Sichtschutz im Garten: So vermeiden Sie fremde Einblicke

Bildquelle: Barbara Helgason – Fotolia.com

Der eigene Garten ist ein Stück Freiheit, den man ungetrübt genießen möchte. Anders als innen ist die Privatsphäre im Grünen schwerer zu bewahren. Denn Nachbarn und Spaziergänger können ungehindert einen Blick in den Garten werfen. Um sich weitgehend ungesehen zu bewegen, hilft der Aufbau eines Sichtschutzes im Garten.

Vor der Planung des Sichtschutzes sollte man sich über mögliche Vorschriften in der Bauordnung informieren - gerade wenn der Sichtschutz an der Grundstücksgrenze stehen wird. In der Verordnung sind häufig die zulässige Höhe und die Materialien festgelegt. Diese Regelungen fallen jedoch abhängig vom Bundesland unterschiedlich aus. In einigen Bundesländern legt das Nachbarschaftsrecht oder die Gestaltungssatzung der Gemeinde den gestalterischen Rahmen fest.

Sind die Bestimmungen geklärt und Absprachen mit den Nachbarn getroffen, geht es an die Entscheidung über Form und Material des Sichtschutzes im Garten. Dafür kommen Materialien wie Holz oder Bambus infrage. Auch Pflanzen sind für eine natürliche Trennwand geeignet.


Lebender Sichtschutz: Hecken und Sträucher

Eine klassische Variante, die als Sichtschutz in deutschen Gärten dient, ist die immergrüne Hecke. Eine dichte Wand, beispielsweise aus Eibe oder Thuja, bietet einen ganzjährigen Sichtschutz und kann einen Gartenzaun ersetzen. Die pflegeleichten Hecken benötigen ein bis zwei Mal im Jahr einen Zuschnitt. So bleiben sie in Form und ragen nicht auf den Gehweg hinaus.

Ein Nachteil ist, dass die Hecke längere Zeit des Wachstums benötigt, bis sie als Sichtschutz dient. Wie lange dies dauert, hängt von der Größe der Pflanzen beim Kauf und den Standortbedingungen im Garten ab. Eine Wachstumszeit von ein bis zwei Jahren ist jedoch nicht außergewöhnlich.

Eine schöne Alternative zur dichten Hecke bieten Sträucher wie Ranunkel, Hartriegel oder Forsythien. Sie haben einen starken Blütenwuchs und bilden so einen schönen Sichtschutz – allerdings nur zwischen Frühjahr und Herbst. Die meisten Sträucher werfen dann ihre Blätter ab und müssen zurückgeschnitten werden.

Für Hecken und Sträucher gilt: Die Pflanzen dürfen nicht zu dicht aneinander gepflanzt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass einzelne Gewächse durch einen Mangel an Platz und Licht eingehen und entfernt werden müssen.


Schnelle Lösung: Kletterpflanzen

Kletterpflanzen wachsen im Vergleich zu Hecken und Sträuchern schnell und bieten einen guten Sichtschutz im Garten. Sie gedeihen sowohl in Blumenkübeln als auch in Beeten an Rankhilfen. Allerdings sind viele Kletterpflanzen nur einjährig und müssen jedes Jahr erneuert werden. Folgende, schnell wachsende Kletterpflanzen besitzen ein dichtes Blattwerk und dekorative Blüten:

● Schwarzäugige Susanne: Einjährige Kletterpflanze mit einer Wuchshöhe von bis zu zwei Meter. Ihre Blüten sind weiß, gelb oder orange und zeigen zwischen März und Oktober ihre Pracht.

● Duftwicken: Einjährige Schlingpflanze, die bis zu drei Meter in die Höhe wächst. Ihre Blüten gibt es in einer großen Farbvielfalt, beispielsweise in Weiß, Violett oder Rot. Ihre Blütezeit ist zwischen Juli und Oktober.

● Prunkwinde: Einjährige Schlingpflanze mit Ranken bis zu drei Meter. Ihre Blüten blühen in verschiedenen Blau- und Rottönen zwischen Juli und Oktober.


Natürliche Materialien: Bambus oder Holz

Sichtschutzelemente aus natürlichen Materialien wie Bambus oder Holz sind robust und vielseitig einsetzbar.

Fertigbauelemente wie Flechtzäune aus Holz lassen sich schnell installieren. Hierfür ist eine feste Verankerung im Boden wichtig, da die Fertigbauelemente durch ihre große Oberfläche leicht durch starken Wind umgestoßen werden. Eine weitere Variante sind Holzpalisaden. Das sind gleichmäßig rund geschnittene Holzstämme mit angespitztem Ende. Gartenbesitzer befestigen diese einfach im Boden. Das Ratgeberportal bauen.de empfiehlt zur Befestigung ein Schotterbett , damit Regen- oder Gießwasser abfließt und das Holz nicht morsch wird. Zudem ist die regelmäßige Pflege des Holzes mit Holzschutzlack wichtig.

Edler wirkt ein Sichtschutz aus Bambus im Garten. Im Baumarkt gibt es Bambusmatten aus dünnen Bambusstäben zu kaufen. Diese lassen sich entweder zwischen Holzpfosten oder in einem Rahmen aus dickeren Bambusstangen montieren. Bambusmatten und Bambusstangen gibt es im Baumarkt zu kaufen. Die dickeren Bambusstangen werden ebenfalls als Sichtschutzwand genutzt. Auch sie müssen fest im Boden verankert werden, damit sie Wind und Wetter trotzen.

Da Sichtschutzelemente aus Holz oder Bambus in kleineren Gärten oft wuchtig und massiv wirken, empfiehlt sich das Anlegen von Beeten vor dem Sichtschutz. Mit hohen Sträuchern, geeigneten Kletterpflanzen oder unterschiedlichen Rosenbüschen wirkt das Gesamtbild verspielter.


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