Was wirklich neues – Ein Wohnmodul zum mitnehmen

/Erklären Sie uns bitte, womit wir es hier zu tun haben./

*Jürgen Lohmann:* Mit einer neuen Antwort auf veränderte Wohnformen.

/In der Stadt?/

*Jürgen Lohmann:* Nicht nur. Vor allem aber im städtischen Raum ist die Nachfrage nach modernem Wohnen zigfach größer als die Angebote. Konventionelle Bauträgermodelle sind längst an den Grenzen ihrer Möglichkeiten.

/Was ist denn die urbane Moderne?/

*Jürgen Lohmann:* Kompaktes Wohnen; statt Schwelgen in großen, in diesen Lagen kaum noch bezahlbaren Flächen, Konzentration auf das wirklich Wichtige.

/Lob alles Einfachen?/

*Jürgen Lohmann:* Lob alles Besseren. Einladung zu einem an modernen Werten orientierten Leben in der Stadt. In einer Architektur, die Kostenbewusstsein ganz selbstverständlich mit ökologischen Qualitäten und maximaler Energieeffizienz zu neuem Komfort kombiniert. Schönes Wohnen zu sehr über Raumgrößen zu definieren, war für mich schon immer problematisch. Als Alternativoption zum freistehenden Eigenheim mit Garten bietet sich das moderne Kompakthaus mit Terrasse(n) an.

/Dann ist dessen liebste Grundrissidee ein modern-städtisches Loft: innerhalb der Außenwände leer, frei gestaltbar?/

*Jürgen Lohmann:* Was die Gestaltungsfreiheiten dieses Raums betrifft – im Prinzip ja. Aber „FlyingSpaces“ kann mehr als einen leeren Livingroom einfach nur füllen. Stellen Sie sich eine Jacht vor: Je cleverer und flexibler Koch-, Ess-, Wohn-, Schlaf-, Wellness- und Arbeitsbereich geplant und kombiniert werden, desto besser funktioniert der Raum. Viele mögliche Nutzungsoptionen an derselben Stelle – mit ihrer besonderen Einrichtungskompetenz, die hier gefragt ist, macht die Schwörersche Designschreinerei „FlyingSpaces“ zum individuellen Unikat.

/Die Außenmaße sind immer dieselben?/

*Jürgen Lohmann:* SchwörerHaus bietet zunächst drei Versionen an – vom „Space1“ mit 41,48 Quadratmeter Wohnfläche (Außenmaße 12,50 mal 4,35 Meter) bis zum kleinsten „Space3“ mit 15,45 Quadratmeter Wohnfläche (6,50 mal 3,35 Meter).

/Und das reicht?/

*Jürgen Lohmann:* Die Stärke dieser „FlyingSpaces“-Lösungen ist, dass sie durch ihren modularen Aufbau so gut wie keine Einsatzgrenzen kennen – außer Fantasielosigkeit! Ein einzelnes „FlyingSpaces“-Kompaktloft funktioniert als Anbau oder Erweiterung im Bestand genauso gut wie zwei, drei, von mir aus auch sechs „FlyingSpaces“ neben- oder übereinander. Zur Nachverdichtung als neues Dachgeschoss auf Bestandsobjekten wie als Neubau.

Um den Faden mal weiterzuspinnen: Es ist als Wohnraum genauso tauglich wie als Atelier, Büro oder Geschäftstrakt. Wofür auch immer. Auch als Mix von all dem. Flexibilität, temporäre Nutzung und Veränderbarkeit, auch beispielsweise zwischen Wohnen und Arbeiten, gehört zu den wichtigsten Qualitätskriterien moderner Architektur.

Die „FlyingSpaces“ treiben den flexiblen Veränderungsbedarf auf die Spitze: Sie sind so geplant und gebaut, dass man sie bei veränderten Umständen ohne großen Mehraufwand abbauen und an einen neu- en Standort mitnehmen kann.

/Die mobile Immobilie./

*Jürgen Lohmann:* Aber nicht zu verwechseln mit einem Mobile home amerikanischer Art!

/Es geht also eher um „Space“ als um „Flying“, eher um neuen Wohnraum in der Stadt als um Mobilität?/

*Jürgen Lohmann:* Wer baut in Deutschland ein Haus, um es wieder abzureißen? Mögliche Ortsveränderung ist hier nicht das oberste Ziel, gehört aber als radikalste Option sehr wohl zum Konzept temporärer Nutzungsmöglichkeiten. „FlyingSpaces“ zielen eher auf die Lücke zwischen schlecht gemachtem herkömmlichen Bauen in der Stadt und dem klassischen Einfamilienhaus, in dem möglichst optimaler privater Lebenskomfort das oberste Ziel ist.

