Drei in einem OKAL-Haus

Mangel an Flexibilität kann man dieser Familie wirklich nicht vorwerfen. Quasi über Nacht hat sie ihre Zukunftspläne über Bord geworfen und eine Bauherrengemeinschaft gegründet. Noch vor zwei Jahren wollte Tochter Daniela Eder zusammen mit Ehemann Florian ein eigenes Haus bauen. Die beiden hatten sogar schon den Vertrag bei OKAL unterschrieben. Ihre Eltern Gertraud und Max Rankl planten etwa zur selben Zeit, sich eine Eigentumswohnung zu kaufen. Ein Haus schien ihnen aus finanzieller Sicht unerreichbar.

Als die Familie eines Abends mal wieder ihre Zukunftspläne diskutierte, warf Tochter Daniela eine gänzlich neue Idee in den Ring. Am nächsten Tag fuhr sie damit zu OKAL und bekam einen Vorschlag, wie sie ihn zwar erhofft, aber nicht mit dieser Trefferquote erwartet hatte: zwei Wohnungen plus Gewerbeeinheit für ihr Kosmetikstudio und das alles unter einem Dach.

Als Ausgangsentwurf für das multifunktionale Familienprojekt diente der OKAL-Entwurf „FG 104-134 B V2“. Das Generationenhaus wurde an beiden Seiten um jeweils 1 Meter verlängert, was insgesamt 20 Quadratmeter mehr Wohnfläche ergab. Die Architektur stimmte, die Grundrissoptionen stimmten – und der Preis stimmte. „Das Leuchten in den Augen meiner Eltern, als ich ihnen die veranschlagten Baukosten vorlegte, war meine größte Freude“, berichtet Tochter Daniela.

20 Prozent Ersparnis unterm Strich bei den gesamten Bau- und Nebenkosten für das Gemeinschaftswerk. Plötzlich war ein Haus für Gertraud und Max Rankl kein zu teurer, unerfüllbarer Wunsch mehr. Ein Beispiel für konkrete Kosteneffekte: Die Luft-Wärmepumpe versorgt beide Wohnungen über eine Fußbodenheizung – dieses eine Heizsystem für alle erspart mehrere tausend Euro. Trotzdem hat jede Wohnung ihren eigenen Zähler für Wasser, Heizung und Energie.

Die große Euphorie hat die Rankl/Eder-Parteien nicht dazu verführt, die gemeinsame Projektverantwortung und den künftigen Alltag in engster Nachbarschaft auszublenden. Max Rankl: „Wir haben im Bekanntenkreis leider erleben müssen, wie schnell finanzielle Unbedachtheiten Familien zerrütten können. Zerwürfnissen wollten wir von Anfang an vorbeugen. Deshalb die einvernehmliche Ansage: Jeder ist für seinen Bereich selbst verantwortlich.“ Auch hierfür hatte OKAL die Lösung parat.

Jeder Bauherr erhält seinen eigenen Vertrag: mit Grundstücksanteil, separater Wohnung und eigener Finanzierung. Das Zugangsrecht in die andere Wohnung, beispielsweise um die Zählerstände abzulesen, zählt zu den „Grunddienstbarkeiten“ und wurde notariell festgeschrieben. Diese strikte Trennung sichert, dass jeder seine Wohnung später verkaufen oder vermieten kann, ohne dass die andere Familie zustimmen muss, oder im Fall von etwaigen Zahlungsausfällen die andere Partei nicht mithaftet.

Max Rankl: „Wir hoffen natürlich, dass der familiäre Frieden für immer und ewig gewahrt bleibt. Aber keiner weiß, wie das Leben in 20 Jahren aussehen wird.“ Mit 180 Quadratmetern ist die Jungfamilie um Tochter Daniela großzügig bedient. Die Eltern und Sohn Alexander finden ihre 130 Quadratmeter Lebensraum genauso ausreichend. Gertraud Rankl ist glücklich über ihre zwei Bäder im Dachgeschoss, die trotzdem noch genug Platz ließen für das neue Schlafzimmer. Wie herzerfrischend, praktisch und alltagsbereichernd die neue familiäre Nähe ist, können alle derzeit in vollen Zügen auskosten: Tim, sechs Monate alt, hat den denkbar kürzesten Weg in die Arme der Großeltern. Und Mama Daniela kann in ihrem Kosmetikstudio entspannt Fingernägel designen.

*Hausherrensichten*

/Daniela Eder:/ „Das Kosmetikstudio wurde absichtlich nicht direkt mit der Wohnung verbunden, es lässt sich nur von außen erreichen. Diese Trennung von Arbeit und Wohnen war mir wichtig. Die Dachfläche über dem Studio ist eine idealeTerrasse, vielleicht nutze ich sie irgendwann als kleines Kundencafé.“

/Gertraud Rankl:/ „Letztlich haben wir immer die Möglichkeit, entweder zusammen zu sein oder uns in die jeweilige Wohnung zurückzuziehen. Je nach Bedarf und Stimmung. Und für mich ist es wunderbar unaufwendig, meinerTochter ein paar Stunden den Enkel abnehmen zu können, wenn sie arbeitet.“

/Max Rankl:/ „Wenn ich abends von der Arbeit kommend auf das Haus zufahre und denke – meins! –, das ist jedenTag aufs Neue eine Freude. Der Kontakt innerhalb der Familie ist wieder viel enger geworden, wir nehmen uns Zeit füreinander. Meine Frau und ich hätten nicht gedacht, wie schön es ist, noch mal ein Kind heranwachsen zu sehen. Mein absoluter Lieblingsplatz ist die Hausbank am Eingang unterm Balkon. Wenn ich da sitze, vor mich hindenke, eine Zigarette rauche, ist mir jedes Wetter egal.“

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