Outdoor-Küche: ein bisschen wie Urlaub

  • Outdoor-Küche Hauser

    Formvollendetes Design, Nachhaltigkeit und Ästhetik verbindet dieses exklusive Meisterstück. (Foto: Hauser Naturstein)

  • Outdoor-Küche Lange Theke

    Die stylische Outdoor-Küche nimmt die komplette Länge der Terrasse ein. (Foto: WWOO)

  • Outdoor-Küche Sub-Zero/Wolf

    Der Gasbrenner mit Haubengrill aus rostfreiem Stahl garantiert perfektes Anbraten. (Foto: Sub-Zero/Wolf)

  • Outdoor-Küche OCQ

    Die Designer-Küche aus dem witterungsbeständigen Schichtstoff HPL wirkt besonders leicht. (Foto: OCQ)

  • Outdoor-Küche Sub-Zero/Wolf

    Ein Gasgrill verteilt die Wärme optimal und lässt sich sekundengenau dosieren. Der Unterbauschrank dieses Kompaktmodells bietet viel Stauraum. (Foto: Sub-Zero/Wolf)

  • Outdoor-Küche WWOO

    Herzstück dieser Outdoor-Küche ist der sogenannte Big Green Egg aus Keramik. Damit können Sie grillen, schmoren, backen und räuchern. (Foto: WWOO)

Kochvergnügen unter freiem Himmel

Outdoor-Küche, das Rezept gegen Quarantäne-Blues und Reise-Stornos. Die Küche wird immer häufiger in den Garten oder auf die Terrasse verlegt – samt Picknick auf dem Rasen. Passionierte Freiluftköche setzen auf perfekt ausgestattete Open-Air-Modelle. Hier gibt’s wichtige Planungstipps für die Einsteiger- oder Profiküche.

In vielen südlichen Ländern und Skandinavien findet das Leben in den Sommermonaten unter freiem Himmel statt. Outdoor-Küche inklusive. Auch bei uns verlegen immer mehr Open-Air-Genießer die Küche ins Freie. Die Mischung aus lauem Wind, Gewürzdüften und Grillaromen fühlt sich ein bisschen wie Urlaub an. Gerade jetzt, da Reisen abgesagt, Restaurants zum Teil noch geschlossen sind, wird die Garten-Küche zum Mittelpunkt der Frischluft-Saison. Nie war die Gelegenheit günstiger, sich eine Outdoor-Küche zuzulegen, ob als mobile Outdoor-Küche als praktische Grill-Erweiterung oder vollwertige Küchenzeile.

Mobile oder stationäre Outdoor-Küche?

Wer mit kleinem Budget auskommen will, kann einen Grill mit einem Outdoor-Servierwagen kombinieren. Ambitionierte Hobbyköche entscheiden sich für eine Außenküche, die im Prinzip das gleiche kann wie eine reguläre im Haus. In ihrer Ausstattung ähnelt sie häufig einer kleinen Einbauküche.

Einsteigermodelle haben mindestens eine Kochstelle, einen Grill und ein Waschbecken. Die meisten bestehen aus Modulen, die sich ganz nach Wunsch und Stellfläche erweitern lassen. Einige sind auf Rollen gebaut, damit man sie im Winter im Gartenhaus oder in der Garage verstauen kann, um die Geräte vor Korrosion und starken Witterungseinflüssen zu schützen.

Es gibt die Outdoor-Küche mit Holzkohlegrill, Wok, Gaskochfeldern, Spüle oder außentauglichem Kühlschrank. Genügend Abstell- oder Arbeitsflächen sind auf jeden Fall empfehlenswert, damit auch mehrere mithelfen können, die Speisen vorzubereiten. Auch einige Regale oder Unterschränke sind ratsam, damit das Geschirr, Besteck, die Gläser und vieles andere mehr nicht erst umständlich von A nach B getragen werden müssen.

Luxuriöse Küchen verfügen über ein Spülbecken mit Armatur. In der Regel kann der Gartenschlauch für fließendes Wasser mit einem Adapter an die Spüle angeschlossen werden. Bitte bedenken Sie, dass der Schlauch aber nicht lebensmitteltauglich ist. Vor Gebrauch sollten Sie das Wasser möglichst so lange laufen lassen, bis es frisch aus dem Hahn kommt. Das Abwasser lässt sich wie beim Camping in einem Kanister unter dem Spülbecken auffangen. Wer auf mehr Komfort Wert legt, sollte eine eigene Zuleitung- und Abwasserleitung legen lassen.

