Auch im Altbau überzeugt die Wärmepumpe als Heizsystem für die Modernisierung. (Foto: Stiebel Eltron)
Wer seine Heizung erneuern möchte, steht vor einer Entscheidung mit langfristiger Wirkung: Weiter mit Öl oder Gas heizen oder auf ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien wie Wärmepumpe oder Pelletheizung umsteigen? Steigende Energiepreise, CO2-Kosten und Fördermittel sprechen dafür, den Heizungswechsel im Altbau rechtzeitig zu planen.
Heizung erneuern im Altbau: Wärmepumpe, Hybridheizung, Erdwärme und Pellets im Überblick
Auch künftig können Hauseigentümer selbst entscheiden, ob sie nach einem Heizungswechsel weiter komplett mit Gas oder Öl heizen wollen oder ob ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien einzieht. Doch die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der sich viele Eigentümer um steigende Energiekosten sorgen.
Nach einer im Mai 2026 veröffentlichten Verivox-Umfrage sorgen sich mehr als zwei Drittel der Deutschen um hohe Energiekosten. Jeder Zweite befürchtet, dass die Preise für Öl oder Gas weiter steigen. Seit Beginn des Irankriegs sind die Neukundenpreise für Gas um rund 20 Prozent gestiegen, Heizöl wurde im gleichen Zeitraum rund 33 Prozent teurer.
Weitere Preissteigerungen sind auch aus anderen Gründen zu erwarten. Dazu gehört die CO2-Abgabe auf fossile Energieträger. Zwar soll sie 2027 nicht wie ursprünglich vorgesehen erhöht werden. Danach dürfte sie im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems aber deutlich steigen. Auch die im neuen Gesetz vorgesehenen Pflichtanteile klimafreundlicher Brennstoffe für Öl- und Gasheizungen werden voraussichtlich zu höheren Kosten führen. Zwar wird auf diese Brennstoffe kein CO2-Preis erhoben, doch ihre Herstellung ist aufwendig, und noch stehen sie nicht in ausreichender Menge zur Verfügung.
Das wichtigste Argument gegen den Wechsel des Heizsystems bleiben die Investitionskosten. Eine neue Gasheizung ist schon ab etwa 9.000 Euro zu haben. Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation mindestens etwa 15.000 Euro bei einer Luft-Wärmepumpe und bis zu etwa 40.000 Euro bei einer Erdwärmepumpe mit Erschließung. In einer ähnlichen Größenordnung liegt auch eine Holzpelletheizung mit allem Zubehör.
Allerdings verringern staatliche Fördermittel die Kosten für klimafreundliche Heizungen. Für Öl- oder Gasheizungen gibt es diese Förderung nicht. Die Förderung klimafreundlicher Heizungen im Altbau soll laut Bundesregierung bis mindestens 2029 weiterlaufen.
Dazu kommt: Mit erneuerbaren Energien sinken die Heizkosten sofort, nicht erst bei weiteren Preissteigerungen für fossile Energien. Schon beim heutigen Preisniveau lassen sich mit einer Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung bis zu 40 Prozent sparen. Selbst bei einer weniger effizienten Wärmepumpe wurden in einer Untersuchung noch 11 Prozent Einsparung festgestellt. Im Durchschnitt amortisiert sich eine Wärmepumpe nach etwa fünf bis zehn Jahren.
Wärmepumpe im Altbau: Heizen mit Umweltwärme
Wie schnell sich eine Wärmepumpe auszahlt, hängt auch vom Zustand des Hauses ab. Je besser der Wärmeschutz, desto effizienter kann sie arbeiten. Das gilt besonders für die kostengünstige und vergleichsweise einfach zu installierende Luft-Wärmepumpe. Sie entzieht der Außenluft Wärmeenergie und bringt diese mit Hilfe elektrischer Energie auf Heiztemperatur.
Wenn Dach und Fassade gedämmt und alte Fenster durch besser isolierte Modelle ersetzt wurden, verringert sich der Heizbedarf. Die Wärmepumpe verbraucht dann weniger Strom und arbeitet entsprechend sparsamer.
