Brandschutzschalter in Holzhäusern

  • Hager-Brandschutzschalter

    Ein Brandschutzschalter bietet zuverlässigen Schutz vor seriellen und parallelen Fehlerlichtbögen. (AFDD von Hager)

  • COQON_Rauchwarnmelder

    Im Unterschied zu Brandschutzschaltern sind Hausbesitzer zum Einbau von Rauchwarnmeldern verpflichtet. (von COQON)

Ein Holzhaus ist so sicher wie jedes andere

Eine neue VDE-Norm sieht vor, in Holzhäusern Brandschutzschalter einzubauen. Doch der Nutzen dieser – freiwilligen – Maßnahme ist umstritten.

Holz ist ein beliebter Baustoff. Auch beim Hausbau setzen immer mehr Bauherren auf das Naturmaterial. So stieg der Anteil der in Holzfertigbauweise errichteten Häuser in den letzten Jahren stetig. Auch mehrstöckige Geschosswohnungsbauten in Holzbauweise sind nichts Außergewöhnliches mehr. Traditionell kämpfen die Holzhaushersteller jedoch mit Vorurteilen. Am hartnäckigsten gehalten haben sich die Bedenken hinsichtlich Erdbebensicherheit und Brandschutz. Entgegen der landläufigen Meinung halten Holzhäuser jedoch Erdbeben besser stand als Massivhäuser.

Auf die Konstruktion kommt es an

Auch beim Brandschutz ist es nicht so, dass Holzhäuser sofort lichterloh in Flammen stehen und abbrennen. „Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Brand entsteht – von den verwendeten Konstruktionsbaustoffen eines Gebäudes völlig unabhängig!“, betont Stefan Winter, Professor für Holzbau und Baukonstruktion an der TU München, in einem Beitrag für das Informationszentrum Holz. „Die Entstehung eines Brands liegt fast immer an menschlichen Fehlern, entweder während der Nutzung des Gebäudes oder bereits früher bei dessen Planung und Errichtung.“ Auch wenn Holz ein brennbarer Baustoff ist, muss für das Brandverhalten die gesamte Baukonstruktion berücksichtigt werden. Oft wird Holz mit Gipsbauplatten kombiniert, was sich günstig auf den Feuerwiderstand auswirkt.

Obwohl Holzhäuser also kein höheres Brandrisiko aufweisen als konventionell gebaute Häuser, sieht die aktuelle Norm DIN VDE 0100–420 seit 18. Dezember 2017 den Einbau von Brandschutzschaltern in Endstromkreisen von einphasigen Wechselspannungssystemen mit bis zu 16 Ampère ausdrücklich in Holzhäusern vor. Dabei geht es darum, sogenannte „Fehlerlichtbögen“ zu vermeiden. Diese entstehen durch schadhafte Leitungen, Isolationsfehler, lose Kontaktstellen oder fehlerhafte Endgeräte.

Gefahrenquelle Fehlerlichtbögen

Gegen diese eventuellen Brandherde ist der Einbau von Brandschutzschaltern als vorbeugende Maßnahme gedacht. Ein solcher Schalter „erkennt frühzeitig gefährliche Störungen durch parallele oder serielle Fehlerlichtbögen und schaltet sicher ab, bevor ein Brand entsteht“, erklärt die Firma Siemens, die Brandschutzschalter herstellt.

Der Schalter wird sowohl in Neubauten wie auch in bestehenden Häusern im Stromkreisverteiler eingebaut. Neben Holzhäusern sieht die VDE-Norm auch den Einbau der Brandschutzschalter in Schlafeinrichtungen in Kindertagesstätten, Seniorenheimen oder barrierefreien Wohnungen vor, außerdem in öffentlichen Gebäuden wie Bahnhöfen oder Museen. Die Initiative Elektro+ empfiehlt den Einbau von Brandschutzschaltern grundsätzlich in jedem Gebäude.

Brandschutzschalter sind nicht gesetzlich vorgeschrieben

Der ZDB der Zentralverband Deutsches Baugewerbe betont, „dass die Anwendung dieser Norm in Deutschland freiwillig ist“. Gesetzlich bindend wäre die oben genannte Norm erst dann, „wenn sie in den Landesbauordnungen als technische Baubestimmung eingeführt würde“. Somit bleibt es Bauherren überlassen, ob sie Brandschutzschalter einbauen lassen oder nicht.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der Ausgabe Januar/Fabruar von "mein schönes zuhause°°°"
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