, und man muss sich keine Sorgen machen, dass neugierige Finger es zum Glühen bringen. 

Küchenschränke und Schubladen sind für Kinder eine begehrte Fundgrube. Es empfiehlt sich, schon beim Kauf auf verschließbare Unterschränke zu achten. Kindersichere Küche heißt auch, dass Putzmittel sicher verstaut werden. Bietet der Küchenhersteller diese Möglichkeit nicht, lassen sich Schränke und Schubladen auch nachträglich mit Sicherheitsriegeln versehen. Die Auswahl ist groß: Sie können geklebt, gesteckt, verschraubt oder mit Magneten befestigt und später rückstandslos entfernt werden. Damit kleine Entdecker trotzdem auf ihre Kosten kommen, kann ein Fach mit ungefährlichen Plastikgegenständen zugänglich bleiben. Ein eigener Spielbereich wie eine Kinderküche bietet sich ebenfalls an. 

Gefahrlos in die Badewanne 

Das Badezimmer – Schauplatz für wilde Wasserschlachten und Gummienten-Wettrennen. Für einen sicheren Stand in Badewannen und Duschen sorgen rutschfeste Materialien wie Acryl-Beschichtungen. Damit der Badespaß ungetrübt bleibt, können schon bei der Bemusterung Armaturen mit eingebautem Thermostat und Heißwassersperre gewählt werden. Sie sorgen dafür, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Bei Kindern verursacht bereits eine Wassertemperatur von 52 Grad Celsius schwere Hautschädigungen. Das neue Croma E-Sortiment von Hansgrohe hat dafür eigens einen eingebauten SafetyStop am Griff des Thermostats. Mittlerweile gibt es auch smarte Armaturen mit digitalen Displays, an denen die Temperatur eingestellt werden kann. 

Kinder in der Badewanne fassen an eine Armatur.
Die CoolContact-Technologie von Hansgrohe stellt sicher, dass die Armatur kühl bleibt und Kinderhände sich nicht daran verbrennen. (Foto: Hansgrohe)

Auch sonst gilt im Badezimmer, genau wie in der Küche: Gefährliche Gegenstände gehören unter Verschluss. Medikamente, Rasierer, Scheren, Putzmittel und Kosmetika sollten außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden – entweder ganz oben oder in gesicherten Schränken. Elektrische Geräte wie Fön oder Haarschneider nach Gebrauch immer gleich verstauen. 

Kabelsalat und Sturzgefahr 

Viele häusliche Unfälle gehen auf das Konto von Stürzen. Da wird die Teppichkante zur Stolperfalle für den Vierjährigen, oder die Sechsjährige kippt mit dem Bücherregal um. Im eigenen Reich sollten Kinder nach Herzenslust toben und spielen können. Wenn Sie Ihre Möbel kindersicher machen, achten Sie darauf, dass sie einen sicheren Stand haben. Regale, Schränke und das Hochbett sollten fest an die Wand geschraubt werden, Fenster mit einer Kindersicherung ausgestattet sein, damit sie nur gekippt werden können. Wer möchte, kann scharfe Ecken und Kanten mit einem speziellen Kantenschutz entschärfen. Rutschige Teppiche und Läufer bleiben mit einem Gleitschutz fest am Boden. 

Kind zieht an einem Flachbildfernseher.
Hoppla! Eine Kippsicherung schützt Kind und TV-Gerät gleichermaßen. (Foto: reer)

Gleiches gilt für das Wohnzimmer. Hier sollte zudem die Technik gesichert werden. Flachbildfernseher oder Lautsprecherboxen können schnell umkippen. Ein übermütiges Ziehen oder Hängemanöver genügt. Kind und Gerät gleichermaßen schützt beispielsweise eine TV-Kippsicherung wie die von reer. Auch Steckdosen mit ihren merkwürdigen Löchern wecken beim Nachwuchs den Forscherdrang. Ideal sind Modelle mit integrierter Kindersicherung. Kunststoffeinlagen, die einfach in die Steckdose gedrückt werden, sind günstiger, jedoch nicht ganz so komfortabel. 

Kein kindersicheres Zuhause ohne den FI-Schalter: Er leistet wichtige Dienste gegen Stromunfälle und unterbricht blitzschnell den Stromkreis, wenn Kinder unbemerkt an Geräten oder Steckdosen spielen. Damit kann er Leben retten. In Neubauten ist dieser Schalter seit 2009 Pflicht, in älteren Gebäuden kann er nachgerüstet werden. Herumliegende Kabel sind Stolperfallen und sollten möglichst an der Fußbodenleiste entlanggeführt werden. 

Kabelbox
In einer Kabelbox ist die Steckdosenleiste mitsamt Steckern, Kabeln und Adaptern versteckt. (Foto: reer)

Absturzsicher: Fenster, Türen, Treppen 

An Fenstern und Balkonen droht Lebensgefahr. Bauherren können sich von vornherein für abschließbare Griffe entscheiden, müssen die Schlüssel dann aber sicher aufbewahren. Hochwertige Sicherungen zum Kleben oder Schrauben gibt es schon zum kleinen Preis. Praktische Stecksysteme wie das WinLock von reer werden mit einfachen Handgriffen zwischen Griff und Rahmen des Fensters oder der Balkontür gesteckt und können bei Bedarf rückstandslos entfernt werden. 