Infos: GModG statt GEG – das neue Heizungsgesetz
Am 13. Mai 2026 hat das Bundeskabinett das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden“, kurz Gebäudemodernisierungsgesetz, beschlossen. Es soll das derzeit geltende Gebäudeenergiegesetz ersetzen.
Das Gesetz muss noch von Bundestag und Bundesrat beraten und abgestimmt werden. Es soll spätestens zum 1. November 2026 in Kraft treten.
Die wichtigsten Neuregelungen für Eigenheimbesitzer:
- Es dürfen weiterhin reine Öl- und Gasheizungen eingebaut werden. Die Vorschrift des Gebäudeenergiegesetzes, dass neue Heizungen künftig zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, entfällt. Ein Enddatum für fossile Heizungen gibt es nicht.
- Neu eingebaute Öl- und Gasheizungen müssen ab 2029 mit einem zunehmenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe wie Biomethan, Bio-Öl, grünem oder blauem Wasserstoff betrieben werden. Diese „Bio-Treppe“ soll den Anteil bis 2040 von zunächst 10 auf 60 Prozent erhöhen.
- Zusätzlich müssen Energieanbieter ab 2028 ihrem Erdgas oder Heizöl einen Anteil grüner Brennstoffe beimischen. Die Bio-Quote beträgt zunächst ein Prozent.
Hybridheizung im Altbau: Wärmepumpe mit Öl- oder Gasheizung kombinieren
Auch wenn ein Altbau noch nicht komplett saniert ist, kann der Heizungsumstieg schon beginnen. Möglich ist dann eine Hybridlösung: Die Wärmepumpe wird mit der vorhandenen Öl- oder Gasheizung gekoppelt.

An sehr kalten Tagen springt die bestehende Heizung für die Spitzenlasten ein. Bei milderen Temperaturen und in der Übergangszeit schafft es die Wärmepumpe allein. Eine Hybridheizung eignet sich deshalb besonders dort, wo ein Altbau erst teilweise saniert ist.
Erdwärme-Heizung und Ringgrabenkollektor: effiziente Wärme vom Grundstück
Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen haben einen großen Vorteil: Ihre Wärmequellen liefern das ganze Jahr über gleichbleibende Temperaturen von etwa 10 Grad Celsius. Dadurch brauchen sie weniger Strom, um die Ausgangswärme auf Heiztemperatur zu bringen.
Aufwendiger ist allerdings die Erschließung. Für Brunnen oder Erdsonden sind Bohrungen notwendig, bei Flächenkollektoren muss Wärme über das Grundstück gewonnen werden. Deshalb sind diese Wärmepumpenarten deutlich teurer als Luft-Wärmepumpen. Tiefenbohrungen sind zudem nicht überall erlaubt oder möglich, Flächenkollektoren benötigen meist viel Platz.
Auch für kleinere Grundstücke kann es aber eine Lösung geben: Ringgrabenkollektoren brauchen weniger Fläche als herkömmliche Kollektoren und lassen sich gut an das Gelände anpassen.
Pelletheizung mit Solarthermie: zeitgemäß mit Holz heizen
Auch Heizen mit Holz zählt zu den klimafreundlichen Alternativen. Zwar wird beim Verbrennen von Holz CO2 freigesetzt, allerdings nur so viel, wie der Baum während seiner Wachstumsphase aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Zumindest rechnerisch gilt die Holzheizung deshalb als klimaneutral.
Trotzdem sollte man mit dem Rohstoff sparsam umgehen. Holz verbrennt schnell und wächst langsam nach. Holzpellets werden überwiegend aus Abfallholz hergestellt. Den höchsten Wirkungsgrad haben Pelletkessel mit Brennwerttechnik, die auch die Abwärme aus der Verbrennung nutzen.
Moderne Filtertechnik hat den Ausstoß an Feinstaub und Schadstoffen deutlich verringert. Noch klimafreundlicher wird die Holzheizung in Kombination mit Solarthermie: Dann liefert die Sonne im Sommer Wärme fürs Brauchwasser, während der Pelletkessel pausiert.
Tipp der Redaktion:
- Mehr zu Technik, Kosten und Förderung lesen Sie im Beitrag „Wärmepumpe: Technik, Kosten und Förderung verständlich erklärt“.
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