Smarte Sicherheitstechnik: besser geschützt

Aber sicher

Smarte Sicherheitstechnik für zuhause wie Videokameras, Bewegungsmelder und Alarmanlagen sorgt dafür, dass Ihr Heim noch besser geschützt ist.

Die gute Nachricht: Im letzten Jahr ist die Zahl der Einbrüche in Häuser und Wohnungen zurückgegangen. Zwar dürfte das Rekordminus von knapp 14 Prozent damit zu tun haben, dass Corona-bedingtes Homeoffice potenziellen Einbrechern weniger Tatgelegenheiten bot. Doch als Grund für den seit Jahren anhaltenden Abwärtstrend sehen Experten vor allem, dass Menschen ihre Häuser besser sichern.

Smarte Sicherheitstechnik wie Alarmanlagen und Überwachungskameras kommt im privaten Umfeld immer öfter zum Einsatz. Das hat allerdings auch mit der wachsenden Begeisterung für intelligente Haustechnik zu tun. So haben viele Smart-Home-Systeme bereits Sicherheitsfunktionen mit Präsenzmeldern oder Kamerasysteme für zuhause mit Alarmfunktion integriert. Das macht ihre Bedienung komfortabel und benutzerfreundlich. Zudem setzen die Spezialhersteller von Sicherheits- und Alarmsystemen immer mehr auf vernetzte Technik.

Dabei bleibt die mechanische Sicherung immer noch der primäre Schutz für Haus und Bewohner. Sicherheitssysteme wie Video- oder Alarmanlagen bilden die zweite Abwehr-Linie. Tür- und Fensterverriegelungen oder Sicherheitsschlösser dürfen in keinem Haus fehlen. Diese Schutzvorrichtungen setzen den Werkzeugen von Gelegenheitstätern bereits so viel Widerstand entgegen, dass sie meist schon nach wenigen Minuten aufgeben.

„Profis“ werden zumindest in ihrem Tun verlangsamt. Genau hier setzt ergänzend der elektronische Einbruchschutz an. Überwachungskameras und Alarmanlagen verhindern, dass Täter längere Zeit unentdeckt aktiv sind. Sie wirken abschreckend und können gegebenenfalls vollautomatisch Hilfe anfordern.

Zwar braucht nicht jedes Haus diese Art des Einbruchschutzes. Dringend zu empfehlen ist er aber, wenn

  • das Haus abgelegen liegt,
  • ein weitläufiges Grundstück hat, das vom Nachbarn nicht einsehbar ist,
  • die Bewohner oft außer Haus sind,
  • in der Gegend schon mal eingebrochen wurde.

Natürlich spielt auch das individuelle Sicherheitsempfinden eine Rolle. So muss nicht jedes Haus mit dem vollen technischen Programm ausgestattet sein. Gerade bei Smart-Home-Systemen lassen sich auch einzelne Sicherheitsfunktionen auswählen.

Video-Überwachung: alles im Blick

Smart Home-Überwachungskameras sind eine sinnvolle Ergänzung zum mechanischen Einbruchschutz. Mit vernetzter Technik lässt sich das Zuhause auch aus der Ferne beobachten.

Video-Kameras können zur Überwachung im Innen- oder Außenbereich eingesetzt werden. Je nach Einsatzort erfüllen sie unterschiedliche Funktionen.

Kameras im Außenbereich.

Ist eine Überwachungskamera gut sichtbar am Haus angebracht, reicht das manchmal schon, um potenzielle Einbrecher abzuschrecken. In Trend liegen allerdings eher unauffällige Kameradesigns, beispielsweise als Leuchte getarnt. Zudem sehen sie an der Fassade attraktiver aus.

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Die Außenkamera von Netatmo beleuchtet, bewacht und sendet Warnmeldungen bei verdächtigen Bewegungen. Wahlweise gibt es das Gerät auch mit Alarmsirene. (Foto: netatmo)

Entscheidend ist die Platzierung des oder der Geräte: Wo sind die Schwachstellen des Grundstücks und des Hauses, wo könnten Einbrecher am einfachsten eindringen? Neben Gartentor, Hauseingang oder Garageneinfahrt sollte man auch an eher unbeobachtete Nebeneingänge denken.

