Stilkunde: Jugendstil (Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert)

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    Deckenlampe, geprägt von der Secession. Design: Dagobert Peche, Wiener Werkstätten, 1918

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    Die Manufaktur Schulte Design bringt den Armstuhl "WAGNER" neu heraus.

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    Flaschen-Untersetzer aus der dänischen Silberschmiede Georg Jensen

Der Jugendstil oder besser gesagt „Art Nouveau“ war eine der umfänglichsten Kunstepochen, die von England und Frankreich in unterschiedlicher Ausprägung ganz Europa in Kunst, Architektur und Literatur eroberte.

Erkennbar ist er an seinen dynamischen Schwüngen, den flächenhaft-floralen Ornamenten und der Asymmetrie. Der Jugendstil erscheint uns heute harmoniesüchtig und verspielt, dabei hatte der Leitgedanke all seiner Verästelungen und Strömungen durchaus kämpferische Züge: Er lehnte historische Formvorbilder, bis dato gängige Praxis, vehement ab, ja verachtete sie.

Kunst nicht mehr erhaben unter der Käseglocke zu servieren, sondern sie mit dem alltäglichen Leben zu verschmelzen, ist eine Ambition, die wir „Demokratisierung des Schönen“ und „gutes Design“ nennen. Woran auch heute ehrgeizige Architekten ackern, nämlich Häuser nicht als Hülle für beliebige Räume zu entwerfen, sondern ihnen aus der Grundrissplanung heraus Gestalt zu geben, wurde damals Praxis. Die neue Betonung der Funktion bei der Gestaltung war mit der Frage verbunden, die auch uns gerne umtreibt: Was ist der Stil unserer Zeit?


„WAGNER“ ist eine Hommage an einen der bedeutendsten Vertreter des Jugendstils und Mitbegründer der modernen Architektur: Otto Wagner (1841 – 1918). Die Manufaktur Schulte Design bringt den Armstuhl mit der aufwendig ausgefransten Sitzmulde und der markanten Linienführung, der bis auf sein Geburtsjahr nichts Antiquarisches an sich hat, neu heraus.


Flaschen-Untersetzer aus der dänischen Silberschmiede Georg Jensen

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