Küchentechnik: Naturschutzgebiet rund um den Herd

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    Küchentechnik: Naturschutzgebiet rund um den Herd

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    Küchentechnik: Naturschutzgebiet rund um den Herd

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    „Eine Küche?“ ist eine Küche – auf weniger als einem halben Quadratmeter.

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    David Czarski (Fachhochschule Joanneum in Graz) hat sich den Dampfgarer „Bao“ mit faltbarer Silikonkuppel ausgedacht.

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    Das Unterdruck-Haltesystem „Frischhalten“ ist schlau ausgedacht von einem Studententeam der TU München.

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    Der Tisch ist unter seiner Holzoberfläche durchgehend mit Induktionsspulen versehen, die Kochzone kann folglich frei gewählt werden.

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    Hängt an der Wand und ist trotzdem ein – Brotbackautomat.

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    Kochen, Braten, Dämpfen, Blanchieren – alles ist möglich. Kochen auf dem Springbrunnen!

Bisher haben sich Hausgeräte damit begnügt, einen Energieeffizienz- und Sparsamkeitsrekord nach dem anderen zu brechen. Jetzt wachsen sie sogar noch zu einem System zusammen.

Als Ökosystem – so sehen die Designer bei Bauknecht die Küche der Zukunft. Die Zukunft beginnt 2013 und besteht aus sechs Geräten, die dann auch einzeln erhältlich sein sollen. Die eigentliche Innovation liegt aber in ihrem Zusammenspiel in einem integrierten System, von Energieeinsparungen von bis zu 70 Prozent ist die Rede.

/Ein Blick auf die Details:/

Dampfgarer und Backofen funktionieren auf Induktionsbasis. Bei dieser Technik entsteht die Hitze bekanntlich erst im Koch- oder Backgeschirr und nicht wie sonst üblich im Kochfeld oder Backrohr. Damit lässt sich bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Der Dampfgarer verhält sich wie eine Waschmaschine: Er holt sich die laut Programm notwendige Menge Wasser automatisch aus der Leitung und pumpt es nach dem Garen wieder ab.

Der Geschirrspüler bedient sich aus einem Wasserreservoir unter dem Becken. Darin wird das saubere Wasser, das beim Spülen, Kochen oder Waschen gemeinhin literweise verloren geht, aufgefangen sowie aufbereitet. Ersparnis: bis zu 2.000 Liter Wasser im Jahr, ohne dass Spülleistung oder Hygiene beeinträchtigt werden. Das Wasser lässt sich natürlich auch zum Gießen oder Putzen verwenden.

Der thermische Sonnenkollektor ist ein völlig neuartiges, speziell für den Haushalt entwickeltes Gerät: Er soll selbst im Winter genug Wasser für Geschirrspüler und Waschmaschine erwärmen und zusätzliche Energie unnötig machen. Damit würden sich der Stromverbrauch der beiden Geräte um bis zu 70 Prozent reduzieren.

Wasserspender, die frisches heißes und kaltes Wasser aufbereiten, wahlweise versetzt mit Kohlensäure, sind nicht neu, passen aber perfekt ins Ökokonzept der Küche. So ein Spender erspart PET-Flaschen, den aufwendigen Transport mit dem Auto, lästige Schlepperei und kostbaren Lagerraum.

Damit alles seine Richtigkeit hat, behält ein „Ressource Assistant" die Energiedaten der Geräte im Auge. Das ist ein Digitalinstrument und das Herzstück des Systems. Bei übermäßigem Energieverbrauch schlägt er brav Alarm. Wenn dann 2015 alle Geräte netzwerkfähig sind, kann er sogar den Stromverbrauch im gesamten Haushalt kontrollieren. Sobald unser Stromnetz zum Smart Grid umgebaut ist, also zu einem intelligenten Netz, in das sich dezentral massiv regenerative Energie beispielsweise von Hausdächern einspeisen lässt, schaltet der „Ressource Assistant“ den Geschirrspüler eben dann ein, wenn der Tarif besonders günstig ist.


