Beschattungssysteme und Sonnenschutz nach Maß

Sonnenschutz für drinnen und draußen

Ohne effektive Beschattungssysteme kommt heute kein Haus mehr aus. Wir stellen optimale Lösungen für den Wohnbereich, aber auch für die Beschattung der Terrasse beziehungsweise zur Balkonbeschattung vor.

Beschattungssysteme Warema
Das Lamellendach Lamaxa kann frei aufgestellt oder mit dem Haus verbunden werden. Es lässt sich mit Markisen oder Schiebeelementen ergänzen. (Foto: Warema)

Endlich wieder Sonne! Doch was im Frühjahr nach einem langen, grauen Winter sehr willkommen ist, kann im Laufe des Sommers schnell zu viel werden. Spätestens in der ersten Hitzewelle suchen wir dann einen Platz im Schatten, draußen wie drinnen.

Wohnbereiche mit großen Fensterflächen, möglichst noch nach Süden ausgerichtet, sind besonders stark der Sonneneinstrahlung ausgesetzt. In der modernen, energieeffizienten Architektur ist das auch erwünscht, um die kostenfreie Sonnenwärme als zusätzliche Heizquelle in der kalten Jahreszeit nutzen zu können. Weil die ungebremste Strahlkraft aber schnell zur Überhitzung der Räume führt, braucht jeder Neubau ein Sonnenschutzkonzept.

Vielfältige Funktionen

In der Regel kommen dafür bewegliche Beschattungssysteme wie etwa Rollläden, Jalousien, Senkrechtmarkisen oder Außenrollos in Frage. Jede dieser Optionen hat ihre eigenen Vorteile und Stärken. Neben dem eigentlichen Sonnenschutz gehören dazu unter anderem auch der Einbruchschutz, die differenzierte Steuerung des Tageslichteinfalls oder die optische Wirkung an der Fassade.

Frühzeitig planen

Eine wirkungsvolle Beschattungsanlage ist stets ein außen angebrachter Sonnenschutz, der die Sonnenstrahlen abwehrt, bevor sie durch die Verglasung in den Innenraum gelangen und sich dort in Wärmestrahlung um wandeln. Zumindest für die großen Verglasungen Ihres Hauses sollten Sie den Sonnenschutz deshalb bereits in die Hausplanung einbeziehen. Einzelne Fenster in Nebenräumen lassen sich gegebenenfalls noch später mit Innenjalousien oder -rollos, Plissees oder ähnlichem nachrüsten.

Rollläden: Stabil und flexibel

Sie halten dicht – gegen bis zu 90 Prozent der Sonneneinstrahlung ebenso wie gegen Lärm und unerwünschte Einblicke. Die fest installierten und gelenkig miteinander verbundenen Profile von Rollläden aus Aluminium oder Kunststoff bilden in geschlossenem Zustand einen durchgehenden Panzer, der auch für Einbrecher schwer zu knacken ist. Im Winter bildet sich zwischen Panzer und Fensterscheibe eine dämmende Luftschicht, die zudem Wärmeschutz bietet und die Energieeffizienz steigert. Klassische Rollläden eignen sich gut für Schlafzimmer, weil sie komplett verdunkeln können. Ideal für Wohnräume sind Rollläden mit sogenannten Lichtschienen, die trotz effektiven Sonnenschutzes noch Tageslichteinfall zulassen, der sich flexibel steuern lässt.

Beschattungssysteme Schanz
Ob rechteckig, rund oder spitz: Rollläden von Schanz passen sich jeder Fensterform an und schaffen auch bei Hitze wohltemperierte Rückzugsorte im Haus. (Foto: Schanz)

Jalousien & Raffstores: effektiv und beweglich

Eine Alternative oder Ergänzung der Beschattungssysteme bietet eine Sonnenschutzverglasung. Üblicherweise handelt es sich um Glas mit einer hauchdünnen, reflektierenden Beschichtung, die Infrarotstrahlung abhält. Tageslicht kann dennoch passieren. Bei starker Sonnenschutzwirkung verändern die Gläser gegebenenfalls ihre Farbe. Nach einem anderen Prinzip funktionieren schaltbare Sonnenschutzgläser. Wie eine selbsttönende Sonnenbrille reagieren sie automatisch oder über elektrische Impulse auf die Sonneneinstrahlung und verdunkeln sich.

Jalousien können außen oder innen am Fenster angebracht werden. Auch Modelle für innen lassen sich online bestellen und jederzeit einfach nachrüsten, sind aber weniger effektiv. Für den Neubau gelten deshalb Außenjalousien definitiv als die bessere Wahl. Durch ihren Aufbau mit verstellbaren Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff sind Lichtzufuhr und Durchsicht besonders flexibel steuerbar – ideal also für Wohnbereiche oder das Homeoffice. Für sehr große Fensterflächen eigenen sich Raffstoren – auch Raffstores genannt. Im Prinzip handelt es sich um Jalousien mit breiteren Lamellen (etwa 50 bis 80 Millimeter), die seitlich über Schienen statt Seile geführt werden. Das macht sie stabiler und etwas weniger anfällig, zum Beispiel bei aufkommenden starken Winden.

