Das Bad 2034 – das Zero-Emission-Bad

Fotos: Villeroy & Boch

Die Fimen Grohe AG und Villeroy & Boch haben gemeinsam mit dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx Zukunftsszenarien für das Bad entworfen

Das Zero-Emission-Bad hat eine strahlend saubere Ökobilanz, ohne dass sich sein Benutzer in Verzicht üben muss …:

Eine heiße Dusche, ein gemütliches Vollbad im Whirlpool bei Festbeleuchtung, dauerhaft warmer Fußbodenheizung und laufender Entertainment- und Klima-Anlage. All das ist im Jahr 2034 kein verschwenderischer Luxus mehr.

Die für einen luxuriösen Lebensstil benötigte Energie wird im Zero-Emission-Bad direkt dort erzeugt, wo sie gebraucht wird. Das Zero-Emission-Bad ist aktiver Teil des Plusenergiehaus-Konzeptes, denn dank ausgeklügelter Technologien werden Bäder zu kleinen dezentralen Kraftwerken. Vollständig erneuerbare Energien und ein intelligentes internes Energiemanagement mit Systemen zur Wärmerückgewinnung und effektiven Wasseraufbereitung ermöglichen den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Kaum zu glauben: Das Zero-Emission-Bad dient selbst als Energiequelle im fast geschlossenen Kreislauf. Bisher wurde im Bad bloß verbraucht: Insbesondere Wasser, aber auch Energie – zum Beispiel um das Wasser oder den Raum zu erwärmen. Im Zero Emission-Bad hingegen wird auch erzeugt: Die Nutzung des Bades ist Teil eines Kreislaufs, der Nutzer ist hier „Prosument“, also Konsument und Produzent zugleich.

Die Wiederaufbereitung des Wassers ist zwar ein komplexer, aber doppelt gewinnbringender Vorgang: Das System filtert, prozessiert und recycelt, was üblicherweise als Abfall betrachtet wird. Als Endprodukte bleiben reines Wasser und Methan. Das Wasser kann bedenkenlos wieder genutzt werden, das Biogas wird zur Wärmeerzeugung genutzt. Abwasser, wie wir es kennen, wird es im Zero-Emission-Bad nicht mehr geben.

Das WC funktioniert als Vakuumtoilette, die, geruchsneutral und hygienisch sauber, fast ohne Wasser auskommt. Aber nicht etwa, um Wasser zu sparen, sondern um die Verwässerung wertvoller Ressourcen zu verhindern. Die nur allzu menschlichen Restprodukte aus dem Bad enthalten zum Beispiel Phosphor und Stickstoff und werden in Zukunft genauso weiterverwertet wie Wasser und Wärmeenergie.

Schon heute wird immer deutlicher, dass eine umweltschonende Lebensweise nicht gleich „Verzicht“ bedeuten muss. Außerdem ist eine Prioritätenverschiebung hin zu einer ressourcenbewussten und umweltbewussten Lebensweise erkennbar, die im Jahr 2034 vollkommen ausgeprägt sein wird: Die Badbenutzer der Zukunft haben ein Ressourcenbewusstsein, sehen sich als Teil eines Kreislaufes und ihrer Umwelt. Sie möchten mit ihrem Energiehaushalt nicht von äußeren Systemen abhängig sein und erzeugen die Energie, die sie benötigen, selbst. Und zwar effizient und erneuerbar.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 56 in der Ausgabe März/April 2015 mein schönes zuhause°°°


Kristof Warda

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