Design für jeden Geschmack

Bei der Outdoor-Küche gilt wie bei Einbauküchen die simple Regel: je komfortabler desto teurer. Wer mit dem Gedanken spielt, in sein neues Haus ein festes Outdoor-Modell einbauen zu wollen, sollte die Küche von Beginn an planen lassen: „Eine überdachte Küche mit Strom, Wasseranschluss und Licht lässt sich viel mehr nutzen“, meint Geschäftsführerin und Gründerin Nadine Pollex von Outdoor Cooking Queen (OCQ). Außerdem leiden die Materialien dann nicht so stark durch Regen, Sonne und Schnee. Die Hersteller setzen auf witterungsfeste Materialien wie Edelstahl, Natursteine (zum Beispiel Granit), Beton oder den innovativen Werkstoff HPL (ein Verbundwerkstoff in Holzoptik). Natürlich gibt es auch Modelle aus Teak, Lärche oder thermisch behandelter Esche. Beim Design ist für jeden Geschmack etwas dabei – von der rustikalen Holzküche bis zu eleganten Freiluftmodulen.

Gesund grillen

Die Verbraucherzentrale rät:

  • Gepökeltes gehört nicht auf den Grill. Denn beim Erhitzen von Kassler, Räucherspeck, Fleisch- und Bockwurst oder Leberkäse können aus dem Nitritpökelsalz krebserregende Nitrosamine entstehen.
  • Als Brennmaterial für den Holzkohlegrill nur Holzkohle oder -briketts verwenden. Altpapier oder Holz können krebserregende Stoffe entwickeln. Grill rechtzeitig mit Holzkohle anheizen und so lange durchglühen lassen, bis sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat.
  • Marinade vor dem Grillen gut abtupfen.
    Damit kein Fett in die Glut oder auf die Heizschlange gelangt, das Grillgut auf Grillschalen – am besten aus Edelstahl gefertigt oder mit emaillierter Oberfläche – legen. Verkohlte Stellen nicht verzehren.
  • Grillkohle und -briketts aus Deutsch land bevorzugen und auf ein Zeichen für nachhaltige Waldwirtschaft achten, wie etwa das FSC-Siegel.

10 TIPPS für mehr Fleisch-Genuss von Ludwig Maurer

Ludwig Maurer begann seine Ausbildung zum Koch bereits mit 15 Jahren, war unter anderem bei Stefan Marquard und sammelte Erfahrungen bei Event-Caterings auf der ganzen Welt. Er gilt als einer der Fleischexperten in Deutschland.

  1. Ich empfehle Fleisch mit einer Mischung 1:1 von Salz und Zucker vor dem Grillen zu Würzen. Ja Sie haben richtig gelesen, Zucker. Das Fleisch bekommt so einen intensiven Geschmack.
  2. Mit der Pfeffermühle erst danach arbeiten, das scharfe Gewürz würde nur verbrennen.
  3. Für einen perfekten Burger ist ein Fleischwolf empfehlenswert. Das Fleisch mit der mittleren Scheibe zerkleinern und dabei schon gleich mit Salz würzen, 18 g Meersalz auf 1 kg Hackmasse. Danach mit grobem Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Fleisch masse danach gut durchkneten und mindestens drei Zentimeter große Pattys formen, damit das Fleisch auch schön „medium rare“ und saftig bleibt.
  4. Die Fleischqualität ist das A und O. Am besten Steak & Co beim Bio-Bauern besorgen oder bei Otto Gourmet bestellen.
  5. In eine gute Marinade gehören die vier S: süß, scharf, sauer, salzig. Es ist egal, ob Sie Zucker oder Ahornsirup nehmen, Chili oder Pfeffer, Essig oder Zitrusfrüchte, Salz oder Sojasauce. Wichtig ist die ausgewogene Zusammensetzung.
  6. Ruhen nach dem Grillen ist wichtig, sofern man es nicht rückwärts, das heißt vorher indirekt bei möglichst niedriger Temperatur vorgegart und erst dann heiß angegrillt oder sous-vide gegart hat.
  7. Das A und O ist, trocken gereiftes Fleisch zu verwenden! Wenn man es dann „low & slow“, also bei niedrigen Temperaturen langsam zubereitet und es eine Kerntemperatur von 54 Grad hat, wird es perfekt.
  8. Die richtige Temperatur liegt bei 180 bis 200 Grad auf dem Rost. Am besten mit einem speziellen Thermo meter messen.
  9. Ein Gasgrill hat Vorteile, vor allem wenn man nicht viel Zeit hat. Ich ziehe den traditionellen Grill trotzdem vor. Ideal ist für mich das Big Green Egg.
  10. Wichtig ist, dass die Kohle genauso gut ist, wie das, was auf dem Grill liegt.
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