Gartenbewässerung mit Spaß und Köpfchen

Die Kunst des Wässerns

Wasser ist kostbar. Und auch die Gartenbewässerung wird immer teurer. Intelligente Gießtechnik, einfache Sammel- und automatische Bewässerungssysteme dank smarter Wassercomputer machen Ihren Garten fit für das Klima von morgen. Das gefällt auch dem Nachwuchs und schont Ihr Portemonnaie.

Von Altbundeskanzler Adenauer lernen, heißt seinen Garten bewässern lernen. Der passionierte Hobby-Gärtner ertüftelte nicht nur die Gießkanne mit aufklappbarem Deckel. Er war ein Bewässerungsplaner bis ins Detail, bevor auch nur ein Stein seines Hauses bei Bonn gesetzt war.

Die Gartenbewässerung zu planen und sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, wie man in heißen Monaten höheren Wasserbedarf der Pflanzen im Garten stillt, dem Albtraum schlapper Blüten und strohgelben Rasens vorbeugt, macht Sinn. Das beginnt bei scheinbaren Kleinigkeiten wie einem Wasserhahn, angeschlossen an der Hauswand (besser mehreren!) und endet spätestens bei der Überlegung, wie man für die Bewässerung von Beet und Hecke eine exorbitante Wasserrechnung vermeiden kann.

Wasser marsch – aber in Maßen

Regenwasser für die Bewässerung des Gartens zu nutzen, ist das Beste, was man tun kann. Die Pflanzen lieben jede Menge Wasser von oben, weil es von hoher Qualität und weicher und weniger kalkhaltig ist als das aus der Leitung. Vor allem aber spart es teures Trinkwasser. Und: Niederschläge aufzufangen, wird zusätzlich von den Kommunen belohnt. Wer für seine Bewässerungsanlage im Garten eine Zisterne ohne Überlauf ins Kanalnetz nachweisen kann, bekommt satte Ermäßigung auf die Niederschlagsgebühren – ebenso übrigens wie für wasserdurchlässig befestigte Bodenflächen oder Versickerungseinrichtungen auf dem Grundstück.

Gartenbewässerung Bosch Gartenpumpe
Die Akku betriebene Pumpe kann man auf fast alle Wassertanks bis 1.000 Liter Füllmenge setzen und daran einen bis zu 25 Meter langen Gartenschlauch anschließen. (Foto: Bosch Powertools)

Ein Viertel bis ein Drittel des gesamten Wasserverbrauchs eines Einfamilienhauses entfällt auf die Gartenbewässerung. Es kann sich also durchaus lohnen, in einen preiswerteren Regenwasserspeicher zu investieren. Das kann eine einfache Regentonne sein, die auffängt, was vom Dach rinnt.

Bei einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von 800 l/m² kann beispielsweise ein Haushalt mit 200 Quadratmeter Dachfläche und ebenso großem Garten den Leitungswasserverbrauch um rund 70.000 Liter jährlich reduzieren. Aber auch die Anschaffung eines Erdtanks zahlt sich oft aus. Aus dem lassen sich nämlich zudem Waschmaschine und Toilettenspülung speisen. Und damit rund 80 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs eines Eigenheims abdecken.

Gartenbewässerung Wassertank
Der unterirdisch verlegte Regenwassertank spart doppelt: Die Niederschläge können zur Bewässerung im Garten genutzt werden. Mit der nachgeschalteten Versickerungsanlage landet unverbrauchtes Wasser nicht im Kanal und kostet keine Niederschlagsgebühren. (Foto: Graf)

Erst kalkulieren, dann Kosten drücken

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, einen Brunnen bohren zu lassen, der gratis Gießwasser liefert. Welche Lösung in Frage kommt, muss man stets individuell berechnen. Je nach Wasserversorger variieren die Gebühren immens. Das zeigt allein schon ein Abwasser kosten-Vergleich: In Worms etwa zahlte ein Vierpersonenhaushalt 2020 durchschnittlich weniger als 300 Euro pro Jahr, in Potsdam mehr als 900 Euro.

Je nachdem, wo man wohnt, kann selbst ein simpler Wasserzähler für den Garten unterm Strich die Installation mehr als wert sein. Der größte Wasserschlucker ist der Rasen. Selbst in „normalen“ Sommern muss man pro Quadratmeter mit etwa fünf Liter Wasser alle zwei bis drei Tage kalkulieren. Das größte Problem ist allerdings, dass unsere Sommer anscheinend zunehmend heiß und trocken werden und der Sommerregen meist nicht gleichmäßig über mehrere Tage rieselt, sondern als kurze, heftige Schauer herunterprasselt. Deren Wirkung versickert im Wortsinn.

Effektives Rasenmanagement beginnt beim optimalen Zeitpunkt der Gartenbewässerung. Faustregel: Je früher, desto besser. Im Morgengrauen ist der Boden noch kühl und nimmt das Wasser reichlicher auf. Zudem verdunstet es nicht so rasch. Damit die Feuchtigkeit die Wurzeln erreicht, Pfützen stehen lassen. Also den Rasensprenger alle paar Tage länger an einer Stelle laufen lassen, statt ihn zu fix weiter zu tragen.

