Vorbeugen gegen Elementarschäden

Nützlicher Schutz gegen Elementarschäden

Naturgewalten können jeden Hausbesitzer treffen. Die Schäden sind oft hoch, und nicht immer zahlt die Versicherung für Elementarschäden am Wohngebäude. Besser, man sorgt selbst vor und schützt sein Heim gegen Hagel, Wasser, Sturm. Dafür gibt es wirksame technische Schutzvorrichtungen, die nicht die Welt kosten.

Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal ist noch allen schmerzlich in Erinnerung. In der Nacht auf den 15. Juli fielen in der Region mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter. 134 Tote forderte das Unwetter, alleine 3,7 Milliarden Euro betrug der Schaden nur an den kommunalen Gebäuden. Von den 4.200 Gebäuden entlang der Ahr hat die Katastrophe geschätzt mehr als 3.000 beschädigt. Aber nicht nur Hochwasser bedroht die Menschen und ihr Eigentum. Auch Schneemassen oder Stürme können eine zerstörerische Kraft entwickeln. Erst Ende Januar fegte der Orkan Nadia durch den Norden Deutschlands mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h. Dächer wurden abgedeckt, ganze Häuser zerstört, auch hier hoher Sachschaden.

Was fällt unter Elementarschäden?

Mit Elementarschäden sind die Schäden gemeint, die durch Naturgewalt hervorgerufen werden. Darunter fallen Schäden am Haus durch Hagel, Sturm (und zwar ab Windstärke 8), Überschwemmung, Schneedruck, Erdbeben, Erdsenkung oder auch Vulkanausbrüche.

Haus mit Schneedach pixabay Rheinhard Thrainer
Sieht schön aus, so ein schneebedecktes Dach, birgt aber auch Gefahren für das Dach oder die Unterkonstruktion, die beschädigt werden können. (Foto: pixabay/Reinhard Thrainer)

Gottlob ist Letzteres in unseren Breiten nicht zu befürchten, auch Erdbeben finden hierzulande praktisch nie statt. Stürme und eben auch Hochwasser indes sind klar zu erwartende Umweltphänomene, die auch dort auftauchen, wo man sie nicht erwartet hätte (Stichwort: Ahrtal). Und: Elementarschäden durch Überschwemmung oder Starkregen nehmen seit Jahren zu. Meteorologen führen das auf den Klimawandel zurück.

Vorbeugen gegen Elementarschäden ist wichtig

Grundsätzlich ist jeder gut beraten, der sich gegen Elementarschäden am Haus versichert. Aber noch besser ist es natürlich, im Vorfeld entsprechende Maßnahmen zur Vorbeugung zu treffen. Natürlich ist es sinnfrei, sich im Hochgebirge gegen Flutschäden zu schützen. Dort gilt es, sich etwa gegen Lawinen oder Schneelast zu rüsten.

Die technischen Möglichkeiten sind vielfältig und meist einigermaßen überschaubar in der Montage. Mit Sturmklammern lassen sich beispielsweise Dachziegel fixieren. Rückschlagventile können verhindern, dass Ihnen das Grundwasser den Keller flutet. Für alle Hausbesitzer gilt: Vorbeugen kann das Eigentum schützen und Leben retten.

HOCHWASSER

Deutschland als akut hochwassergefährdet zu bezeichnen, wäre sicherlich übertrieben. Dennoch richteten im Laufe der Jahrzehnte Überschwemmungen verheerende Schäden an. Gegen Überflutungen ist der Einzelne meist machtlos. Aber gegen Wasserdruck aus der Kanalisation gibt es Hilfsmittel.

Kessel AG Rückstauverschluss Grafik
Dieser Rückstauverschluss sorgt bei Starkregen dafür, dass kein Abwasser ins Haus gelangt. Über dem Verriegelungsdeckel „Control“ löst der integrierte Signalgeber einen optischen und akustischen Alarm aus, und auch die Waschmaschine kann dann gegebenenfalls abgeschaltet werden. (Foto: Kessel)

Wenn sich Wasser aufgrund von starken Regenfällen in den Rohren (oder den Abwasserkanälen) zurückstaut, sorgt die Rückstauklappe (auch Rückstauventil genannt) dafür, dass das Schmutzwasser nicht aus dem Bodenablauf oder Ausguss wieder austritt und so den Keller überflutet. Preis für eine einfache Ausführung: circa 65 Euro (plus Einbau). Die High-End-Variante ist der sogenannte Rückstauautomat, der unter anderem durch eine Elektronik Alarm schlägt, wenn das Ventil wegen Hochwassers geschlossen wird. Smarte Lösung, hoher Preis (ab 1.500 Euro).

Kessel AG Staufix Rückstauventil
Das mechanische Rückstauventil Staufix verfügt über zwei sich selbstständig schließende Klappen. Eine davon lässt sich im Notfall auch von Hand schließen. (Foto: Kessel)

Ähnlich teuer kann es werden, wenn sie Ihren Keller durch eine Lichtschachtabdeckung schützen wollen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass Starkregen durch die Lichtschächte in den Keller flutet.

Knecht Lichtschachtabdeckung
Mit einer Lichtschachtabdeckung aus robustem Plexiglas sorgen Sie dafür, dass Regenwasser vom Haus weggeleitet wird, anstatt den Keller zu fluten. (Foto: Knecht)

STURM

Herbst- und Winterstürme verheeren regelmäßig die Republik. Die Sachschäden summieren sich dabei schnell zu dreistelligen Millionenbeträgen (wie Sturmtief Friederike 2018: 900 Millionen Euro).

