Saubere Sache: Wasseraufbereitung

  • web_iStock-681762384_PeopleImages

    Wasser ist längst nicht mehr reine Natur, es ist kalkig, hat einen „sauren“ pH-Wert, enthält Mikroplastik und Keime. (Foto: istock/peopleImages)

  • web_Leogant_Wasseraufbereitung

    Quellwasser aus dem Hahn dank Auftischfilter Avaio. (Foto: Leogant)

  • web_Gruenbeck_Wasseraufbereitung

    Diese Wasseraufbereitungsanlage stellt per Sensor Leckagen fest, filtert Kleinstpartikel und enthärtet das Wasser. (Foto: Grünbeck Wasseraufbereitung)

  • web_Blanco_Wasseraufbereitung

    Mit Fontas-S II Filter präsentiert Blanco die erste Filter-Armatur, die über einen herausziehbaren Auslauf verfügt. (Foto: Blanco)

  • web_IONISIERER_-Tyent_Baeck Gmbh

    Tyent liefert diese Spezial-Batterie, die verbunden mit einem Ionisator, Wasser via Touchpad in vier Qualitätsstufen fließen lassen kann. (Foto:Tyent)

Wassertechnik fürs Eigenheim

Viele Hausbesitzer enthärten das Nass aus der Leitung, um die Lebensdauer von Boilern, Geschirrspülern und Wasserkochern zu verlängern. Mancher lässt es sogar ionisieren, weil das Krankheiten abwehren soll. Und neuerdings schwören viele auf 100 Grad heißes Wasser, das ohne jede Wartezeit kochend aus der Armatur strömt, um ihr Wasser aufzubereiten.

1. Entkalkung

Ob die Anschaffung einer Wasserenthärtungsanlage sinnvoll ist, entscheidet der Härtegrad des vom örtlichen Wasserversorger gelieferten Trinkwassers. Es wird in drei Bereiche unterteilt: Mit höchstens 8,4° dH gilt es als weich, bis 14,6° dH als mittel und darüber als hart. Dabei bezieht sich diese Maßeinheit allein auf den Anteil von Calcium und Magnesium im Trinkwasser, volkstümlich: auf den Kalkgehalt. Über den Härtegrad des Trinkwassers gibt der örtliche Versorger oder auch die Stadtverwaltung Auskunft.

Haushaltsgeräte, Boiler und Rohrleitungen können auf die Dauer Schaden nehmen. Außerdem erhöhen Kalkablagerungen an Heizstäben von Waschmaschinen oder Wasserkochern beispielsweise den Energieverbrauch und reduzieren die Lebensdauer. Hinzu kommt, dass der Kalk im Wasser unschöne Spuren in Badewannen, an Duschwänden Badfliesen und sonstigen sanitären Einrichtungen hinterlässt.

Hartes Wasser erfordert zudem den Einsatz von mehr Wasch- und Putzmitteln. Es kann also gute Gründe geben, sein Haus mit einer Entkalkungsanlage auszustatten. Und es ist auch eine Geschmacksfrage: Oftmals gelten Tee und Kaffee, die aus weichem Wasser bereitet werden, als schmackhafter.

Kosten für Wasserenthärtungsanlagen

Je nach Kapazität und Modell muss man zwischen 1.500 und 2.000 Euro investieren. Die Anlage wird direkt hinter der Wasseruhr installiert und sorgt damit für kalkfreies Wasser im ganzen Haus. Anbieter wie Alfiltra verweisen darauf, dass sie das sogenannte Neutraltauschverfahren anwenden. Damit bleibt der pH-Wert des Wassers unverändert.

Wasserenthärtungsanlagen nach dem Ionentauscherprinzip funktionieren mit Spezialsalz, das regelmäßig gekauft und nachgefüllt werden muss. Hersteller kalkulieren die monatlichen Betriebskosten auf zwei bis fünf Euro. Ein weiterer Kostenfaktor ist die jährliche Wartung, die von den Herstellern empfohlen wird.

2. Ionisierung

Für den Ionisierungsprozess kann man bei vielen Herstellern spezielle Geräte kaufen, die zu Preisen ab 200 Euro bis hin zu vierstelligen Beträgen angeboten werden. Sie kommen oft mit einer Art Heilsversprechen: Wasser, das durch ein ionisierendes Gerät behandelt wurde, soll laut Herstellern die Entstehung von Krankheiten vermeiden können.

So funktioniert’s

Ionisierer werden in der Regel unter der Spüle eingebaut und direkt mit dem Wasserhahn verbunden. Im Handel erhältlich sind verschiedene Typen von Geräten, die per Elektrolyse oder mit Hilfe spezieller Edelsteine den pH-Wert des Wassers erhöhen, also „basisches“ Wasser machen.

