Entwurf „Bravur“ von FingerHaus

  • house-1543-aussenansicht-fingerhaus-bravur-1

    Außenansicht fingerhaus / bravur

  • house-1543-aussenansicht-fingerhaus-bravur-4

    Außenansicht fingerhaus / bravur

  • house-1543-aussenansicht-fingerhaus-bravur-2

    Außenansicht fingerhaus / bravur

  • house-1543-innenraum-fingerhaus-bravur-3

    Innenraum fingerhaus / bravur

  • house-1543-innenraum-fingerhaus-bravur-4

    Innenraum fingerhaus / bravur

  • house-1543-innenraum-fingerhaus-bravur-5

    Innenraum fingerhaus / bravur

  • house-1543-innenraum-fingerhaus-bravur-6

    Innenraum fingerhaus / bravur

  • house-1543-innenraum-fingerhaus-bravur-1

    Innenraum fingerhaus / bravur

  • house-1543-grundriss-dachgeschoss-fingerhaus-bravur-1

    Grundriss Dachgeschoss fingerhaus / bravur

  • house-1543-grundriss-erdgeschoss-fingerhaus-bravur-1

    Grundriss Erdgeschoss fingerhaus / bravur

In unserer aktuellen Umfrage äußerten viele Leser ihre Sympathie für die Wohnstile „klassisch elegant“ und „Landhaus modern“. Mit der Haus- und Raumdesignerin Dorothea Finger-Cronau (oben im „Schwarzen Zimmer“ von Haus „Bravur“) besuchten wir zwei Entwürfe von FINGERHAUS und fragten, was die eine wie die andere Stilrichtung ausmacht – und was sich hier wie da verbietet.

Dorothea Finger-Cronau ist die Toch­­ter von FINGERHAUS-Gründer Adam Finger. Bereits im Kindesalter ist sie in der Firma zu Hause und heute Gesell­schafterin des Fertighaus­unter­neh­mens aus Frankenberg – eine Frau, die alle 24 aktuellen Muster­häu­­ser eingerichtet, alle Bilder in diesen Häusern kongenial zur Einrichtung selbst gemalt und nach eigenen Worten ein Auge für Schönheit und Stil „in die Wiege gelegt bekommen hat“.

Wir knüpften an unsere jüngste Le­ser­um­frage an, in der jeweils um 20 Prozent erklärten, sie würden sich in einem neuen Haus gern „klassisch elegant“ beziehungsweise „im modernen Land­haus­stil“ einrichten, und wir baten unsere Stil-Frau vom Dienst, zwei ihrer Mus­ter­häuser auszuwählen, die diese beiden Richtungen demonstrieren. So kamen wir ins „Bravur“ (oben) nach Bad Vilbel bei Frankfurt/Main und ins „Ventur“ (Seiten 104/105) nach Gießen. Das erste ein Beispiel für klassisch-elegantes Bauen und Wohnen, das zweite eine Variante für ein modernes, „entjodeltes“ Landhaus. „Bravur“ hat sich im Musterhauspark von Bad Vilbel mit seinen 65 Häusern verschiedenster Anbieter den Rang eines Pu­bli­kums­lieblings erworben. Dorothea Finger­-Cronau, die aufgeweckte und zupackende Blondine mit bekennendem Hang zu Schwarz, findet das gerechtfertigt. „Es scheint ein Traum­haus auch für jene Be­su­cher zu sein, die sich in diesen Entwurf verlieben, ohne ihn sich vielleicht leisten zu können.“

Die markante Linienführung im Zusam­men­spiel von Horizontalen und Vertikalen, das ungewöhnliche, „fliegende“ Schmet­ter­lings-Dach, die komplett verglasten vier Haus­­­ecken oder die Anmutung zeitlos zu­rück­haltender, kurztrendfreier Moderne legt be­reits in der Außenansicht die Note klassischer Eleganz nahe. Dazu trägt die überraschende Wahl der Fassadenfarbe bei. Sie ist eine Nichtfarbe: ein schlammiger Grauton von entschiedener Diskretion und daraus er­wachsender Vornehmheit. Susanne Kurre-Castillo, als Verkaufsberaterin selbst Innen­architektin mit enger Kundenberührung, sagt, „die konsequenten, sanften und aufgeräumten Linien der Außenhaut lassen Besu­cher beruhigt und berührt eintreten. Das Haus zieht sie an, aber es macht ihnen keine Angst.“


Wir fragen Frau Finger-Cronau nach markan­ten Merkmalen im Innern, die den Cha­rak­­ter des Klassisch-Eleganten begründen. Unsere Reiseführerin zeigt und zählt Bei­spie­­le auf:
•- Die Interaktion von Außen und In­nen über­­zeugt. „Die schlichte Gartenge­staltung setzt sich im Haus in zurückgenommenen Ton-in-Ton-Farben bei Möbeln, Ac­cessoires und Stoffen fort – hier alle vom italienischen Her­steller Jesse, den ich sehr mag.“
•- Der freie, die Sichtachse Haustür–Garten betonende Zugang zum geöffneten Wohn-Ess-Bereich, Art und lineare Anordnung der Beleuchtung über dem Ess- und Sitzsektor und die in keiner Weise auftrumpfenden Far­ben Grau, Elfenbein, helle Schokolade und Mokka bestärken den Ein­druck von Klasse und Eleganz.
•- Die wiederkehrende Verwendung gleicher Materialien – etwa Lichtschalter, Gardi­nenstange, Griffe der Küchenschränke oder Kücheneinbaugeräte allesamt in Edelstahl­optik – erzeugt ein Gefühl von Stimmigkeit und Harmonie, ohne die Eleganz nicht vorstellbar wäre.
•- Der Anspruch des Klassisch-Eleganten er­laubt in einem Raum den Einsatz maximal einer markanten Kontrastfarbe, etwa eine pinkfarbene Orchidee. Er verlangt den be­herrschten Umgang mit „Nichtfarben“ wie Grau und die konsequente Einhaltung dieses Stimmigkeitsgebots. Flin­ker Mix von Ma­te­ria­­lien und Stilen macht Eleganz den Gar­aus, lässt die Kitsch-Alarmglocke läuten …

Das „Schwarze Zimmer“ in der Stadtvilla „Bravur“, ein Raum zum Lesen, Fernsehen oder Musikhören, zeigt, dass Dorothea Fin­ger-Cro­­nau Stilsicherheit mit mutigem, dosiertem Stilwechsel zu verbinden weiß. Der Raum ist in schwarze Ornament­tapete ge­kleidet, sparsam möbliert – „es ist verblüffend, wie effektvoll Möbel vor einer schwarzen Wand wirken, viel interessanter als vor einer Wand in der Feigheitsfarbe Weiß“ – und setzt einen frechen, aber akzeptablen Kon­­trastpunkt zum Gesamtkunstwerk aus reduzierter Eleganz. Frau Finger-Cronau, die Gestaltung und Wohnstil oft mit der Wahl der Bekleidung vergleicht: „Nicht jedem steht jedes“, und immer wieder Qualität so­­wie sparsame Verwendung von Acces­soires be­tont, stellt für ein Haus mit Eleganz-Ehr­geiz zusammenfassend diese Maxime auf: „Der letzte Schliff muss tadellos sein“. Das „Bravur“ in Bad Vilbel kann sich in diesem Wett­bewerb sehen lassen.