Sonnenschutzglas: unsichtbare Verschattung

Eine Alternative oder Ergänzung der Beschattungssysteme bietet eine Sonnenschutzverglasung. Üblicherweise handelt es sich um Glas mit einer hauchdünnen, reflektierenden Beschichtung, die Infrarotstrahlung abhält. Tageslicht kann dennoch passieren. Bei starker Sonnenschutzwirkung verändern die Gläser gegebenenfalls ihre Farbe. Nach einem anderen Prinzip funktionieren schaltbare Sonnenschutzgläser. Wie eine selbsttönende Sonnenbrille reagieren sie automatisch oder über elektrische Impulse auf die Sonneneinstrahlung und verdunkeln sich.

Textiler Sonnenschutz: vielseitig und dekorativ

Sie heißen Screens, Außenrollos oder Fenstermarkisen und bestehen aus witterungsfesten, innovativen textilen Materialien. Sie bieten sehr guten Sicht-, Blend- und Hitzeschutz. Von außen sind sie blickdicht, von innen durchsichtig. Je nach Material lassen sie bis zum gewünschten Grad Licht einfallen. Sie werden über Schienen geführt und können wie andere Sonnenschutzsysteme auch automatisch bedient werden. Textilscreens und –rollos bieten eine besonders große Auswahl an Strukturen, Farben und Mustern. Damit eignen sie sich hervorragend auch als dekoratives und belebendes Element zur Gestaltung der Fassade. Im Vergleich zu anderen Beschattungsarten sind die textilen Systeme etwas pflegeintensiver.

Gesundheit: Schutz vor UV-Strahlung

Beschattungssysteme Schüco
Steht der Fassade gut: Mit vielen verschiedenen Gewebe- und Farbkombinationen passt sich das wind- und wetterfeste Außenrollosystem AB ZDS dem individuellen Baustil an. (Foto: Schüco)

Neben wärmenden Infrarotstrahlen und sichtbaren Lichtstrahlen gehören auch die ultravioletten Strahlen, kurz UV-Strahlen genannt, zur Sonnenstrahlung. Sie sind deutlich schädlicher für die menschliche Haut als andere Strahlen, können Sonnenbrand und im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen. Mit dem Klimawandel erhöht sich leider auch die UV-Strahlung. Zum einen kommt es in unseren Breiten zu mehr Sonnentagen, zum anderen behindern die Umweltschäden offenbar auch die Regeneration der schützenden Ozonschicht. Fensterglas schützt kaum vor UV-Strahlen, es sei denn, es handelt sich um Verbund-Sicherheitsglas. Außenliegender Sonnenschutz dagegen hält die UV-Strahlen ab, in dem er sie reflektiert oder filtert. Textilscreens beispielsweise schaffen es, je nach Material zwischen 90 und 100 Prozent der schädlichen Strahlung abzuhalten.

Beschattungssysteme für draußen: Urlaubsfeeling inklusive

Den Sommer auf der Terrasse oder dem Balkon verbringen zu können, ist einer der vielen Vorteile des eigenen Hauses. Um aber an heißen Tagen nicht doch ins Hausinnere flüchten zu müssen, spielt auch der Sonnenschutz der Terrasse beziehungsweise der Sonnenschutz den Balkons eine entscheidende Rolle.

Markise Weinor
Markisentücher der Kollektion modern basic blue werden teilweise aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. (Foto: Weinor)

Die Möglichkeiten sind hier besonders vielfältig und reichen von in der Wand verankerten Markisen oder Lamellendächern bis zu frei beweglichen Sonnenschirmen oder Sonnensegeln, die sich auch miteinander kombinieren lassen.

Sonnensegel Soliday
Sonnensegel sind nicht nur Schattenspender, sondern auch Blickfang. (Foto: Soliday)

In Sachen Beschattungssysteme ist wegen der direkten Sonneneinstrahlung im Freien besonders auf den Schutz vor UV-Strahlen zu achten. Markisenstoffe sind mit einer Kennziffer, dem UPF (Ultraviolet Protection Factor) versehen. Ab UPF 25 kann man von hohem Schutz ausgehen. Wer besonders empfindliche Haut hat, sollte UPF 50+ wählen.

Steuerung von Sonnenschutz: Klicken statt Kurbeln

Beschattungssysteme Steuerung Rademacher
Steuerung von Sonnenschutz: klicken statt kurbeln (Foto: Rademacher)

Die Zeiten, als das Bedienen von Rollläden- oder Jalousien körperliche Arbeit bedeutete, sind längst Vergangenheit. Automatisierung des Sonnenschutzes ist heute die Regel. Je nach Automatisierungsgrad kann man verschiedene Stufen unterscheiden:

Mit Schalter per Hand: Hoch- und runterfahren oder Einstellung von Profilen und Lamellen auf Knopfdruck per elektrischer Schaltung.

Mit Rollladen-Automatik: Steuerung über ein herstellereigenes oder -übergreifendes Funksystem für den Sonnenschutz als Einzellösung. Bedienung ist per Smartphone-App oder Sprachsteuerung (Siri, Alexa) möglich, ebenso automatische Öffnung/Schließung nach Uhrzeit, Sonnen stand oder eigenen Profilen.

Mit Smart Home: Integration in ein komplettes Smart-Home-System auf Kabel- oder Funkbasis, mit dem verschiedene Bereiche der Haustechnik gesteuert werden. So können beispielsweise anhand von Daten einer Wetterstation auf dem Dach Sonnenschutz, Heizung und Beleuchtung koordiniert geschaltet werden.