Gartenwege gestalten wie die Profis

  • Nackte Füße laufen über einen Naturstein-Gartenweg.

    Naturstein: Hochwertiges Aussehen, im Alter mit unbezahlbar natürlicher Patina. (Foto: iStock - AlexFestbaum)

  • Gartenweg aus Holz

    Holz schmeichelt den Fußsohlen, will aber gut gepflegt sein. (Foto: iStock - caoyu36)

  • Weg aus Rindenmulch durch Beete

    Rindenmulch: Schön auf Wegen durch Beete. Jedoch nicht befahrbar. (Foto: iStock - orchidpoet)

  • Betonweg

    Betonstein gibt es in vielfältigen Formen und Größen. Er wird jedoch mit den Jahren nicht schöner. (Foto: iStock - szefei)

Gartenwege gestalten mit Holz, Kies und Steinen

Zwei Dinge braucht ein lebendiger Garten – interessante Wege und plätscherndes Nass.
Die Wegführung verleiht Struktur. Wege prägen den Garten mindestens so stark wie Beete, Sträucher und Bäume. Es lohnt sich daher, bei der Planung des Grundstücks, gründlich darüber nachzudenken, wie Sie Ihre Gartenwege gestalten und welches Material Sie wählen. Professionelle Gartenplaner legen zunächst diese Lebensadern eines Gartens fest. An ihnen entlang und zwischen ihnen werden die Pflanzen angeordnet. Und oft findet ein Wasserspiel seinen idealen Ort am Schnittpunkt der Wege.

Der Weg ist das Ziel

Hören Sie gern Sand unter den Schuhen knirschen – oder sind Sie dem Charme rustikaler Natursteine erlegen? In punkto schöne oder praktische Beläge für Gartenwege haben Sie die Qual der Wahl. Wer einen Kiesweg anlegen möchte sollte bedenken: Kies und Mulch fügen sich stimmig ins Gesamtbild, sind aber schlecht befahrbar. Den Gartenweg zu pflastern mit Beton- oder Natursteinen ist allemal stabiler, aber aufwendiger zu bauen. Auch wichtig: Wie viel Aufwand will man für die Pflege – etwa die Unkrautbeseitigung betreiben?

Natürlich müssen Wege etwas aushalten – aber im Garten sind sie auch der Ästhetik verpflichtet. Wer beispielsweise einen romantischen Naturgarten anlegen möchte, sollte betonierten Untergrund tunlichst vermeiden und sich für eine Oberfläche aus Mulch oder Holz entscheiden. Allerdings muss ein Betonbelag heute kein Stilbruch mehr sein, wenn Sie Ihren Gartenweg anlegen: Die im Vergleich zu Natursteinen billigeren Natursteinimitate aus Beton wissen mittlerweile auch durch gefälliges Design und größere Vielfalt zu überzeugen: Es kommt eben immer drauf an, was man draus macht.

Zuweilen ist weniger auch mehr: Gartenwege aus einzelnen Trittplatten sind schlicht, unaufdringlich und finden auch im kleinsten Garten Platz. Bei Trittplattenwegen wird gerade so viel festes Material in den Boden eingelassen, dass man trockenen Fußes durch den Garten kommt. Das macht die Verlegung einfach und preiswert.

Planungstipps: Wo ein Wille ist, ist auch ein…

Ästhetik hin, Kreativität her – Wenn Sie Gartenwege gestalten, müssen natürlich diverse Anforderungen unbedingt erfüllen:

  • sie sollten jederzeit begehbar sein
  • sie müssen wetterfest gebaut sein
  • eine leichte Neigung muss dafür sorgen, dass Regenwasser abläuft
  • bei Trockenheit sollten Wege nicht allzu staubig werden
  • nicht zu vergessen die Wegbreite: Direkte Hauszugänge dürfen, sofern genug Platz da ist, bis zu 1,50 Meter breit sein, damit zwei Personen bequem neben- einander gehen können. Abzweigende Gartenwege kommen hingegen mit einer Breite von einem Meter aus, und für kleine Pfade in Beeten reichen 50 Zentimeter.

DIY – Gartenwege gestalten in sieben einfachen Schritten

  1. Weg abstecken und Unterbau ausheben

    Fertigen Sie sich eine maßstabsgetreue Zeichnung mit allen Maßen zur Breite, Länge und Tiefe des Aushubs an. Daraus berechnen Sie die benötigte Menge an Steine, Sand, Kies und Schotter. Jeder Zentimeter Tiefe bedeutet am Ende auch mehr Material. Dann stecken Sie den Gartenweg mit einer Schnur und Holzpflöcken ab. Der Aushub muss je nach späterer Nutzung und regionalen Bedingungen mindestens 30 cm und maximal 60 cm tief sein.