/Was hat Sie denn auf die Idee für „FlyingSpaces“ gebracht?/

*Jürgen Lohmann:* Wir bekamen vor einigen Jahre einen Auftrag eines Werbefachmanns. Der wünschte sich ein Haus, das er später bei einem möglichen Umzug einfach mitnehmen kann. Zuerst hielt ich das für Spinnerei. Natürlich haben wir dennoch nachgedacht: Wenn schon, dann musste es komplett vorproduziert sein, mit einer Art Gartenschlauch als Wasseranschluss, einem Abwasserrohr für die Kanalisation und einem Stecker als Stromanschluss. So ist der erste Prototyp entstanden. Mit regionalen Handwerkern, als fertiger Kasten auf Stelzen – da fehlte nur der Zahnputzbecher auf der Spiegelablage …

Wir haben das Projekt mit seinen unglaublich vielen denkbaren Nutzungsmöglichkeiten bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Das Interesse war enorm und zwar für buchstäblich jeden unserer Einsatzvorschläge!

/Warum blieben Folgeaufträge aus?/

*Jürgen Lohmann:* Die „FlyingSpaces“ haben nur Sinn, wenn sie industriell produziert werden. Als ich über meinen Entwurf für das „Schöner Wohnen“-Schwörerhaus in Oberstetten Johannes Schwörer kennenlernte, überzeugten ihn das „Spaces“-Konzept und dessen neue Chancen für urbane Standorte derart, dass er es ins Produktionsprogramm aufnahm.

/Welche Vorteile hat das Fertighaus?/

Wir bringen mit so einem Schwörer-Fertigbau eine sehr moderne Bauweise von erfreulich hoher Qualität in die Stadt. Bei uns in Norddeutschland wird eher konventionell massiv gebaut, SchwörerHaus war für mich der erste intensive Kontakt mit der Holzrahmenbauweise. Die Fertigung im Werk und die Häuser selbst haben einen Perfektionsgrad, der nur mit einer Nobelkarosse mit Ledersitzen vergleichbar ist. Die Bauqualität ist so hoch, dass sie in einigen Bundesländern sogar ohne Baugenehmigung auskommt.

/Woran machen Sie als Architekt diese bessere Bauqualität fest?/

*Jürgen Lohmann:* Vor allem am Beherrschen konstruktiver Details von Wand-, Boden- und Deckenverbindungen, die im Lauf der Jahre und Jahrzehnte konstruktiv und bauphysikalisch immer weiter optimiert worden sind. Wenn der Bau steht: Ecken, Fugen, Anschlüsse – perfekt. Sauber. Dicht.

/Sie sagten zwar, dass dies nicht das vordergründige Ziel sei, trotzdem: Wie oft lässt sich denn ein „FlyingSpaces“ umsetzen?/

*Jürgen Lohmann:* So oft wie nötig.

/Ohne Stress?/

*Jürgen Lohmann:* Jedenfalls mit unglaublich wenig Stress. Punktfundamente sind ebenso schnell zu setzen wie zu entsorgen. Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse lassen sich ebenso schnell kündigen wie anderenorts wieder einrichten.

/SchwörerHaus ist einer der Pioniere bei der Einführung des neuen Plusenergiehaus-Standards am Markt. Wie stehen Sie dazu?/

*Jürgen Lohmann:* Es gibt keinen Grund, heute noch Häuser von gestern zu bauen. Eine Wohnimmobilie mit Zukunft sollte ihre Energie selbst produzieren. Im besten Falle natürlich mehr, als die Bewohner des Hauses brauchen. Die Energie für ihre Mobilität eingeschlossen, sodass man zu Hause seine Auto, seinen Elektroroller oder seine E-Bikes mit Eigenstrom aufladen kann.

/„Mein Haus: mein Kraftwerk, meine Tankstelle“ ist eine Riesenchance. „Made in Germany“ als neuer, ungetrübter Spaß an Komfort, innovativ und nachhaltig – was kann uns Besseres passieren?/

*Jürgen Lohmann:* Wir hatten bereits mit unserem ersten „Schöner Wohnen“-Haus Anfragen aus allen europäischen Ländern, auch aus China und den USA. Das „FlyingSpaces“-Schwörer-Musterhaus in Mannheim ist dank seines Pultdachs, das Terrasse und Stellpatz überdacht und die Photovoltaikmodule trägt, ja auch ein Plusenergiehaus – meines Wissens der erste Plusenergiebungalow auf dem Markt. Er macht Lust auf mehr.

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