Restflächen und schwierige Grundstücke

  • Planerische Fantasie kann aus Behördenvorgaben eine Chance machen

    Der Neubau fügt sich, wie im § 34 des Baugesetzbuches gefordert, harmonisch in in den bestehenden Ortskern ein. (Foto: Baufritz)

  • links, rechts, sogar hinter der Baulücke befinden sich Bestandsgebäude

    Dieses Fertighaus wurde passgenau zwischen drei Bestandsgebäude gesetzt. (Foto: Schwörerhaus)

  • Restflächen am Hang als Haus mit Wohnkeller konzipiert

    Eine Hanglage kann beim Bau auch zur Erweiterung des Raumangebotes genutzt werden. (Foto: Weberhaus)

  • Bauen auf Restflächen in dritter Reihe

    Auch Baugrund in der dritten Reihe kann eine Chance sein, wie dieses Beispiel zeigt. (Foto: Huf Haus)

Gerade dort kann sich das Bauen lohnen

Dass Baugrundstücke in gesuchten Lagen immer teurer werden, haben Sie nun oft genug gelesen. Heute wollen wir den Blick auf Restflächen und Baulücken richten, die steil, schmal oder vielleicht unattraktiv erscheinen und nicht nach Schema F bebaubar sind, sondern einen guten Architekten oder findigen Bauberater fordern. Denn oft lassen sich erheblich günstiger Restflächen oder sogar eine Baulücke kaufen. Damit machen sie den Traum vom eigenen Haus vielleicht doch noch erschwinglich.

Beispiel 1: Sanieren nicht möglich

Im Ortskern lassen sich kaum Baulücken finden. Wenn doch, hat es viele Vorzüge. Kurze Wege, eine gewachsene Nachbarschaft und historischer Gebäudebestand sind durchaus eine gute Basis für ein Grundstück. Das dann allerdings in aller Regel bereits zu den bebauten Grundstücken gehört.

Wie im Fall unserer ersten Baufamilie. Nach Verhandlungen mit der örtlichen Baubehörde wurden Abriss und ein Neubau des baufälligen Bestandshauses unter Auflagen genehmigt. Die Baulückenarchitektur musste dem § 34 des Baugesetzbuches gemäß jedoch die gleiche Kubatur haben wie sein Vorgänger und durfte auch in den Maßen nur minimal abweichen.

Der Öko-Fertighausspezialist Baufritz konnte alle Vorgaben perfekt umsetzen. Schon die Anlieferung und Montage der vorgefertigten Bauteile waren ein logistisches Meisterstück, da nur eine schmale Straße zum Grundstück im historischen Ortskern führt.

Ein Blick auf die Grundrisse zeigt die geschickte Planung der Wohnflächen im nur etwa sechs Meter schmalen Haus mit großzügiger Wohnküche. Der sich offen anschließende Wohnraum wurde in den Anbau geschoben. Bodentiefe Fensterfronten öffnen sich zum aufwendig gepflasterten Hof, der heute als Terrasse dient.

Schmal, aber trotzdem geräumig sind Schlafzimmer und Bad im Obergeschoss. Selbst für eine Sauna und eine offene Ankleide war Platz. Das Büro der Bauherren ergänzt das Raumangebot. Das große Spielparadies unter dem Dach mit bodentiefen Giebel- und großen Dachfenstern kann für spätere Nutzungen sogar geteilt werden.

Beispiel 2: Gekonnte Lückenbebauung

Die Herausforderung der nächsten Bauaufgabe bestand darin, ein Grundstück mit möglichst wenig Aufwand zu erschließen, das obendrein rechts, links und hinten an die Nachbargebäude anstößt. Auch dort war es ein individuell geplantes Fertighaus,
das nicht nur die entstandene Baulücke schloss, sondern obendrein Platz für einen kleinen Vorgarten schuf. Durch seine einfache Formensprache nimmt sich das Haus in der Reihe der ganz unterschiedlich gestalteten Bestandsgebäude zurück.

Die extravagante Teilholzverschalung gibt dem Bau nicht nur ein modernes Gesicht, sondern bildet auch optisch eine Brücke zur Fassade des rechten Nachbarn.
Die durch die Grundstücksgröße relativ winzige Grundfläche des Hauses blieb im Erdgeschoss weitgehend ungeteilt.

Im ersten Stock befinden sich Schlafzimmer, Kinderzimmer, das separate WC und das Familienbad. Jeder Wandverlauf ist durchdacht, der Raum optimal genutzt. So hat der Einbauschrank im Schlafzimmer platzsparende Schiebetüren und sein Pendant im Bad ebenso. Abgeschirmt in der Nische gegenüber der Badtür stehen Waschmaschine und Trockner. Im Dachgeschoss ein weiteres Zimmer und eine Galerie mit Balkon – perfekte
Chillzone, wenn Freunde des Sohns zu Besuch sind. Auch dort praktischerweise getrennt: Dusche und WC.

Beispiel 3: Restflächen am Hang

Das Hanggrundstück ist ein Klassiker der Restflächen. Selbst bei Gefällen von mehr als 15 Prozent könnte sich eine Wirtschaftlichkeitsprüfung lohnen, eröffnet Ihnen eine solche Lage doch nicht nur erschwerte Baubedingungen und anspruchsvollere Planung, sondern
möglicherweise eine unverbaubare Aussicht.

Die anspruchsvolle Hanglage in unserem nächsten Beispiel verlangte nach einem besonderen Baukonzept. Modern, offen puristisch – das waren die Bauherrenvorstellungen fürs neue Domizil. Aber nicht das Aussehen, sondern die optimale Ausnutzung der Hanglage und die fantastische Aussicht ins Tal lag der Baufamilie am meisten am Herzen.

Die offene Galerie gewährt durch ihre zweigeschossige Verglasung obendrein perfekte
Sichten auf den seitlichen Waldrand. Im Souterrain entstand neben Technikraum und Lager eine sonnendurchflutete Einliegerwohnung mit einem großzügigen Wohnbereich mit offener Küche und Essplatz, Schlafzimmer und Bad.

Beispiel 4: Pfeifenstiel- oder Hammergrundstück

Ein weiterer Klassiker ist das bis auf Kleingartenformat geteilte Grundstück in zweiter oder gar dritter Reihe, oft ohne direkten Zugang zur Straße. In besagter dritter Reihe wurde unser letztes Bauherrenpaar fündig und das Bauland konnte sinnvoll vom bebauten Grundstück abgetrennt werden .

Die beiden hatten dabei gleich dreimal Glück: mit 650 Quadratmetern ist die Größe des Grundstücksdrittels noch ganz ansehnlich. Obendrein grenzt die Rückseite ihrer Dritte-Reihe-Platzierung an ein Naturschutzgebiet. Und zu guter Letzt war die tatsächlich für den erforderlichen Schwerlastverkehr spektakulär schmale Zufahrt für den Fachwerk-Fertighausspezialisten Huf Haus zwar eine Herausforderung, er meisterte sie jedoch zentimeterweise, mit Fingerspitzengefühl und Bravour.

Mehr zum Thema finden Sie in der aktuellen Ausgabe von mein schönes zuhause°°°.
Schlagwörter: Hausbau