Sonnenschutz und Kühlung: So bleibt das Haus im Sommer kühl

Sonnenschutz und Kühlung halten Häuser auch im Sommer angenehm temperiert. Rollläden, Jalousien, Markisen oder Rollos bremsen Hitze schon vor dem Fenster, und wenn das nicht reicht, sorgt die Wärmepumpe für eine sanfte Kühlung.

Sonnenschutz und Kühlung im Haus: Welche Beschattung gegen Hitze am besten wirkt

Die Sonne scheint heute in Deutschland rund 120 Stunden länger im Jahr als noch vor zwei oder drei Jahrzehnten. Im Winter ist dieses Plus willkommen, denn über große Fensterflächen auf der Südseite gelangt viel zusätzliches Licht und kostenlose Wärme ins Haus. Im Sommer wird genau das jedoch schnell zum Problem. Dringen die Sonnenstrahlen ungebremst durch die Fensterscheiben, fühlt sich das Wohnzimmer rasch wie ein Treibhaus an. Das erste Mittel gegen Überhitzung ist deshalb Sonnenschutz in Form von Beschattung vor den Fenstern. Oft reicht das bereits aus, um Wohnräume angenehm temperiert zu halten. Falls zusätzliche Kühlung nötig wird, müssen Klimageräte dennoch nicht im Dauerbetrieb laufen.

Außenjalousien am Haus von Somfy als Sonnenschutz für große Fensterflächen
Außenjalousien helfen, Energie für die Raumkühlung zu sparen und sind bei großen Fensterflächen im Neubau vorgeschrieben. (Foto: Somfy)

Welche Lösung die beste ist, hängt unter anderem davon ab, welche Räume beschattet werden sollen, wie groß die Fensterflächen sind und ob der Sonnenschutz zusätzlich der Sicherheit dienen soll. Rollläden aus Aluminium oder Kunststoff können bis zu 90 Prozent der Sonnenstrahlung abhalten. Heruntergelassen bilden ihre miteinander verbundenen Profile einen geschlossenen Panzer, der Räume komplett verdunkeln kann, vor Einblick und Lärm schützt und zudem für Einbrecher schwer zu knacken ist. Auch die Optik spielt eine Rolle, denn Rollläden, Jalousien, Markisen oder Rollos prägen immer auch das Bild der Fassade.

Rollladen im Schlafzimmer von Heroal zur vollständigen Verdunkelung
Rollläden mit geschlossenem Panzer verdunkeln Räume zuverlässig und eignen sich besonders für Schlafzimmer. (Foto: Heroal)

Außenjalousien, Raffstores und Screens: Lichteinfall gezielt regulieren

Die erste und wichtigste Frage lautet: Soll der Sonnenschutz an der Außen- oder Innenseite der Fenster angebracht werden? Am wirkungsvollsten ist die Beschattung von außen. Deshalb wird sie vor allem für große Glasfronten und Fenster empfohlen, die stark der Sonne ausgesetzt sind. Kurzwellige Sonnenstrahlung kann das Glas durchdringen, scheitert aber an der Barriere aus Metall, Kunststoff oder Textil vor dem Fenster.

Rollläden sind für Schlaf- und Erdgeschossräume gut geeignet. In kalten Winternächten verhindern sie, dass Heizwärme über die Fenster nach außen entweicht. Mit klassischen Rollläden lässt sich der Lichteinfall allerdings nur darüber beeinflussen, wie weit man sie herunterfährt. Mehr Spielraum bieten sogenannte jalousierbare Rollläden, bei denen die einzelnen Lamellen kippbar sind.