In Deutschland kann man durchaus von wiederkehrenden Orkanstürmen sprechen. Insbesondere im Herbst und Winter haben Stürme bei uns Saison. Und als Folge des Klimawandels werden sie heftiger und häufiger auftreten. Dennoch verzichtet die Mehrheit der Hausbesitzer auf eine explizite Wohngebäudeversicherung (siehe Schaubild).

Braas Infografik Dachcheck
Lediglich 27 Prozent aller Hausbesitzer haben für ihr Eigenheim eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen; alle anderen müssten im Fall der Fälle Sturmschäden aus eigener Tasche bezahlen. (Foto: Braas)

Damit Sturmschäden gar nicht erst entstehen, kann man sein Dach mit sogenannten Sturmklammern sichern. Sie verhindern, dass starke Winde das Dach ganz oder teilweise abdecken. Aus rostfreiem Metall oder Kunststoff gefertigt, fixieren sie Dachziegel oder andere Dacheindeckungen. Ein Ende der Klammern wird in den Seitenfalz der Dachpfanne eingehängt, das andere Ende an der Lattung befestigt. Erforderlich sind sie bei offener Deckunterlage für jeden dritten Ziegel im Rand- und Eckbereich.

Braas Dach Sturmklammer
Diese Sturmklammer ist ohne Werkzeug montierbar: Sie wird einfach in die Dachlattung eingehängt. Zusätzliche Klammern fixieren die Ziegel untereinander. (Foto: Braas)

Nelskamp Dachstick
Der Dachstick ist eine alternative Art der Sturmsicherung, er wird bereits im Werk am Dachziegel vormontiert – das erspart die klassische Sturmklammer. (Foto: Nelskamp)

HAGEL

Als Hagel wird fester Niederschlag bezeichnet, der aus Eis besteht und einen Durchmesser von mindestens fünf Millimeter hat. Zwar hagelt es bei uns nur eine Handvoll Tage im Jahr, die Schäden aber können enorm sein.

In Deutschland ist das Hagelrisiko insbesondere nahe der Alpen und Mittelgebirge relativ groß. Im Stuttgarter und Münchner Raum, oberhalb von Frankfurt und in Nordhessen kommen Hagelgewitter laut Deutschem Wetterdienst am häufigsten vor.

Schanz Hagel Körner auf Hand
Naturphänomen Hagel: Die Himmelsgeschosse können erheblichen Schaden an Dächern, Solaranlagen und Fenstern anrichten. (Foto: Schanz)

Um die Fenster vor Hagelschlag sinnvoll zu schützen, ist die Investition in Hagelrollläden notwendig. Qualitätshersteller verwenden für diese Art von Unwetterschutz ausschließlich widerstandsfähiges, stranggepresstes Aluminium. Der Schwarzwälder Hersteller Schanz beispielsweise ließ seine Modelle auf die Auswirkungen von Extremwetter in einer Hagelsimulationsmaschine testen. Dabei feuerten Experten Eiskugeln mit Geschwindigkeiten bis 70 km/h auf die Rollläden ab. Die Rollläden hielten stand, die dahinter liegenden Fenster blieben unversehrt.

Schanz Hagel Simulation
Mit einer Hagelsimulationsmaschine wurden diese Hagelschutzpanzer unter Beschuss genommen. Dabei benutzten die Forscher pneumatisch beschleunigte Eiskugeln mit Durchmessern von 10 bis 50 Millimetern und feuerten sie mit bis zu 70 km/h auf die Rollläden ab. Sieger des Labortests: die Rollläden. (Foto: Schanz)

SCHNEE

Auch Schäden durch Schneelast gehören zu den Elementarschäden, wenngleich das in weiten Teilen Deutschland kaum eine Rolle spielt. In Bayern und den Mittelgebirgen allerdings schon.

Wie dicke, weiße Federbetten liegt der Schnee auf den Häusern. Das sieht malerisch aus, ist aber extrem gefährlich, denn große Schneemengen wiegen tonnenschwer. Zu schwer für manche Gebäudedächer.

Bestes Mittel gegen Schneedruck auf dem Dach? Regelmäßiges Abräumen von Hand. Dabei sollte man die eventuell vorhandenen Photovoltaikanlagen nicht vergessen, denn unter der Last können sich die Unterkonstruktionen verformen und das Dach beschädigen. Halten Sie auch immer die Dachabläufe frei von Schnee und Eis. So verringern Sie den Schneedruck und verhindern Schäden am Gebäude sowie Dachlawinen, die Fußgänger oder Fahrzeuge treffen könnten.

R+V Versicherungen Mann auf Dach Schnee
Durch eine große Schneelast besteht nach Einschätzung der R+V-Versicherung besonders für Vorbauten und Garagen eine erhöhte Einsturzgefahr. (Foto: R+V Versicherungen)

Die Kontrolle darüber, wie groß die Belastung für Ihr Dach ist, ermöglichen Sensoren zur Schneelastmessung. Diese Schneewaagen lösen automatisch Alarm aus, wenn der Schneedruck zu groß wird. Insbesondere für Flachdächer ist diese Sicherheitstechnik sinnvoll.

Schneewaage Envitron
Um den Schneedruck auf Dächer kontrollieren zu können, ist die
Installation einer Schneewaage durchaus sinnvoll. (Foto: Envitron)

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