Die Farben Le Corbusiers zur Innenraumgestaltung

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    Die puristische Farbpalette von 1931 umfasst 43 Farbtöne in 14 Serien. (Foto: Les Couleurs Suisse)

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    Selbst die weißen Häuser Le Corbusiers in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung präsentierten sich innen farbig. (Foto: Keim Farben)

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    Mit einer Auswahl von Le-Corbusier-Farben vergrößert Leicht Küchen den Gestaltungsspielraum. (Foto: Leicht Küchen)

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    Schalterhersteller Jung lässt seinen Klassiker LS 990 in den 63 originalen Farben Le Corbusiers von Hand lackieren. (Foto: Albrecht Jung)

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    Auch Heroal kleidet seine hochwertigen Fenster und Türen in Le-Corbusier-Farben. (Foto: Heroal)

Mit Farben gestalten

Auf Natur und Harmonie basiert die Farbenlehre des wohl berühmtesten Architekten der Neuzeit, der  schon früh die Bedeutung von Farben in der Architektur und Innenraumgestaltung erforschte.

Darauf, dass Le Corbusier eher Künstler als Baumeister war, weist dessen Schaffen hin. Viele seiner Bauherren beklagten konstruktive Mängel und Bauschäden. Dagegen war es stets die emotionale Wirkung von Raum, die ihn interessierte. Daher begann er früh, seine Bauten und Räume auch farblich zu gestalten. Er schuf dazu eine eigene Farbenpalette.

Zeitlos stimmig: 63 Farben in zwei Kollektionen

Viele seiner Erkenntnisse gehören heute zum Allgemeinwissen: Blau schafft Weite, Rot reduziert Raum, Grau bringt Ruhe, Weiß tritt zurück. Seine Polychromie Architecturale
ist ein System aus 63 Farben in zwei Kollektionen und hat eine zeitlose Stimmigkeit.

Le Corbusier malte anfänglich viel und setzte sich dabei mit dem Kubismus auseinander. Auf dessen Prinzipien baute auch seine Architektur auf: die rationale Komposition des Bauwerks aus geometrischen  Grundformen bei Vermeidung rein dekorativer Elemente.

Um diese Ideen zu verbreiten, gründete er zunächst mit dem Dichter Paul Dermée die Zeitschrift L’Esprit Nouveau. Seine Artikel zeichnete er mit Le Corbusier. 1920 entwickelte
er die ersten Pläne für einen quaderförmigen Haustyp mit tragenden Außenwänden in Serienfertigung. Zwei Jahre später gründete er mit seinem Cousin Pierre Jeanneret sein Architekturbüro. Die realen Berührungspunkte zum Bauhaus sind spärlich.

Aufbruch in die Moderne

Zwar haben Le Corbusier, der damals noch seinen bürgerlichen Namen Charles-Édouard Jeanneret-Gris führte, Bauhaus-Gründer Walter Gropius und der letzte Bauhaus-Direktor Ludwig Mies van der Rohe allesamt im Büro von Peter Behrens in Berlin gearbeitet, dem Pionier des modernen Industriedesigns. Dennoch liegt die unübersehbare Ähnlichkeit
vieler Ideen und ästhetischer Grundsätze wohl eher im damaligen Zeitgeist begründet: dem Aufbruch in die Moderne. Den allerdings hat das Bauhaus geprägt wie nichts anderes.

Die Fondation Le Corbusier in Paris hat nun die Rechte für die Farben der Les Couleurs Suisse AG anvertraut. Lizensierte Unternehmen können die Töne der Polychromie Architecturale für Produkte wie Farbe, Möbel, Bauelemente, Küchen, Teppich, Fliesen, Schalter, Parkett und mehr nutzen.

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