Als Team unschlagbar

Wertvolle Profi-Tipps zur Inszenierung von Rosen im eigenen Garten finden Sie in "schön + grün", unserem E-Book für alle Gartenfreunde.

Sinnlichkeit, Duft und Schönheit adeln sie zur Königin. Doch im Garten ist’s wie im Leben: Sogar Rosen brauchen mitunter Mitspieler und eine Bühne. Die Landschaftsarchitekten Sigrun Schnee und Sigurd Henne geben Tipps, wie man die Königin am besten inszeniert – und diszipliniert.

Kehrte im alten Rom ein Heerführer siegreich nach Hause zurück, durfte er an seinem Schild zum Zeichen des Triumphes eine Rose befestigen. Das Ritual überdauerte das Römische Reich und hat so wohl mit dazu beigetragen, dass sich heute in vielen europäischen Familienwappen Rosen finden. Auch die beiden englischen Herrscherhäuser York und Lancaster kämpften vor über 500 Jahren im Zeichen der Rose um den Thron.


Sie begründeten damit den „Rosenkrieg” und etwas später die Wappenrose des heutigen Königshauses, die ‘Tudor-Rose’ – ein Farbkompromiss: Die weiße Rose der Yorks wurde über die rote der Lancasters gelegt. Mit ihrer machtpolitischen Vernunftheirat leisteten die einst streitenden Familien auch einen Beitrag zur Gestaltung mit Rosen, ein ebenso altes wie schwieriges Thema. Die Königin der Blumen besitzt mit ihrer Ausstrahlung zwar alles Talent zur Selbstdarstellerin.


Doch der Preis ihrer Eleganz und Sinnlichkeit besteht in der Schwierigkeit, einen Garten so zu gestalten, dass die Umgebung der Rose nicht die Show stiehlt, sondern ihren Auftritt wirkungsvoll begleitet – und umgekehrt. Wenn der heimische Garten zunehmend zum grünen Wohnzimmer wird: Welchen Stellenwert nehmen darin Rosen ein – die Couchgarnitur, um die sich alles dreht, der antike Sekretär, den alle bestaunen, oder das Wandgemälde, an dem man nicht vorbeikann?


Prof. Sigurd Henne, dessen Tätigkeitsfelder Stadt- und Umwelt-, Landschafts- und Freiraumplanung sind, beantwortet die Frage salomonisch: „Es kommt darauf an, welche Rosentypen verwendet werden. Rosen können der Blickfang sein, wenn sie wie Strauchrosen solitär verwendet werden können – wie ein gutes Bild, ein Rückgrat der Gestaltung. Dennoch kommt es auch dann darauf an, dass sie in eine Gesamtgestaltung eingebunden sind, in ein Thema, eine Planungsidee.”


Fotos: Sigrun Schnee Büro für Gartenarchitektur Nürtingen; Carola Ettwein/privat

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