Im Wohnzimmer ersetzt eine Fenstercouch die übliche Polstergarnitur. Fenster, Wand und Kuschelkissen statt Sofalehne. Musterhaus Concept-M 163 Dresden von Bien-Zenker
Im Wohnzimmer ersetzt eine Fenstercouch die übliche Polstergarnitur. Fenster, Wand und Kuschelkissen statt Sofalehne. Musterhaus Concept-M 163 Dresden von Bien-Zenker

Vom Wohnzimmer zum Wohnbereich



Ganz klar: Dort wo sich der Fernseher befindet, ist das Wohnzimmer oder der Wohnbereich. Das bestätigt auch eine europaweite Umfrage von Sony. Diese zeigt, dass das TV-Gerät das Herzstück des Wohnzimmers ist. Es ist – allerdings erst nach der Couch – dort das wichtigste Element. Man könnte also sagen: Sofa + TV = Wohnzimmer. Endlich mal eine einfache Formel, die selbst ich verstehe.

Das gute alte Wohnzimmer

Seit meiner Kindheit hat sich das Wohnzimmer verändert. Es hat sich geöffnet, ist nicht länger das kommunikative Zentrum des Hauses und ist mitunter kleiner geworden.
In meiner Erinnerung war es ein ganz besonderer Ort, an dem die Familie nicht nur zum Fernsehen zusammen kam. Ja, Lindenstraße am Sonntagabend war Pflichtprogramm, aber ebenso aßen wir hier die Wurstbrote vorm Schlafengehen.
Wenn Freundinnen meine Mutter besuchten, dann saßen sie zusammen auf dem Sofa und tranken Kaffee am großen Couchtisch. Das Wohnzimmer war der größte Raum in unserer Wohnung: Es gab eine Schrankwand, ein TV-Rack (keine Ahnung wie man das früher nannte) für den Monsterfernseher, einen, wie ich schon damals fand, gruselig gemusterten Teppich und jede Menge Gemütlichkeit. Ach ja, und Pflanzen wie unser Gummibaum gehörten auch dazu. Ich kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, wann und auf welche Art der Gummibaum uns verlassen hat.

Der Kamin als Garant für Gemütlichkeit. Besonders beliebt ist er im Wohnbereich. Musterhaus Ravenna von HELMA im Ungerpark Dresden.
Der Kamin als Garant für Gemütlichkeit. Besonders beliebt ist er im Wohnbereich. Musterhaus Ravenna von HELMA im Ungerpark Dresden.

Wohnen heute

Was ist von der „guten Stube“ übrig geblieben? Die Pflanzen. Auch heute befinden die sich oftmals im Wohnzimmer. Mädels haben ja grundsätzlich das ein oder andere Ikea-Pflänzchen in ihrem Zuhause, aber auch Jungs – falls sie welche haben – platzieren die im Wohnzimmer.
Der Fernseher hat an Wichtigkeit nichts eingebüßt und ist seinem Standort treu geblieben. Er ist lediglich größer geworden und meist jetzt wandhängend. Dank der immer besseren Bildqualität sind für riesige Flat-TV´s nicht meterweite Abstände notwendig. Sprich: Wohnbereiche können kleiner werden. Vor allem auch deshalb, weil Wohnen-Essen-Kochen eine Einheit bilden und offen ineinander übergehen. So genügen weniger Quadratmeter, ohne ein Gefühl von Enge zu bekommen. Kommunikation mit der Familie oder mit Freunden findet überwiegend im immer wohnlicher werdenden Koch-Essbereich statt, ebenso wie „Kaffee und Kuchen“. Ein Grund, warum nun Sofatische mehr wie nette Accessoires ausschauen dürfen und lediglich einer Kerze (die nie angezündet wird) und der Fernbedienung Ablagefläche bieten müssen.

Mehr als nur ein Fernsehzimmer: Der Wohnbereich mit angesagtem Sitzfenster lädt auch zum Lesen und Entspannen ein. Musterhaus von SchwörerHaus im Ungerpark Dresden
Mehr als nur ein Fernsehzimmer: Der Wohnbereich mit angesagtem Sitzfenster lädt auch zum Lesen und Entspannen ein. Musterhaus von SchwörerHaus im Ungerpark Dresden

Grundrissplanung

Wird der Wohnbereich über Eck geplant (vom Ess- und Kochbereich nur wenig beziehungsweise nicht einsehbar), kann in der Sofazone Privatsphäre gewahrt werden. Im modernen Zuhause ist das Wohnzimmer nicht mehr kommunikativer Treffpunkt, sondern eher Privatreich. Funkion: fernsehen.

Die Fragen, die sich also jede Baufamilie stellen sollte: Wie und wofür möchten wir unseren Wohnbereich nutzen? Nur Fernseh-Ecke oder mehr? Wie viel Zeit verbringen wir darin? Wie privat soll er sein? Davon abhängig sind dann die Größe und der Grundriss dieses Bereichs, aber auch die Anordnung der Fenster. Hochgesetzte Fensterbänder, damit niemand hineinschauen kann oder bodentiefe Fensterfronten für viel Ausblick.

Und eine Frage, die mir ständig gestellt wurde: Darf dein Hund aufs Sofa? Auch davon hängt so einiges ab…

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About me

Melina Rost Ich heiße Melina Rost, bin eine echte Berlinerin – habe zum Glück nie so gesprochen – und lebe gerne in der Hauptstadt. Ich arbeite als Moderatorin und Redakteurin; seit mittlerweile 8 Jahren für das Magazin mein schönes zuhause°°°.

Ästhetische Designs, Schönes und Außergewöhnliches, inspirierende Begegnungen: all das liebe ich. Allen voran meine kleine Tochter. Als Redakteurin darf ich viel unterwegs sein – in modernen Domizilen, auf interessanten Messen oder in schicken Hotels. Hier möchte ich über meine Lieblingswohnideen, über Architektur und den Hausbau bloggen. Über Dinge, die mich begeistern oder Erinnerungen wach werden lassen.

P.S.: Es kann ironisch werden. Ich verzichte aber auf Smiley-Zwinker oder Smiley-Lach. Sonst macht Ironie keinen Spaß... Ich freue mich auf unseren Austausch!



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