Laufende Kosten im Haus: mehr als Peanuts

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    Seit 2013 sind Hausbesitzer selbst dafür verantwortlich, einen Schornsteinfeger mit der Heizungsüberprüfung zu beauftragen. (Bild: iStock_thorbjorn66)

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    Laufende Kosten im Haus sind auch die für die Müllabfuhr. Die Höhe legt jede Gemeinde in Eigenregie fest. (Bild: iStock_Redline)

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    Grundstücksbesitzer sind verpflichtet, den Bürgersteig von Schnee und Eis zu befreien. (Bild: iStock_undefined)

Überblick über laufende Kosten im Haus

Laufende Kosten im Haus fallen auch für die eigenen vier Wände an: Heizung, Strom, Wasser, dazu Versicherungen, Müllabfuhr und Grundsteuer summieren sich für ein mittelgroßes Haus mit drei bis vier Bewohnern auf einige hundert Euro monatlich.

Hauseigentümer zahlen zwar keine Miete (mehr). Doch das bewohnte, warme Eigenheim kostet über Zins und Tilgung hinaus regelmäßig Geld. Die Posten laufende Kosten Haus pro Monat sind da keineswegs Peanuts. Weil Finanzierungspläne von Hausbauern und –käufern oft auf Kante genäht sind, sollte man sich rechtzeitig und realistisch die Karten legen, welche Rechnungen man für Haus und Hof nach dem Einzug „nebenbei“ noch regelmäßig zu begleichen hat.

Die in diesem Beitrag genannten laufenden Kosten im Haus können, insbesondere bei Energie und Wasser, natürlich nur grobe Schätzungen sein, die als Kalkulationsgrundlage dienen. Abgaben wie Grundsteuer und Müllabfuhr sind regional unterschiedlich. Wer es genau wissen will, sollte sich rechtzeitig bei der Gemeinde, in der das neue Haus steht, nach den geltenden Gebühren erkundigen.

Heizung/Warmwasser

Traditionell einer der dicksten Posten bei den laufenden monatlichen Kosten ist der Heizöltank im Keller. Allerdings haben diverse Energieeinsparverordnungen Gutes bewirkt. Neubauten (insbesondere die Typen Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus) sind besser gedämmt als früher. Die nötige Heizenergie pro Quadratmeter sinkt kontinuierlich. Das nützt einerseits dem Klima und schont andererseits den Geldbeutel des Hausbesitzers. Mittlerweile gibt es auch diverse konkurrierende Techniken, von der Luft-Wasser- Wärmepumpe über die Öl-Brennwertheizung bis hin zur Pelletheizung – mit oder ohne Solarthermie.

Dabei gilt in der Regel: Wer seine Heizungskosten niedrig halten will, muss höhere Investitionen in die Anlage schultern. Bei der Entscheidung für ein Heizsystem sollte man auch die Preissteigerungsraten der verschiedenen Brennstoffe beobachten, um sein Einfamilienhaus auch in fünf oder zehn Jahren so wirtschaftlich wie möglich zu beheizen. Rund 30 bis 40 Euro monatlich sollten Käufer eines neuen Eigenheims für Heizung und Warmwasser kalkulieren.

Heizungswartung

Aber auch die regelmäßige Wartung der Anlage durch einen Fachmann zählt zum vorausschauenden Pflichtprogramm eines Hausbesitzers und zu den laufenden Nebenkosten beim Haus. Sie beträgt etwa 400 Euro jährlich.

Schornsteinfeger

Die regelmäßige Überprüfung von Öl- und Gasheizungen in neuen und älteren Häusern ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben. Seit 2013 sind Hausbesitzer übrigens selbst dafür verantwortlich, einen Schornsteinfeger zu beauftragen. Die Gebühren unterscheiden sich allerdings von Bundesland zu Bundesland. Faustregel: Der Schornsteinfeger schlägt jährlich mit 100 bis 120 Euro zu Buche.

Strom

Strom und Heizkosten haben eines gemeinsam: Tendenziell steigenden Preisen kann man (teilweise) entgehen, wenn man den Strom per Photovoltaik auf dem Dach selbst produziert. Wenn man seinen gesamten Strom bei einem Versorger einkauft, kommen dabei für ein 150 Quadratmeter großes Einfamilienhaus monatlich mindestens 75 Euro für die laufenden Kosten im Haus zusammen, Tendenz: steigend.