  2. Wegbegrenzung legen

    Randsteine begrenzen den Weg und dienen sowohl der Optik als auch der Stabilität. Fixieren Sie die Steine im Betonfundament. Die Betonschicht sollte 10 bis 20 cm messen und auf einem wasserdurchlässigen Schotterbett liegen. Klopfen Sie die Randsteine mit einem Gummihammer auf der richtigen Höhe und Position ein.

  3. Bettung des Gartenwegs mit Sand und Kies

    Ist der Beton ausgehärtet, legen Sie die Tragschicht für das Pflaster an. Nutzen Sie dafür Kies oder Splitt mit einer Körnung bis 32 Millimeter. Verteilen Sie das Substrat mit einem Rechen und verdichten es mit einer Rüttelplatte. Auf die Tragschicht schütten Sie nun noch eine Schicht aus Sand, die 4 bis 5 cm dick sein sollte. Je exakter Splitt beziehungsweise Sand abgezogen wird, desto besser die Qualität des späteren Pflasters. Beachten Sie dabei auch die Oberkante der Wegbegrenzung.

  4. Pflastersteine verlegen

    Nutzen Sie jetzt ebenfalls die gespannte Schnur sowie die Wasserwaage, um den korrekten Sitz der Steine sicherzustellen. Wichtig: Mindestens zwei Prozent Gefälle, und zwar immer von der Hauswand weg, damit Regenwasser ablaufen kann. Wie viele cm tiefer letztendlich das Ende Ihres Weges ist, sollten Sie vorab ausrechnen. Legen Sie die Steine mit einer Fugenbreite von 3 bis 5 Millimeter in das Wegbett und klopfen Sie diese bei Bedarf leicht an.

  5. Pflastersteine und Platten zuschneiden

    Randsteine oder Platten schneiden Sie mittels Steinknacker oder Steinschneider passgenau zu. Zeichnen Sie die gewünschte Schnittkante auf dem Stein an und legen Sie ihn in das Gerät ein. Der Knacker arbeitet schmutzarm und leise und ohne Strom, eignet sich jedoch nicht für sehr dicke Steine. In Baumärkten zu mieten für etwa 25 Euro pro Tag.

  6. Fugen verfüllen und Drainagefähigkeit herstellen

    Für die Fugenfüllung bieten sich die Optionen Fugensand oder aushärtender Fugenfüller. Bei Sand oder Splitt wird das Fugenmaterial mehrfach auf dem gepflasterten Weg verteilt und mit einem Besen sauber ein- und abgefegt.Aushärtender Fugenfüller verhindert das Auswaschen, auch Unkrautwachstum wird damit deutlich verringert. Wichtig: Er muss auf Steineigenschaften, Fugenbreite und verwendeten Unterbau abgestimmt werden.

  7. Pflasterweg abrütteln

    Damit der Rüttler die verlegten Gartenweg-Steine nicht beschädigt, reinigen Sie Platten und Pflaster gründlich von den Resten des Fugenmaterials. Nutzen Sie zudem die Gleitvorrichtung der Rüttelmaschine. Großformatige Außen- und Terrassen- platten – beispielsweise aus Naturstein – dürfen nicht abgerüttelt werden. Bei Bedarf kann abschließend noch eine weitere Sandschicht mit dem Besen verteilt werden.

Fazit: Die Wege im Garten anlegen – wahrscheinlich eine der ersten Aufgaben Ihrer Gartenplanung. Machen Sie sich zunächst ein Konzept, wie und wo sie die Gartenwege anlegen: mit eigenen Ideen, Kreativität und Überlegungen, wie Struktur, Pflegeaufwand und die Wahl aus den unterschiedlichsten Materialien. Daraus ergibt sich meist schnell ein Konzept: Soll es eher ein gepflasterter Gartenweg oder einer aus Holz oder Kies werden? Materialien wie Rindenmulch sind nur für Laufwege zu empfehlen. Nach der Planung geht es ran ans Werk. In nur sieben Schritten wird Ihr Weg zum professionellen und lebendigen Hingucker, der seine optische Wirkung garantiert nicht verfehlt.

Schlagwörter: Garten, Garten gestalten, Kleine Gärten gestalten