Küche morgen

/Die Designer von morgen studieren noch. Aber sie sind mit dem Kopf bereits in der Zukunft./

Welchen Beitrag kann Design leisten, damit unsere Überflussgesellschaft die für Genuss und Gesundheit wichtige Ressource Lebensmittel wieder mehr schätzen lernt? Können Hausgeräte über ihre Funktionalität hinaus innovative Wegbegleiter für den Alltag sein? Wie kann Design Archetypen gegen den Strich bürsten?

Fragen, die das Studienleben der Hausgerätedesigner von morgen umtreibt. Um die Förderung dieses Designnachwuchses kümmert sich der Hausgerätekonzern Bosch Siemens. Er hat einige der Studenten der Fachhochschule Joanneum in Graz, der Technischen Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität in München sowie der Hochschule Coburg eingeladen, mit den Chefdesignern der Konzernmarken Konzepte und Entwürfe zu erarbeiten.


Das Platzwunder

„Eine Küche?“ ist eine Küche – auf weniger als einem halben Quadratmeter. Noch bescheidener geht‘s kaum. Das ganze Geheimnis: Herd, Arbeitsplatte und Spüle hat eine Studentengruppe der TU München intelligent zusammengeschoben


Der multikulturelle Dampfgarer

Neues Design für eine altbewährte Art zu Garen, Vereinigung von asiatischer Kochtradition und europäischer Küche, von östlicher und westlicher Formensprache – so komplex kann der Hintergrund für ein neues Küchengerät sein. David Czarski (Fachhochschule Joanneum in Graz) hat sich den Dampfgarer „Bao“ mit faltbarer Silikonkuppel ausgedacht, deren Volumen sich an die Zubereitungsmenge anpassen lässt. Der Sockel besteht aus Edelstahl und Bambus.


Eine Art Kühlschrank

Unkompliziert verstauen, in Bestform halten, im Blick haben und damit nicht vergessen – das Unterdruck-Haltesystem „Frischhalten“ ist schlau ausgedacht von einem Studententeam der Technischen Universität München. Der Unterdruck hält nicht nur das Gefäß, sondern sorgt für appetitliche Frische.


Der Tisch als Herd

Seit jeher versammeln sich die Menschen ums Feuer, später kam der Tisch hinzu. Beides hat Frank Schumacher (Hochschule Coburg) beim „Kopa“ zusammengebracht. Der Tisch ist unter seiner Holzoberfläche durchgehend mit Induktionsspulen versehen, die Kochzone kann folglich frei gewählt werden. Dazu wird „Flint“, ein Interaktionsgerät, das alle Schalter ersetzt, an der gewünschten Stelle platziert. Es aktiviert um sich herum die Kochzone. Der Temperaturunterschied wird einfach durch Verschieben der Töpfe bewirkt: zum Gerät hin – mehr Hitze, davon weg – weniger.


Der Backautomat

Hängt an der Wand und ist trotzdem ein – Brotbackautomat. „bröd“ von Sebastian Gehwolf (Fachhochschule Joanneum in Graz) ist außerdem Vorratslager für die Zutaten, Mühle fürs Korn, Knetmaschine für den Teig und Backofen. Damit soll die Entstehung dieses Grundnahrungsmittels wieder erfahrbar werden – natürlich komfortabel.


Der Herd

Eine aus dem Boden schießende heiße Quelle ist ein Geysir. Auf dem will Anastasiya Koshcheeva (Hochschule Coburg) künftig kochen. Nur dass die Fontänen bei ihrem Herd „Watercook“ gezähmt sind und das Wasser über Bodenventile in die induktiv erhitzten intelligenten Töpfe gelangt. Das Wasser auf der Zubereitungsfläche fließt nach hinten ab. Kochen, Braten, Dämpfen, Blanchieren – alles ist möglich. Kochen auf dem Springbrunnen!

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