Rollladen am Dachfenster von Velux als Hitzeschutz für das Dachgeschoss
Im Dachgeschoss schützen Rollläden oder verdunkelnde Rollos besonders wirksam vor Hitzestau. (Foto: Velux)
Textilscreen von Roma als außenliegender Sonnenschutz mit Durchsicht nach außen
Textilscreens halten Hitzestrahlen wirksam ab, lassen Tageslicht hinein und ermöglichen zugleich den Ausblick nach draußen. (Foto: Roma)

Noch präziser regulieren Außenjalousien oder Raffstores den Lichteinfall. Ihre Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff sind flexibel beweglich. So lässt sich für jede Wohnsituation, etwa beim Fernsehen oder am Schreibtisch, die passende Dosis Tageslicht einstellen. Raffstores sind die größere und stabilere Variante von Jalousien und besonders für große Fensterflächen geeignet. Beide Varianten können bis zu 80 Prozent der Sonnenstrahlung abhalten.

Klemmbares Textilscreen von Heroal zur einfachen Außenbeschattung im Fensterrahmen
Das klemmbare Textilscreen von Heroal lässt sich ohne Spezialwerkzeug direkt im Fensterrahmen befestigen. (Foto: Heroal)

Fenstermarkisen, Außenrollos oder Screens aus wetterfesten Hightech-Textilien erreichen eine ähnliche Sonnenschutzwirkung wie Außenjalousien. Ihre besondere Stärke: Von außen sind sie blickdicht, lassen aber dennoch Licht in den Raum. Von innen nach außen bleiben sie durchsichtig. Wegen der großen Vielfalt an Materialien, Strukturen und Farben eignet sich textiler Sonnenschutz zudem gut zur Fassadengestaltung. Damit die Behänge lange gut aussehen, sollten sie von Zeit zu Zeit von Staub und Schmutz befreit werden. In der Regel reicht dafür eine milde Seifenlösung, aggressive Reiniger sind tabu.

Innenbeschattung mit Jalousien, Plissees und Rollos: Sonnenschutz flexibel nachrüsten

Ist eine Außenbeschattung nicht möglich oder nicht gewünscht, bietet sich innenliegender Sonnenschutz an. Der ist zwar meistens weniger effektiv als Außensysteme, weil die Sonnenstrahlen das Fensterglas zunächst passieren, bevor sie abgefangen werden. Dafür sind Innenjalousien und Rollos, Plissees oder Vorhänge leichter zu montieren und daher eine unkomplizierte Lösung für einzelne Fenster, die Sonnen- oder Sichtschutz brauchen.

Doppelrollo von JAB mit transparenten und blickdichten Stoffstreifen
Doppelrollos aus zwei Stofflagen erzeugen je nach Position unterschiedliche Licht- und Mustereffekte. (Foto: JAB)

Optisch bestimmen sie das Ambiente des Innenraums mit und erfüllen so auch dekorative Zwecke. Die Auswahl an Produkten in allen möglichen Stilrichtungen ist groß.

Wabenplissee von Duette mit isolierender Luftschicht zur Regulierung der Raumtemperatur
Wabenplissees mit ihrer honigwabenartigen Struktur bilden eine isolierende Luftschicht und helfen, Wärme und Kälte besser abzuhalten. (Foto: Duette)
Detailansicht eines Wabenplissees von Duette mit honigwabenartiger Struktur
Die Detailansicht zeigt die wabenartige Struktur des Plissees, die zur Isolierung und zur Regulierung der Raumtemperatur beiträgt. (Foto: Duette)

Sonnenschutz smart steuern: Lichteinfall und Raumklima automatisch regeln

Der beste Sonnenschutz nützt nur, wenn er zur richtigen Zeit im Einsatz ist. Hochgefahrene Rollläden oder Rollos, egal ob außen oder innen vorm Fenster, können keine Sonnenstrahlen abhalten. Hier kommen automatische Steuerungen ins Spiel. Auch deshalb, weil Außenjalousien bei starkem Sturm besser rasch eingefahren werden sollten, um die Lamellen nicht zu beschädigen.