Kameras für Innenräume

Im Haus installierte Überwachungskameras schrecken zwar nicht ab, dafür können sie im Zweifelsfall mit ihren Aufzeichnungen Beweise sichern.

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Innenkameras sind auch gut geeignet, wenn Sie vom Büro aus oder während des Urlaubs mal zuhause nach dem Rechten schauen wollen, einfach als live Bild per Smartphone. (Foto: evehome)

So lassen sich auch stundenweise allein gelassene Haustiere beobachten und bei Geräten mit Gegensprechfunktion sogar ansprechen.

Smarte Innenkameras sind teilweise mit Gesichtserkennung ausgestattet. So besteht keine Gefahr, dass beispielsweise die aus der Schule zurückkehrenden Kinder als vermeintliche Eindringlinge erfasst werden. Innenkameras können an einem Ort, zum Beispiel im Flur, fest installiert werden oder als Standgerät nach Bedarf flexibel in den Wohnräumen platziert werden.

Technik, Vernetzung, Speicherung

Soll die Kamera nachts oder in dunklen Räumen aufzeichnen, ist ein Gerät mit sogenannten IR- oder Nachtsicht-LEDs empfehlenswert. Bei der Übertragungstechnik haben Sie die Wahl zwischen Funk- und kabelgebundenen Kameras. Letztere bieten die stabilsten Verbindungen, dafür sollten die Kabel am besten gleich beim Neubau mit verlegt werden. Kabellose Funk- oder WLAN-Kameras lassen sich dafür jederzeit flexibel umhängen oder -stellen.

Bleibt noch die Frage, wo die von der Kamera aufgezeichneten Bilder gespeichert werden sollen. Mit einem lokalen Speicher haben Nutzer die volle Kontrolle über ihre Daten, allerdings auch mehr Aufwand bei der Konfiguration. Viele Kamerahersteller bieten Cloud-Lösungen an. Bei seriösen Unternehmen sollten dabei Sicherheit und Datenschutz gewahrt sein.

Private Video-Überwachung: Was ist erlaubt?

„Achtung, Videoüberwachung!“ Diesen Warnhinweis kennt man von öffentlichen Orten.

Abus Akku Kamera Outdoor
Die WLAN-Kamera von Abus ist mit einem Langzeit-Akku auch vom Stromkabel unabhängig. (Foto: ABUS)

Aber auch im privaten Bereich gibt es Regeln, die beachtet werden müssen:

  1. Grundsätzlich ist es erlaubt, das eigene Einfamilienhaus und Grundstück per Kamera zu überwachen, um Diebe oder Einbrecher abzuhalten oder Beweise zu sammeln.
  2. Die Außenkamera darf aber nur aufs eigene Grundstück gerichtet sein. Das Nachbargrundstück darf nicht überwacht werden, auch nicht teilweise. In der Regel gilt das auch für öffentliche Straßen oder Wege. Ausnahmegenehmigungen wären denkbar, etwa wenn ein Eigentümer schon wiederholt Opfer von Straftätern war.
  3. Sie sollten – beispielsweise mit einem Schild – darauf hinweisen, dass Sie ihr Grundstück überwachen.
  4. Bei Innenkameras müssen ebenso Persönlichkeitsrechte beachtet werden. Babysitter oder Putzhilfe dürfen Sie nur filmen, wenn diese Personen zustimmen. Ähnliches gilt prinzipiell auch für ältere Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, die Sie zu ihrem Schutz beobachten wollen.
  5. Auch Einbrecher haben Persönlichkeitsrechte. So dürfen Sie keinesfalls Täterbilder ins Internet stellen, um Hinweise auf die Person zu bekommen. Übergeben Sie das Filmmaterial der Polizei.

Alarmanlagen für zuhause: Rundumschutz fürs ganze Haus

Eine Smart Home-Alarmanlage sowohl kann abschreckend wirken, als auch Informationen über verdächtige Ereignisse melden. Im Notfall wird Alarm ausgelöst und schnelle Hilfe angefordert.