Auf der Checkliste für ein kindersicheres Zuhause sollten auch immer die Treppen sein: Sie bergen große Gefahren für Kinder. Eine geschlossene Variante ist der offenen vorzuziehen, damit der Kopf von kleinen Klettermaxen nicht zwischen die Stufen gelangt. Es gilt: Solange die Kleinen sie noch nicht selbstständig bezwingen können, sollten Sie die Treppe kindersicher machen und am oberen und unteren Ende Gitter anbringen. Die meisten Modelle werden mit Dübeln und Schrauben an der Wand befestigt. Es gibt aber auch Klemm-Modelle, die ganz ohne Bohren und Schrauben auskommen. Tipp: Ein Gitter zum Schrauben eignet sich am oberen Ende der Treppe besser, da Klemmgitter einen Rahmen am Boden haben, der leicht zur Stolperfalle werden kann. 

7 smarte Schutzengel für ein kindersicheres Zuhause

Ein kindersicheres Zuhause, das obendrein auch noch smart ist, macht das Familienleben noch komfortabler. Mit diesen sieben Gadgets wissen die Eltern, wann das Schulkind nach Hause kommt, dass mal wieder gelüftet werden sollte oder das Kleinste gerade einen Albtraum hat 

Babyphone 2.0 

Mit smarten Nannys wie dem iBaby Care M7 haben Eltern die Kleinen jederzeit im Blick. Die Kamera lässt sich per App um 360 Grad schwenken und 110 Grad neigen. Sensoren überwachen Temperatur und Luftqualität und übertragen die Daten in Echtzeit aufs Handy. Via App kann der Papa vom Büro aus ein Schlaflied singen. Anschließend schlummert das Baby unter dem Sternenhimmel-Nachtlicht ein. Von: iBaby Labs

Klima-Coach 

Gerade jetzt, wo häufig alle Familienmitglieder zuhause sind, kann die Luft schnell mal dünner werden. Der Netatmo Healthy Home Coach überwacht das Raumklima. Er misst nicht nur Temperatur und Luftfeuchte, sondern auch Luftqualität und Lärmpegel. Wenn die Werte in ungesunde Dimensionen klettern, sendet er eine Meldung ans Smart- phone und schlägt vor, was zu tun ist. Von: Netatmo

Healthy Home Coach von Netatmo
Der Healthy Home Coach überwacht das Raumklima umfassend. (Foto: Netatmo)

Sesam öffne dich 

Der vergessene Haustürschlüssel ist kein Drama mehr. Sogenannte Smart Locks lassen sich per App, Fingerabdruck oder Code öffnen. Ergänzend dazu können Eltern mit digitalen Videoklingeln wie der Video Doorbell von Arlo nachvollziehen, wann welches Kind nach Hause gekommen ist. Sind die Kinder allein im Haus, können sie über die Videofunktion auf dem Tablet oder Handy erkennen, wer gerade vor der Tür steht. Von: Arlo

Smarter Türöffner
Ein smarter Türöffner gewährt auf Fingerdruck Einlass. (Foto: Arlo)

Alles im Blick 

Die 360-Grad-Kamera von Bosch sieht alles, auch bei Nacht. So hat man die Kinder immer im Blick, wenn sie ein paar Stunden allein zu Hause sind. Im Einbruch- oder Brandfall überträgt sie Livebilder und ermöglichen es damit, schnell zu handeln. Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher können Eltern via App jederzeit Kontakt zu ihren Sprösslingen aufnehmen und z. B. aus dem Büro ein kurzes „Im Kühlschrank sind noch Nudeln“ durchgeben. Von: Bosch

360-Grad-Kamera von Bosch
Mit der 360-Grad-Kamera von Bosch haben Sie die Kinder immer im Blick. (Foto: Bosch)

Vorsicht, Naschkatze! 

Wer hat die Schokolade stibitzt? Am Süßigkeitenschrank bedient sich so manche Naschkatze auch mal heimlich. Besonders ärgerlich ist das, wenn es gleich Abendessen gibt. Die Kindersicherung von Magenta SmartHome schickt eine Nachricht auf das Smart- phone, sobald die Tür geöffnet wurde. Von: Telekom

Brenzlige Situationen vermeiden 

Ein kindersicheres Zuhause beinhaltet immer auch Rauchmelder. Sie erkennen nicht nur Rauch, sondern auch eine Veränderung der Luftzusammensetzung, etwa durch zu viel Kohlenmonoxid. Sind die Melder über Funk oder WLAN miteinander verbunden, schlagen alle gleichzeitig Alarm, sobald in einem Raum Gefahr droht. Ist die Familie gerade nicht zu Hause, wird sie über SMS oder einen Anruf informiert und kann schnell reagieren. 

Keine Angst im Dunkeln 

Schlecht geträumt, die Blase drückt, das Kopfkissen verschwunden – jedes Kind wacht nachts hin und wieder auf. Mit Beleuchtungssystemen wie dem Philips Hue muss der Nachwuchs sich im Dunkeln nicht fürchten. Bewegungs- oder Präsenzmelder an Treppen oder Türschwellen leuchten ihm den Weg zum Elternschlafzimmer oder zur Toilette. Und auch den Eltern dürfte damit ein schmerzhafter Tritt erspart bleiben. Von: Philips

Kind schläft.
Mit einem smarten Beleuchtungssystem muss kein Kind Angst im Dunkeln haben. (Foto: Philips)