Entwicklung der Bauhaus-Architektur

  • Fingerhaus_NEO_Außenansicht

    Grafischer Blickfang – typisch Bauhaus: Farbflächen und Fensterformate bilden eine harmonische Komposition.(Foto: FingerHaus)

  • Bauhaus Archiv Dessau_Sommerfeld_1921

    Haus Sommerfeld. Berlin, 1921 (Foto: Bauhaus-Archiv)

  • Bauhaus_Haus am Horn 1923

    Haus am Horn, Weimar, 1923 (Stiftung Bauhaus Dessau/Foto: Christoph Petras)

  • Bauhaus Haus Rietveld Schröder 1924

    Haus Rietveld Schröder, Utrecht, 1924 (Wikipedia/Hay Kranen)

  • Bauhaus Meisterhäuser 1926

    Meisterhäuser, Dessau. 1926 (Stiftung Bauhaus-Dessau/Foto: Martin Brück)

Bauhaus reloaded

100 Jahre nach seiner Gründung ist Bauhaus in aller Munde und Inbegriff der architektonischen Moderne. Seine klaren Linien begeistern Bauherren mehr denn je.

Eigentlich spielte die Architektur im Bauhaus anfänglich kaum eine Rolle. Der Anlass seiner Gründung war komplexer. Am Ende des 19. Jahrhunderts löste Deutschland Großbritannien als führende europäische Wirtschaftsmacht ab. Rasch zeigte auch damals schon der Wettbewerb, dass gute Produktgestaltung ein nicht zu unterschätzender Verkaufsvorteil war. Für die deutsche Industrie ging es darum, ihre neue Vormachtstellung mit einem bestimmten Stil zum Ausdruck zu bringen.

Gründung in Weimar

Diese große Aufgabe wollte sein Gründer Walter Gropius bewältigen, indem er 1919 Kunst und Handwerk in einer staatlichen Kunstschule in Weimar zusammenführte. Er wollte damit den vergangenheitsseligen Historismus ersetzen. Durch einen reduzierten, futuristischen Stil. Künstler, die Formen nicht nur entwarfen, sondern auch selbst herstellten, sollten eine ganz neue Formensprache finden, die dann industriellen Fertigungsprozessen angepasst werden konnte. So wurde das Staatliche Bauhaus zur Wiege einer Vielzahl von Stilen. Wie Klassische Moderne, Internationaler Stil, Neue Sachlichkeit oder Funktionalismus. Durchgesetzt hat sich Bauhaus aber zunächst im Industrie- und Grafikdesign.

Umzug nach Dessau und schließlich Berlin

Damals in der Weimarer Republik galten seine Lehrer, Schüler und Anhänger als links und internationalistisch. Das missfiel den erstarkenden nationalkonservativen Kräften. So führte eine Etatkürzung von 50 Prozent zum Umzug aus dem konservativen Thüringen ins sozialliberalere Dessau, unterstützt vom fortschrittlich denkenden Flugzeugbauer Hugo Junkers.

Erst der Schweizer Architekt Hannes Meyer, der 1928 als Nachfolger von Walter Gropius für das Bauhaus nicht nur die Devise ausgab „Volksbedarf statt Luxus“ und die Zusammenarbeit mit der Industrie intensivierte, bewirkte eine Konzentration auf das Fach Architektur. Er wurde 1930 fristlos entlassen. Und auch Ludwig Mies van der Rohe schaffte es bei der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 nicht, die Auflösung des Bauhaus nach nur 14 Jahren – mittlerweile stark verkleinert und als Privatinstitut nach Berlin-Steglitz umgezogen – zu verhindern.

Dass auch heute noch Bauhaus aktueller ist denn je, zeigt nicht nur die Architektur. Dazu passt ein Zitat des letzte Bauhaus-Direktors Mies van der Rohe: „Eine solche Resonanz kann man nicht mit Organisation erreichen und nicht mit Propaganda. Nur eine Idee hat die Kraft, sich so weit zu verbreiten.“ Was aber steckt hinter dieser Idee? Eine modellhafte Haltung und der Wille, Dinge von Grund auf neu zu denken.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der Ausgabe März/April von "mein schönes zuhause°°°"
Keine Kommentare vorhanden

Kommentare sind geschlossen.