Lüftungsheizung: Die Wärme kommt mit der Frischluft

Kontrolliertes Lüften für ein gutes Raumklima

Die Lüftungsheizung ist eigentlich nichts Neues. Schon die alten Römer leiteten recht komfortbewusst von Feuern erwärmte Luft durch Kanäle in Böden und Wänden, um es behaglicher zu haben. Der entscheidende Nachteil dieser Art von Heizung: Luft kann Wärme nur sehr schlecht speichern und transportieren.

So kam das Wasser ins Spiel, das bei Kälte heute meist unsere Häuser heizt – über Radiatoren oder Rohrleitungen in Böden oder Wänden. Heißes Wasser kann nämlich erheblich länger durch solche Verteilsysteme strömen. Bevor es dann am Ende eines Kreislaufs abgekühlt ist, wieder erhitzt werden muss und erneut seine Runde beginnt.

Mit der Entwicklung der Wärmepumpe und dank des drastisch gesunkenen Wärmebedarfs der luftdichten, hochgedämmten Effizienzhäuser auf modernem Passivhaus-Niveau eröffneten sich jedoch neue Optionen. Für ein gesundes Raumklima müssen solche Wohngebäude kontrolliert gelüftet werden. So kann Feuchtigkeit hinausgeschafft und Schimmel vermieden werden. Und verbrauchte Raumluft wird durch Frischluft ersetzt.

 

Die Lüftungsheizung: Wäre kommt mit der Frischluft
Das Proxon-System besteht aus dem Zentralgerät und einem 300-Liter- Wasserspeicher für die Trinkwassererwärmung. Die Luftheizung tauscht mindestens alle zwei Stunden verbrauchte Raumluft zugfrei gegen gefilterte Frischluft aus. Für eine eventuell gewünschte höhere Badtemperatur sorgt bei diesem System eine elektrische Zusatzheizung.  (Foto: Zimmermann/Weberhaus)

Da die dafür notwendige stringente Fensterlüftung von Hand kaum zu gewährleisten ist und außerdem bei Kälte kostbare Heizenergie verschwendet, kommt die automatisierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ins Spiel. Die Norm DIN 1946 schreibt sogar für jedes neugebaute Haus ein Lüftungskonzept vor. So ist die kontrollierte Wohnraumlüftung heute Standard im modernen Eigenheim.

Frischluft-Komfort

Sie saugt frische Luft von außen an. Dann führt sie sie über Kanäle im Boden oder in der Decke an ihren Bestimmungsort und saugt die verbrauchte Raumluft wieder ab. Dabei überträgt eine solche Anlage in einem Wärmetauscher die Wärme der Abluft auf die kühlere Zuluft. Zwischen 80 und 95 Prozent der Energie bleiben dabei im Haus. Das halbiert den Heizbedarf. Selbstverständlich können auch mit einer solchen Anlage jederzeit die Fenster geöffnet werden. In der Heizperiode nur eben nicht so energieeffizient.

Anstatt ein zusätzliches wassergeführtes Heizsystem wie zum Beispiel eine Fußbodenheizung zu installieren, kann auch so eine Lüftungsanlage mithilfe einer Luft-Luft-Wärmepumpe zur aktiven Heizung werden. Die arbeitet wie ein umgekehrt funktionierender Kühlschrank: Sie heizt die bereits vorgewärmte Zuluft auf die voreingestellte Raumtemperatur auf.

Die Wärmepumpe kurz erklärt

Lüftungsheizung: die Wärme kommt mit der Frischluft
(Foto: Schwörerhaus)

Die Wärmepumpe funktioniert nach dem selben Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Das Kühlgerät befördert mithilfe von Strom, einem Kompressor und Kältemittel die Wärme aus dem Innenraum nach draußen. Die Folge: Innen wird es kalt. Die Wärmepumpe befördert umgekehrt Wärme von außen nach innen: Drinnen wird es warm. Standard ist heute: mit einem Teil elektrischer Energie lassen sich vier Teile Wärmeenergie aus Luft oder Erdreich gewinnen. Schwörerhaus hat 1983 eine eigene Luftheizung entwickelt und baut sie noch heute selbst. Hinter dem Wärmetauscher bringt eine Luftwärmepumpe die Frischluft auf die eingestellte Raumtemperatur; Heizregister schalten sich nur bei extremer Kälte zu. Die Abluft gelangt durch den Filter unten links in den Wärmetauscher, der ihre Energie an die Zuluft überträgt, und durch den Stutzen oben rechts ins Freie.

