Anstieg bei Preisen für Wohnobjekte ist nicht zu stoppen

Die Nachfrage nach Wohnimmobilien liegt derzeit ungemein hoch. Zahlreiche Bürger befinden sich auf der Suche nach dem passenden Eigenheim. Angesichts der niedrigen Marktzinsen ist dies nicht verwunderlich, denn aufgrund der niedrigen Zinsen lassen sich Finanzierungen auch mit niedrigen Einkommen stemmen. Hinzu kommt eine hohe Nachfrage von Kapitalanlegern, die Angst vor einem Euro-Crash und der Inflation haben. Infolge wird lieber auf Sachwerte anstatt auf Zinsanlagen gesetzt.

*Deutlicher Anstieg bei den Immobilienpreisen*

Der Anstieg der Nachfrage ist an den Immobilienpreisen nicht spurlos vorübergegangen. An einigen Orten haben die Preise für Wohnimmobilien deutlich angezogen, teilweise hat sich hieraus ein ernsthaftes Problem entwickelt. Vor allem in den Metropolstädten liegen die Immobilienpreise sehr hoch, nicht jeder Normalverdiener befindet sich noch in der Lage, sich ein Eigenheim in der Großstadt zu leisten.

In so mancher Stadt sind die Preise regelrecht durch die Decke gegangen. Zu den teuersten Städten im Bundesgebiet zählen München, Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart. Wer dort eine Wohnimmobilie kaufen oder bauen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Teilweise haben die Preise beträchtliche Größenordnungen erreicht. Mittelgroße Wohnungen können in München mit Leichtigkeit mehr als eine halbe Million Euro kosten – in anderen Städten befinden sich vergleichbare Objekte, deren Preise nicht einmal halb so hoch liegen.

Doch nicht nur innerhalb der Städte werden hohe Preise gefordert. In den Speckgürteln wirtschaftlich starker Großstädte haben die Immobilienpreise ebenfalls angezogen. Auch hier gelten München und Hamburg als Paradebeispiele: Im näheren Umland ist es nahezu unmöglich, günstige Wohnimmobilien zu kaufen. Nicht nur in Kleinstädten, sondern auch in Dörfern werden von den Verkäufern hohe Preise für Bestandsobjekte und Bauplätze ausgerufen.

Diese Entwicklung hat aber nicht erst mit der Euro-Krise begonnen. Schon kurz nachdem die globale Finanzkrise ihren Höhepunkt überschritten hatte, zog die Nachfrage am Immobilienmarkt deutlich an. Besonders dort, wo es um die Wirtschaft gut bestellt ist, erreichen die Preiserhöhungen beachtenswerte Raten. Durchschnittliche Preiserhöhungen, die sich auf ca. acht bis zehn Prozent im Jahr belaufen, sind keine Seltenheit.

*Gründe für den Preisanstieg*

Es existiert eine ganze Reihe an Gründen, weshalb die Immobilienpreise in vielen deutschen Regionen so deutlich angezogen haben. Mit den niedrigen Hypothekenzinsen und der Angst vor einer Euro-Krise wurden bereits zwei bedeutsame Einflussgrößen genannt. Vor allem die Bedeutung der Niedrigzinsen ist nicht zu unterschätzen. Die Zinsbelastung durch Immobiliendarlehen ist drastisch zurückgegangen, vor wenigen Jahren lagen die Finanzierungskosten noch gut doppelt so hoch – und selbst das galt schon als günstig.

Ein weiterer Faktor ist die anhaltende Urbanisierung. Zunehmend mehr Bürger zieht es in die Städte, weil sie dort bessere Arbeitsmöglichkeiten vorfinden – hierdurch wird die Nachfrage ausgewählter Regional-Immobilienmärkte zusätzlich gesteigert. Außerdem ist die Bedeutung des Jobmarkts nicht zu unterschätzen. In den wirtschaftlich starken Metropolregionen werden überdurchschnittlich hohe Löhne und Gehälter gezahlt, welche es den Verkäufern leichter machen, ihre hohen Preisvorstellungen durchzusetzen.

Doch nicht nur Personen, die Objekte zur Eigennutzung erwerben möchten, sorgen für eine hohe Nachfrage – auch die Nachfrage seitens der Investoren hat spürbar angezogen. Diesbezüglich ist festzustellen, dass ein starker Anstieg der Nachfrage aus dem Ausland festzustellen ist. Deutschland ist aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke in den Fokus einer wachsenden Anzahl an internationalen Investoren gelangt. Wie eine erst kürzlich durchgeführte Umfrage unter Immobilieninvestoren belegt, finden sich gleich vier deutsche Städte in den Top 10 der augenblicklich bedeutendsten Immobilienmärkte in Europa. Ganz vorne landen München und Berlin; Hamburg und Frankfurt am Main folgen darauf.

*Wo es sich günstiger wohnt*

Nun ist es allerdings so, dass die Immobilienpreise nicht im gesamten Bundesgebiet angezogen haben. Ebenso gibt es Regionen, in denen die Preise stagnieren oder gar rückläufig sind. Hierzu zählen in erster Linie Dörfer und Kleinstädte, die sich in sehr ländlichen Regionen bzw. außerhalb der Speckgürtel wirtschaftlich starker Großstädte befinden. Grund sind die sich verschlechternden beruflichen Möglichkeiten.

Als besonders stark betroffen gelten vor allem die neuen Bundesländer, aber auch größere Regionen in Hessen und Niedersachsen. Schuld sind einzig und allein die Umwälzungen in der Berufswelt, welche letztlich zur Landflucht führen und somit die Preise auf dem Land in den Keller drücken. Obwohl einige Immobilien dort besonders preiswert angeboten werden, halten sich viele Personen zurück, weil sie keine berufliche Perspektive sehen.

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