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Schlüssellos, zum Beispiel per Zahlencode, ist diese Zugangskontrolle an der Haustür sehr komfortabel. Beim Verlassen des Hauses dient das Display zum Scharfstellen der Alarmanlage. (Foto: Telenot)

Das Prinzip Alarmanlage

Die beiden wichtigsten Komponenten der Alarmanlage sind die Alarmzentrale und die Melder, auch Sensoren genannt. Diese Komponenten sind über Kabel oder Funk untereinander vernetzt. Entdecken die Sensoren einen Eindringling, leiten sie die Information an die Zentrale weiter. Diese verarbeitet die Meldungen der Sensoren und schlägt Alarm. Das kann das akustische oder optische Signal einer Sirene sein, eine Benachrichtigung aufs Smartphone oder ein automatischer Notruf an einen Sicherheitsdienst.

Von der reinen Einbruchmeldeanlage unterscheidet man die Gefahrenmeldeanlage, deren Sensoren auch andere Gefahren wie Rauchentwicklung, Austritt von Gas oder Wasser, oder auch Strom- oder Heizungsausfall aufspüren und melden. Die Anlage warnt mittels internem Alarm oder mit Benachrichtigung per SMS an die Handys der Bewohner.

Sensoren und Überwachungskonzepte

Es gibt verschiedene Typen von Sensoren. Die gängigsten sind Öffnungsmelder an Türen und Fenstern, auch Kontaktsensoren genannt, sowie Bewegungs- und Präsenzmelder.

Letztere arbeiten meist mit Infrarot- oder Ultraschalltechnik. Wo die Sensoren platziert werden, hängt vom Überwachungskonzept ab.

Man unterscheidet drei Konzepte:

  • Außenhautüberwachung: Alle Öffnungen, das heißt Fenster und Türen, werden überwacht.
  • Schwerpunktüberwachung: Bewegungsmelder werden an besonders kritischen Bereichen eingesetzt.
  • Fallenüberwachung: Es werden die Bereiche überwacht, die Täter betreten müssen, wenn sie sich im Haus bewegen, zum Beispiel Flur oder Treppen.

Welches Überwachungskonzept zum Einsatz kommt, sollte immer individuell nach Beschaffenheit des Hauses und der Gefährdungslage entschieden werden.

Smart Home-Alarmanlagen

Smart-Home-Systeme bieten ideale Voraussetzungen, um Alarmanlagen zu integrieren. Es gibt eine zentrale Steuerung der Haustechnik, alle Komponenten sind über Kabel oder Funk vernetzt. Auch im Smart Home kommen Sensoren wie Tür-und Fensterkontakte oder Bewegungsmelder zum Einsatz, die hier für mehr Komfort sorgen oder beim Energiesparen helfen.

Beispiel: Der Sensor meldet, dass das Fenster geöffnet ist, die Heizung wird automatisch heruntergefahren. Bei Anschluss der Alarmanlage übernimmt derselbe Sensor auch die Einbruchsmeldung. Weitere Smart-Home-Komponenten wie Beleuchtungssteuerung, Türkommunikation, elektronische Türöffnung, vernetzte Rauch- oder Wassermelder können das Alarmsystem unterstützen.

VdS-Zertifizierung: Geprüfte Sicherheit

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Das Gefahrenmeldesystem Arteo Home smart & safe kann mit verschiedenen Smart Home-Funktionen ergänzt werden. (Foto: Telenot)

Wer eine Alarmanlage kauft, möchte selbstverständlich sicher gehen, dass sie beispielsweise von der Stiftung Warentest geprüft wurde und auch tatsächlich die versprochene Sicherheit bietet. Für geprüfte Qualität von Sicherheitsprodukten steht das VdS-Prüfsiegel, vergeben von der unabhängigen Prüf- und Zertifizierungsstelle VdS Schadenverhütung. VdS-geprüfte Alarmanlagen sind nach drei Klassen (A, B, C) eingeteilt.

Im Privatbereich kommen meist Geräte der Klassen A oder B zum Einsatz. Bei Abschluss einer Hausratversicherung mit hohen Werten kann eine Alarmanlage mit einer bestimmten VdS-Klasse gefordert sein, oder auch zu einer Senkung der Beiträge führen.

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