Studenten entwickeln flexibles Plusenergiehaus

Zwei Jahre Entwicklungsarbeit und Bau – das waren unglaublich intensive Semester“, stellt Bettina Großhardt rückblickend fest. Als Architekturstudentin an der Hochschule Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz (HTWG) war sie eine von 150 Studierenden, die sich an Planung und Errichtung eines besonderen Plusenergiehauses beteiligte.

Ihr gemeinsames Ziel: Sie wollten zum Decathlon Europe in Madrid zugelassen werden, einer Konkurrenz unter Plusenergiehaus-Konzepten. Zehn Kriterien wurden bewertet – von der Architektur bis zur Marktfähigkeit, von der Wohnqualität bis zur Energiebilanz. Weltweit hatten sich 150 Hochschulen um die Teilnahme beworben, nur zwanzig wurden akzeptiert. Die HTWG Konstanz war eine davon. Und sie ging mit bemerkenswerten Ergebnissen aus diesem Zehnkampf hervor. In den Disziplinen „Technisches Konzept und Konstruktion“ und „Industrialisierung und Marktfähigkeit“ setzte die Jury den Konstanzer Entwurf auf Platz eins, bei „Energiebilanz“ erreichte er Platz drei.

In der Gesamtwertung landeten die Konstanzer Studenten dann auf einem ausgezeichneten vierten Platz. Zentrale Idee des Konstanzer Entwurfs ist ein 16-Quadratmeter-Modul, das in jeder Richtung addierbar ist – es können also nach Bedarf jeweils neue Module sowohl in die Länge und Breite, aber auch in die Höhe angesetzt werden. Es ist also auch für Mehrgeschosswohnungsbau geeignet. Bemerkenswert: Je nach Lebenslage seiner Bewohner lässt sich dieses Haus auch wieder verkleinern.

Die positive Energiebilanz des Hauses entsteht im Zusammenspiel mit verschiedenen Dämmtechniken und den Photovoltaikbeschichtungen sowohl in der Fassade als auch auf dem Dach. Nach der Auszeichnung dieses Haus im Rahmen einer Ausstellung in Madrid wurde die Konstruktion abgebaut, nach Konstanz transportiert und dort wieder errichtet. Seither steht es als kleines Forschungsinstitut auf dem Campus in Konstanz. Drinnen geht es – natürlich – vor allem um das Thema „energieeffizientes Bauen“.

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