Gartenbewässerung Kärcher
Eine Fasspumpe macht die Regentonne zum Wasserspender. Schlauch wie Wasserhahn lassen sich an ihr befestigen. Mit ihrer biegsamen Röhre kann man sie einfach und schnell flexibel in der Tonne platzieren. Droht sie trocken zu laufen, schaltet sie sich automatisch ab. (Foto: Kärcher)

Gras liebt feinen Nebel

Vor dem Kauf des Regners sollte man sich klar machen, welches Modell die Rasenfläche am effektivsten abdeckt, ohne Terrasse, Wege oder Nachbargrundstücke unnötig unter Wasser zu setzen. Bequemer und ökonomischer sind Bewässerungsanlagen mit unterirdisch verlegten Leitungen. Es gibt sie mit perforierten Schläuchen für wurzelnahe Versorgung, mit versenkten Düsen, die nur bei Betrieb auftauchen, mit simpler Zeitschaltuhr und mit smarter Computertechnik zur automatischen Gartenbewässerung, die mit Wetterdaten und Bodenfeuchtewerten arbeiten. Ob eher einfach oder luxuriös – bedarfsgerechter Automaten-Nebel ist ein Garant für gesundes Gras.

Know-how für den Schlauch

Auch die anderen Pflanzen im Garten und auf Balkon und Terrasse mögen entweder den reichlichen Guss alle paar Tage oder aber stetige sanfte Bewässerung – beides nach der Devise „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Wer die gute alte Gießkanne benutzt, sollte den Brauseaufsatz verwenden, der das Wasser auf der Fläche verteilt. Das ist nicht nur sparsamer, sondern auch für die Flora angenehmer. Angenehm für den Gärtner ist ein möglichst flexibler und knickfreier Gartenschlauch. Achten Sie auf eine spiralförmige oder diagonale Gewebearmierung unter der Gummihülle.

Sie macht den Schlauch zugleich biegsam und knicksicher. Mit einem Aufsatz, der mehrere Gießarten ermöglicht, lässt sich die Wasserabgabe maßvoll steuern.

Graf Hochbeet
Speziell für Hochbeete haben Ingenieure das Garantia Flora-Wassersparsystem entwickelt. Unterhalb der Wurzeln gibt es ein Feuchtigkeitsreservoir, aus dem die Pflanzen stets so viel Wasser ziehen, wie sie gerade brauchen. (Foto: Graf)

Tröpfchenweise Blüherfolg

Die optimale Bewässerung ist allerdings die sogenannte Tropfbewässerung. Dabei bekommen die verschiedenen Pflanzenarten stetig in kleinen Portionen exakt die  Feuchtigkeitsmengen, die sie brauchen. Gleichzeitig drosseln sie mit der Zeit ihren Wasserverbrauch. Eine Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zeigte: Sowohl im Gewächshaus, als auch im Freiland gedeihen sämtliche Gewächse damit üppiger und – im Falle von Obst und Gemüse – ertragreicher.

Balkonpflanzen Bewässerung Kärcher
Schon mit einem Startpaket werden 15 Balkonpflanzen tröpfchenweise mit Wasser versorgt. Der Zuführschlauch ist zehn Meter lang. Für die Installation braucht man kaum Zeit und null Werkzeug. (Foto: Kärcher)

Zudem gab es weniger Bodenfäule als beim Gießen per Hand. Grundsätzlich gib es zwei Verfahren: Entweder benässt ein perforierter Perlschlauch eine ganze Pflanzenreihe.
Oder ein Tropfschlauch wässert mit seinen Düsen am Ende punktuell. Beides kann im Baukastensystem mit Zeitschaltuhr, Pumpe und Feuchtefühlern kombiniert und so je nach Wunsch immer weiter zur automatischen Bewässerungsanlage werden. Auch in das Smart Home lassen sich Micro drip Systeme problemlos integrieren und dann auch von Ferne steuern.

Spartipp: Wasserzähler für draußen

Wer für die Gartenbewässerung (auch) Trinkwasser abzapft, kann mit einem zusätzlichen Wasserzähler möglicherweise Geld sparen. Denn jeder Tropfen, der aus der Leitung fließt, kostet normalerweise zweifach: Lieferkosten für Trinkwasser und Abwassergebühren. Wobei das Abwasserentgelt meist teurer ist als die Frischwasser-Lieferung. Gibt es für den Garten allerdings einen eigenen Wasserzähler, ziehen die Gemeinden die dort entnommene Menge vom Schmutzwasservolumen ab. Es landet schließlich nicht in der Kanalisation.

Ob sich der Einbau lohnt, hängt davon ab, was einerseits der Einbau kostet – und wieviel Gebühren sich übers Jahr einsparen lassen. Gebühren und Vorschriften sind regional sehr unterschiedlich. Für das Abwasser zum Beispiel werden zwischen einem und bis zu vier Euro pro Kubikmeter fällig. Je nach örtlichen Bestimmungen liegen auch die Kosten für Einbau des Zählers – in Eigenregie oder vom Fachmann – weit auseinander.

Als Faustregel gilt: Pro Woche benötigt ein Garten 15–25 Liter Wasser pro Quadratmeter. Bei einer durchschnittlichen Gartengröße in Deutschland von 300 m² und fünf Monaten Bewässerungszeit pro Jahr schluckt die Grünanlage also zwischen 90.000 und 150.000 Liter – oder 90-150 m³ – Wasser pro Jahr. Bei entsprechend hohen Abwassergebühren wären also mit separatem Garten-Wasserzähler Jahr für Jahr bis zu 600 Euro einzusparen.

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