Intelligente Sonnenschutzsteuerung von Warema per Funksystem mit automatischer Anpassung an Wetter und Sonnenstand
Die intelligente Steuerung per Funksystem passt den Sonnenschutz automatisch an Sonnenstand, Temperatur und Wetterumschwünge an. (Foto: Warema)

In Verbindung mit einer Wetterstation, deren Sensoren Temperatur, Helligkeit, Windstärke und andere Parameter erfassen, kann die Position des Sonnenschutzes stets der Tageszeit oder den Witterungsveränderungen angepasst werden, auch wenn niemand zuhause ist. Die Automatisierung kann entweder nur das Beschattungssystem steuern oder Teil eines umfassenden kabel- oder funkbasierten Smart-Home-Systems sein. Dann lässt sich der Sonnenschutz mit vielen anderen Funktionen wie Beleuchtung, Heizung oder Alarmanlage vernetzen.

Beschattung im kabelgebundenen Smart-Home-System LCN mit Wetterstation und automatischer Steuerung des Lichteinfalls
Im Smart-Home-System LCN liefert eine Wetterstation die Daten für die Beschattung, während unsichtbar verbaute Aktoren den Lichteinfall steuern. (Foto: LCN)

Wärmepumpe mit Kühlfunktion: Wenn Sonnenschutz allein nicht reicht

Angesichts längerer Sonnenscheindauer und sommerlicher Hitzerekorde kommt der Sonnenschutz allerdings öfter an seine Grenzen. Auch in unseren Breiten wird Raumkühlung deshalb immer mehr zum Thema. Statt einer herkömmlichen Klimaanlage kann auch eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion einspringen. Das ist besonders praktisch, weil im Neubau heute überwiegend Wärmepumpen als Heizsystem zum Einsatz kommen und immer öfter bei Bedarf auch auf Kühlung umschalten können.

Schema einer Erdwärmepumpe, die im Winter heizt und im Sommer Raumwärme ableitet
Im Winter gewinnt die Erdwärmepumpe Wärme aus dem Erdreich, im Sommer kann sie Raumwärme dorthin ableiten. (Foto: waermepumpe.de)

Besonders einfach funktioniert die sommerliche Kühlung mit einer Erdwärmepumpe. Während sie im Winter Wärme zum Heizen aus dem tieferen Erdreich nach oben holt, leitet sie im Sommer die Wärme aus den Wohnräumen dorthin ab. Für eine moderate Kühlung von etwa drei Grad muss bei einer Erdwärmepumpe nicht einmal der Kompressor anspringen. Man spricht dann von passiver Kühlung. Das ist eine besonders energieeffiziente Lösung.

Luft-Wasser-Wärmepumpe von Viessmann mit Kühlfunktion für den Sommerbetrieb
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Kühlfunktion kann im Sommer die Aufgabe einer Klimaanlage übernehmen. (Foto: Viessmann)

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann dagegen nur aktiv kühlen, wofür sie Strom verbraucht. Sie kehrt dafür ihren Kältekreislauf um: Statt wie im Winter Wärme ins Haus zu transportieren, leitet sie mit Hilfe des Kompressors Wärme aus dem Haus nach draußen. Der Energieeinsatz ist höher als bei passiver Kühlung, die Kühlleistung allerdings auch. In beiden Varianten erfolgt die Kühlung der Räume über das gekühlte Wasser in den Rohren der Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung. Besonders angenehm wird die Kühlung über die Deckenheizung empfunden, weil dabei kein Luftzug entsteht.

Klimadecke von Naturbo aus Trockenbauplatten mit integrierten Heiz- und Kühlrohren
Die Klimadecke aus Trockenbauplatten mit integrierten Heiz- und Kühlrohren eignet sich auch für die Nachrüstung im Bestand. (Foto: Naturbo)
Flächenkühlung von Naturbo über die Deckenheizung für zugfreies Raumklima
Die Flächenkühlung über die Deckenheizung sorgt für ein angenehm temperiertes Raumklima ohne Luftzug. (Foto: Naturbo)

Tipp der Redaktion:

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