Für warme Füße im Bad

Die Lüftungsheizung: Wäre kommt mit der Frischluft
Spezialität der LWZ 604 air: Die Luftheizung bedient auch einen kleinen wassergeführten Heizkreis- lauf, beispielsweise für eine Fußbodenheizung im Bad. Und: Wassererwärmung und Luftheizung sind in einem Gerät kombiniert. Die Steuerung ist kinderleicht und benötigt nur ein kleines Display. (Foto:Stiebel Eltron)

Bei extremer Kälte können sich raumweise elektrische Heizelemente zuschalten. Nur das Bad verfügt dann noch über eine Fußbodenheizung. Oder einen Heizkörper, meist in Form eines Handtuchwärmers. Beide funktionieren meist elektrisch. Ein Luftheizsystem allerdings kann noch zusätzlich einen kleinen Heizwasserkreislauf speisen, der für ein Bad ausreicht.

 

Die Lüftungsheizung: Wäre kommt mit der Frischluft
Über Auslässe in Wand, Decke oder Boden strömt die gewärmte Frischluft in Wohn- und Schlafräume. In der Küche und in den Bädern wird die verbrauchte Luft abgesaugt. (Foto: Zehnder)

Wohlige Kaminwärme

Ein Kaminofen kann eine Lüftungsheizung wirksam unterstützen. Auch ein Erdwärmekollektor versorgt nicht nur im Winter die Zuluft zusätzlich mit regenerativer Wärme: Im Sommer kühlt sie obendrein bei Hitze. Zur Trinkwassererwärmung kommt bei Luftheizungssystemen eine weitere Wärmepumpe ins Spiel. Sie arbeitet je nach Aufstellung mit der Wärme der Keller- oder der Außenluft. Auch Solarthermie- Kollektoren sind zur Wassererwärmung integrierbar. Ideal ist allerdings die Integration von Photovoltaik zur Eigenstromversorgung der Frischluftheizung.

 

Wäre kommt mit der Frischluft
Der Serviceaufwand einer Lüftungs- anlage ist gering: Nur die Filter müssen turnusmäßig gewechselt werden, um Kanäle und Technik sauber zu halten. (Foto: Stiebel Eltron)

Die Vorteile der Luftheizung liegen auf der Hand: Bei einem vollständigen Luftwechsel alle zwei Stunden ist die obendrein gefilterte Luft immer frisch. Dazu ist sie im Winter behaglich warm. Im Sommer ist sie angenehm angekühlt. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt der einfach austauschbaren Filter: Es fällt nur noch halb soviel Staub im Haus an.

So funktioniert die Lüftungsheizung

 Wäre kommt mit der Frischluft
(Foto: Zimmermann/Weberhaus)

Heizen, Lüften, Kühlen und die Trinkwasser-Erwärmung – das alles funktioniert in nur einem System. Mit Nutzung von Umweltenergie und der Wärmepumpentechnik.

Heizen:

Die Frischluft 1 wird von außen angesaugt. Im Zentralgerät 2 wird sie dann zunächst durch einen Wärmetauscher geleitet. Er überträgt die Abluftwärme auf die Frischluft. In der Luft-Luft-Wärmepumpe des Zentralgeräts wird sie weiter aufgeheizt. Durch einen schallgedämmten Verteiler 3 und isolierte Leitungen strömt die warme Frischluft 4 dann über Lufteinlässe in Wand oder Decke 5 in die Wohnräume sowie – automatisch leicht ab- gekühlt – in die Schlafräume und Kinderzimmer. Die Lufteinlässe verfügen zusätzlich über eine elektrische Heizfunktion: Bei extremer Kälte erwärmen sie die Frischluft noch weiter. Die gewünschte Raumtemperatur wird geregelt über ein zentrales Touchdisplay 6 oder über Nebenpanels 7 in den Wohn- und Schlafräumen.

In Küche und Bädern saugen Abluftventile 8 die verbrauchte Luft an. Im Zentralgerät wird deren Wärme an die frische Zuluft übertragen. Die nun kühle Fortluft 9 strömt ins Freie. Eine zweite Wärmepumpe im Trinkwassertank 10 erhitzt das Wasser. (Für kleinere Wohneinheiten können Zentralgerät und Wasserspeicher in einem einzigen Gerät 11 kombiniert werden.) Strom für die elektrischen Wärmepumpen kommt idealerweise von der Photovoltaik 12 auf dem Dach.

Kühlen:

Die zusätzliche Kühlfunktion senkt bei entsprechender Beschattung die Raumtemperatur nicht nur um einige Grad. Sondern sie entfeuchtet die Luft dabei auch. Wärmetauscher und Wärmepumpe im Zentralgerät arbeiten dabei einfach in umgekehrter Richtung.

 

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