Bauversicherung: Darauf kommt es an

Ohne Versicherungen geht am und nach dem Bau nichts. (Foto: Capri23auto/pixabay.de)

Kein Risiko eingehen 

Der Weg zum eigenen Haus ist lang. Während der gesamten Bauphase tragen Bauherren die Verantwortung – selbst für eventuell auftretende Probleme oder Schäden, auf die sie keinen Einfluss haben. Daher ist es ratsam, sich so gut wie möglich mit der ein oder anderen Bauversicherung abzusichern. Wir stellen die fünf wichtigsten vor und erklären auch, mit welcher Neubau-Versicherung sie im fertigen Heim beruhigt schlafen können. 

Viele Gefahren auf der Baustelle 

Bauherren haften für Unfälle, die auf der Baustelle geschehen: Verletzen sich dort spielende Kinder oder ein Passant, haftet der Bauherr unbegrenzt und ein Leben lang. Auch wenn ein Architekt oder eine Baufirma beauftragt ist, liegt die Haftung für Versäumnisse bei der Absicherung beim Bauherrn. Deshalb ist eine Bauherren-Haftpflicht-Versicherung unerlässlich. Denn unter Umständen können enorme Schadenersatzforderungen auf die Betroffenen zukommen, die das Bauvorhaben und sogar die wirtschaftliche Existenz gefährden.

Eine Bauherren-Haftpflichtversicherung leistet als Bauversicherung nicht nur Schadensersatz, sondern wehrt auch unberechtigte Ansprüche ab. Meist gilt der Versicherungsschutz für maximal zwei Jahre. Kaufen Sie ein Grundstück, das Sie in absehbarer Zeit bebauen wollen, lohnt es sich, eine Bauherren-Haftpflicht direkt beim Kauf abzuschließen. Da aus dem Besitz des Grundstückes die Haftung mitversichert ist, wird der Abschluss einer extra Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung überflüssig.

Sturm, Feuer und Insolvenz

Rohbauten sind besonders sturmgefährdet. Das betrifft nicht nur halbfertige Mauern, Gerüste oder Dachsparren. Auch das Material auf der Baustelle kann von einem Sturm umhergeschleudert werden. Die Bauleistungsversicherung übernimmt die Kosten für Schäden, die der Sturm am Rohbau und auf der Baustelle anrichtet. Dazu zählen zerstörte Bauteile oder -stoffe sowie auch alle notwendigen Handwerkerleistungen, um den Zustand vor dem Sturm wiederherzustellen.

Die Schäden, die am Rohbau durch Feuer entstehen, sind separat zu versichern. Hierfür gibt es die Feuer-Rohbauversicherung. 

So manches Mal geht ein Bauunternehmen pleite oder muss Insolvenz anmelden. Dadurch entstehen meist Verzögerungen am Bau, die Kosten steigen. Für solche Fälle gibt es die eine spezielle Bauversicherung, die Baufertigstellungsversicherung. Sie soll einen nahtlosen Übergang der Bauarbeiten sicherstellen. Sie muss vom Bauunternehmen abgeschlossen werden. Die Kosten werden dann über den Bau- beziehungsweise Kaufpreis an den Kunden weitergereicht. Weigert sich ein Unternehmen, eine solche Versicherung vorzuweisen, ist äußerste Vorsicht angebracht.

Gesetzliche Unfallversicherung

Helfen Freunde oder Verwandte während der Bauphase, wird zwischen „üblicher Gefälligkeitsleistung“ und „arbeitnehmerähnlicher Tätigkeit“ unterschieden. Hilft der Bruder kurz beim Abladen von Baumaterial, so ist das ein Fall von „Gefälligkeit“. Decken Freunde über mehrere Tage das Dach, handelt es sich um eine „arbeitnehmerähnliche Tätigkeit“. Sie muss – egal ob bezahlt oder nicht – unfallversichert werden. Bauhelfer müssen bei der Bau-Berufsgenossenschaft gemeldet und versichert werden.

Aus der gesetzlichen Unfallversicherung resultieren Leistungen wie Therapien, berufliche Wiedereingliederung und Rente. Zwar sind Ihre Helfer auch ohne diese Meldung geschützt, doch sollte etwas passieren, wird ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro fällig. Der Mindestbeitrag für die gesetzliche Versicherung liegt bei 100 Euro und bemisst sich nach Arbeitsstunden. Im Osten Deutschlands wird ein Beitrag von 1,76 Euro pro Arbeitsstunde fällig, im Westen von 2 Euro. Als Bauherr sind Sie nicht verpflichtet, sich zu versichern. Sie sollten es jedoch freiwillig bei der Bau-Berufsgenossenschaft tun, falls Sie keine private Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung vereinbaren können.

Ruhig schlafen nach dem Einzug

Nach der Bauversicherung folgt die Wohngebäudeversicherung. Sie schützt nach der Bauphase den Eigentümer eines Hauses vor den finanziellen Folgen eines Sachschadens. Versichert ist das gesamte Gebäude einschließlich aller fest eingebauten Gegenstände. In der Regel sind darin Schäden durch Feuer, Blitzschlag, Überspannung, Explosion, Sturm (ab Windstärke 8) und Hagel abgesichert. Vorsicht: Manche Gebäudeversicherungen beinhalten auch Leitungswasserschäden, manche nicht. In diesem Fall muss eine separate Versicherung abgeschlossen werden.

Hochwasser- und andere Unwetterschäden sind in der Gebäudeversicherung nicht enthalten. Deshalb sollten Hausbesitzer zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abschließen. Diese zahlt für Schäden durch Starkregen/Überschwemmung/Rückstau, Hochwasser, Erdbeben, Schneedruck, Lawinen/Erdrutsch, Erdsenkung und selbst bei Vulkanausbruch.

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gehen immer mehr Versicherer dazu über, die Wohngebäudeversicherung bereits inklusive der Elementarschadenversicherung anzubieten. „Wer sie nicht nutzen möchte, muss sie gezielt abwählen“, heißt es in einer Mitteilung. 

Alles, was nicht fest im Haus verbaut ist, wird durch die Gebäudeversicherung nicht abgedeckt. Hier greift die Hausratversicherung. Sie leistet dann Entschädigung, wenn die Einrichtung und weitere Eigentumsgegenstände beschädigt oder zerstört wurden.

Im Haus oder auf dem Grundstück können Besucher oder zum Beispiel Handwerker zu Schaden kommen. Um nicht für die die Behandlungskosten, Schmerzensgelder und gegebenenfalls auch lebenslange Rente aufkommen zu müssen, können sich Hauseigentümer mit einer Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung absichern.

Über die genannten Versicherungen hinaus gibt es noch eine Reihe von Spezialversicherungen, etwa eine Gewässerschadenhaftpflicht. Wichtig bei jeder Versicherung für Ihr Bauvorhaben und auch danach: verschiedene Angebote einholen und vergleichen.


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