Wasser/Schmutzwasser/Regenwasser

Für Wasser bezahlen Hausbesitzer de facto gleich dreimal: erstens das Frischwasser, zweitens das Schmutzwasser (Abwasser, Sielbenutzungsgebühr) und drittens die Gebühr für Regenwasser. Wieviel Euro pro Quadratmeter zu zahlen sind, richtet sich nach der versiegelten Grundstücksfläche, also die Hausgrundfläche plus den Pflasterungen drumherum. Auch beim Wasser legt jede Gemeinde die Gebühren der Ver- und Entsorger fest, da auch der Aufwand für die Lieferung und Entsorgung von Wasser von Ort zu Ort erheblich unterschiedlich ausfallen kann. Hier sollte man sich bei seinem Versorger informieren.
Preisbeispiel Hamburg: Hier zahlt man 2019 für einen Kubikmeter (1000 Liter) Frischwasser inklusive Schmutzwasserbeseitigung 4,00 Euro. Eine vierköpfige Familie, die pro Tag 600 Liter Wasser verbraucht, kommt also auf eine monatliche Wasserrechnung (inklusive Abwasser) von rund 72 Euro. Hinzu kommt die Niederschlagswassergebühr in Höhe von 0,73 Euro pro versiegeltem Quadratmeter Grundstück im Jahr.

Müllabfuhr

Auch die Müllabfuhr gehört zur Rubrik laufende Kosten Eigenheim. Die Höhe legt jede Gemeinde in eigener Regie fest. Hier und da richtet sich die Gebühr nach der Menge des produzierten Abfalls, dann kann man durch Müllvermeidung sparen. Wenn hingegen die Zahl der im Haushalt lebenden Personen die einzige Berechnungsgrundlage ist, lassen sich diese monatlichen Nebenkosten nicht beeinflussen. Faustregel: Die Müllabfuhr kostet zwischen 10 und 15 Euro pro Person und Monat.

Kosten für Versicherungen

Eine Brand- oder Gebäudeversicherung benötigen Hausbesitzer unbedingt. Andernfalls steht man nach einem Feuer vor der Asche seiner Existenz. Standardversicherungen, die Schäden durch Brand, Blitzschlag, Sturm und Hagel sowie Leitungswasser ersetzen, gibt es ab etwa 120 Euro pro Jahr.

Die Tarife der Versicherungen variieren je nach Größe, Baujahr und Ausstattung des Eigenheims – und natürlich nach der Höhe der Selbstbeteiligung. Entscheiden müssen sich Hausbesitzer ferner, ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist oder nicht. Auch das wirkt sich natürlich auf die Prämie aus.

Deutlich teurer werden die Kosten für ein Haus, wenn man neben Brand, Sturm und Hagel auch Naturgefahren (Elementarversicherung) – insbesondere Schäden durch Hochwasser, Schnee- und Eisdruck, Bodensenkungen – mitversichert. Das Vergleichsportal Check 24 zeigt hier Tarife ab etwa 230 Euro an. Bei der Versicherung von Elementarschäden ist der Standort des Gebäudes für die Einteilung in eine Gefahrenklasse wichtig. Allerdings gibt es Standorte, für die Versicherungen gar keinen Elementarschutz anbieten, zumeist in Hochwassergebieten und Gebirgslagen mit großer Lawinengefahr.

Reparaturen und Instandsetzungen

Im Haus plötzlich etwas kaputt, das kann schnell teuer werden. Eine Wasserleitung bricht, die Haustür lässt sich nicht mehr schließen oder es regnet plötzlich durch das Dach herein. Um auf derart unangenehme Überraschungen vorbereitet zu sein, sollte man Geld für zusätzliche Kosten bei notwendigen Reparaturen auf die hohe Kante legen. 100 Euro monatlich haben sich in der Praxis bewährt.

Rundfunkbeitrag

Jeder Haushalt muss die Gebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen – unabhängig davon, ob ein TV-Gerät im Haus ist oder die ganze Familie nur Privatradio hört. Der Rundfunkbeitrag zählt auch zu den laufenden Kosten im Kaus und beträgt derzeit 17,50 Euro monatlich.

Grundsteuer

Laufende Kosten im Haus sind auch die für die Grundsteuer. Sie fällt einmal jährlich an. Sie wird von der Gemeinde festgelegt und erhoben. Um die Höhe zu berechnen, gibt es ein relativ kompliziertes Verfahren, das vor allem die Faktoren “Einheitswert” und kommunaler “Hebesatz” berücksichtigt.

Der Einheitswert beziffert grob gesagt den Marktwert einer Immobilie im Jahr 1964 (beziehungsweise für die neuen Bundesländer im Jahr 1935) und hängt vor allem ab von
der Lage des Grundstücks und der Qualität der Gebäude darauf. Von diesem Einheitswert müssen jährlich rund 3 Promille als Grundsteuer ans Finanzamt abgeführt werden. Eigentlich.

Aber nun schlagen die Gemeinden zu – mit dem “Hebesatz”. Der Hebesatz wird willkürlich von den Gemeinden festgelegt und kann bis zu 900 Prozent ausmachen, der Durchschnitt in Deutschland 2017 lag bei 534 Prozent. Um diesen Hebesatz wird die Steuer angehoben.
So werden aus 3 Promille des Einheitswerts im schlimmsten Fall schlappe 3 Prozent, also das Zehnfache.
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Schlagwörter: Heizkosten senken, Stromspar-Check