Der mutmaßlich größte Vorteil für Konsumenten, die auf ionisiertes Wasser schwören, ist der Placebo-Effekt. Wer an die Wirkung der Wasserionisierung glaubt, dem geht es womöglich nach dem Genuss tatsächlich besser. Nachweisbar sind positive Effekte der Ionisierung allerdings nicht – im Gegensatz zur Wasserfilterung, die dem Trinkwasser effektiv Schadstoffe entzieht.

3. Wasserfilter

Gemäß DIN 1988 Teil 2 muss das Trinkwasser in Häusern einen mechanisch wirkenden Partikelfilter direkt hinter dem Wasserzähler durchlaufen. Dieser soll verhindern, dass Feststoffpartikel, die in die Hausinstallation gelangen, Luftsprudler, Brauseköpfe oder Armaturen in ihrer Funktion beeinträchtigen oder beschädigen.

Grundsätzlich hat man die Wahl unter zwei unterschiedlichen Techniken: Einerseits der rückspülbare Filter, der unbedingt alle zwei Monate rückgespült werden muss, andererseits der nicht rückspülbare Filter, dessen Filtereinsatz mindestens alle sechs Monate ausgetauscht werden muss. Sogenannte Hauswasserstationen bilden eine raum- und montagefreundliche Kombination aus Rückflussverhinderer, Filter und Druckminderer. Rückspülbare und nicht rückspülbare Filter sind in Baumärkten ab etwa 90 Euro zu kaufen, für eine Hauswasserstation muss man mit Kosten ab 300 Euro rechnen.

Darüber hinaus bietet der Markt eine Reihe weitere Filtermethoden an. Am weitesten verbreitet sind wohl Aktivkohlefilter, die große organische Partikel herausfiltern sollen, das sind etwa chlorierte Kohlenwasserstoffe, Pflanzenbehandlungsmittel oder Medikamente. Blei oder Nitrate lassen sich durch dieses Verfahren jedoch nicht herausfiltern. Nachteil: Aktivkohle bietet einen hervorragenden Nährboden für Mikro organismen.

Werden die Geräte länger nicht betrieben oder steht das Wass er im Behälter, besteht die Gefahr, dass sich im Wasser Keime vermehren.

4. Heißes Wasser

Die Heißwasser-Armaturen liefern auf Knopfdruck kochend heißes Wasser, für die Nudeln, den Tee, Kaffee oder zum Desinfizieren. Ganz ohne Topf, Kessel oder Wasserkocher. Ist das eine gute Idee? Lohnt sich die Investition? Hat jemand mal nachgerechnet, wie lange er in seinem Leben schon neben rumorenden Wasserkochern auf die Siedetemperatur für den Tee oder den Snack gewartet hat?

Mit Heißwasserarmaturen, die den Markt gewissermaßen sprudelnd überschwemmen, hat dieses Ungemach ein Ende:

  • Schnell sind diese hochmodernen Geräte, die sofort auf Knopfdruck siedendes Wasser liefern.
  • Platzsparend sind sie auch, weil man in ihrer Nähe eigentlich keinen Wasserkocher oder –kessel mehr benötigt. Der Tank ist dezent unter der Spüle versteckt.
  • Sicher sind sie auch. Der Grohe Red ist beispielsweise so isoliert, dass die Oberfläche niemals heiß wird. Die Bedienknöpfe sind mit einer Kindersicherung ausgestattet.
  • Sparsam sind Heißwasserarmaturen nur dann, wenn man sehr oft und sehr regelmäßig kochendes Wasser benötigt. Wer nur dreimal am Tag einen Liter Teewasser benötigt, kommt mit einem konventionellen Wasserkocher günstiger davon.

Kosten für Heißwasserarmaturen

Die neue Premiumklasse unter den Küchengeräten kostet schon in der Anschaffung wesentlich mehr als konventionelle Armaturen. Zwischen 500 und 1.300 Euro muss man mindestens anlegen für eine Heißwasserarmatur von Produktlinien wie „Grohe Red”, „AEG HOT” oder „Dornbracht Hot & Cold” oder Quooker. Denn zu installieren ist ja nicht nur ein neuer Wasserhahn, sondern immer auch das dezentrale „Wasserwerk“ unter der Spüle.

Bei Grohe gibt es diesen Hochdruckboiler, der ständig kochendes Wasser vorhält, mit einem Dreilitertank („M“) und einem 5,5-Liter-Tank („L“). Die Armatur ist mit der automatischen, beleuchteten Kindersicherung „ChildLock“ ausgestattet, die über die Sensortasten gesteuert wird. Dornbracht liefert mit seinem „Water Dispenser“ wahlweise kaltes oder 93 Grad heißes (aber nicht kochendes) Wasser ohne Vorlaufzeit.

Die Bedienung ist komfortabel: Legt man den Bedienhebel nach hinten, kommt Kaltwasser, in Gegenrichtung Heißwasser. Der klar definierte Laminarstrahl, so der Hersteller, garantiert, dass keine gefährlichen Spritzer entstehen und sich die Wassermenge exakt dosieren lässt.

Weitere Ratgeberthemen finden Sie in mein schönes zuhause°°°.