Was ändert sich 2023?

Neue Förderung und Vorschriften ab 2023 beim Neubau

„Alles neu macht der Mai“ heißt ein Sprichwort und meint, dass sich dann die Natur einmal runderneuert. Bei der Hausbauförderung steht 2023 auch eine Runderneuerung an, aber wann die kommt, ist ungewiss. Andere Sachen indes stehen fest. Ein Überblick.

Ursprünglich sollte die BEG-Förderung für den Neubau (BEG = Bundesförderung für effiziente Gebäude) Ende 2022 auslaufen und Anfang 2023 durch eine neue Förderung ersetzt werden. Jetzt aber wird über eine Verlängerung diskutiert: Demnach könnte die KfW-Förderung im Programm „Wohngebäude – Kredit 261“ bis zum 28. Februar 2023 übergangsweise fortgeführt werden. Bauherren sollten die Nachrichten zum Starttermin, aber auch zu den konkreten Bedingungen in den kommenden Monaten aufmerksam verfolgen.

Förderung Neubau ab 2023

Definitiv beschlossen wurde, dass ab April 2023 vor allem Familien mit kleinem Einkommen von zinsgünstigen KfW-Krediten profitieren sollen. Konkret bedeutet das:  Gefördert werden Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind und mit einem maximal zu versteuernden Jahreseinkommen in Höhe von 60.000 Euro (zuzüglich 10.000 Euro für jedes weitere Kind). Das sind nach der aktuellen Steuerstatistik knapp 75 Prozent der Haushalte. Gleichfalls sicher: Die Zuständigkeit dafür wird zukünftig nicht mehr beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) liegen, sondern beim Bundesbauministerium (BMWSB).

Neubau ab dem Jahreswechsel

Seit dem 1. November 2020 regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) die Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden. Zum 1. Januar 2023 tritt nun eine entscheidende und folgenreiche Änderung in Kraft. Es sieht vor, dass der zulässige Jahresprimärenergiebedarf von bisher 75 Prozent des Referenzgebäudes auf nunmehr 55 Prozent reduziert werden muss. Unterm Strich bedeutet diese Gesetzesänderung, dass jedes Neubauhaus mindestens ein Effizienzhaus 55 sein muss, das ist bis auf Weiteres der neue Standard.

Bauzinsen 2023

Zwar ist eine Prognose von Bauzinsen für 2023 ein schwieriges Unterfangen, weil so viele und unterschiedliche Faktoren, wie etwa die hohe Inflation, bisweilen sehr kurzfristig Einfluss auf die Entwicklung der Bauzinsen nehmen. Aber für 2023 sind sich die Experten durch die Bank weg sehr einig, dass mindestens in den ersten sechs Monaten tendenziell mit steigenden Zinsen zu rechnen ist. Wer also seinen Neubau finanziert, sollte sich genau beraten lassen und sich günstige Konditionen und Zinssätze etwa über Forward-Darlehen sichern oder über eine möglichst lange Zinsbindung nachdenken.

Heizung ab dem Jahreswechsel

Nach 30 Jahren ist Schluss für bestimmte Öl- und Gasheizungen, so jedenfalls legt es das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) fest. Wer also einen Heizkessel im Keller hat, der vor 1992 eingebaut wurde, muss diesen unter Umständen rausschmeißen. Definitiv raus müssen Konstanttemperaturkessel, die mit Öl oder Gas betrieben werden. Niedertemperatur- und Brennwertkessel fallen nicht unter die Regelung. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Die Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die schon lange in ihrer Immobilie wohnen, sind generell von der Austauschpflicht befreit. Spätestens beim Eigentümerwechsel steht dann aber ein Austausch an.

Kaminöfen im neuen Jahr

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass für „kleine- und mittlere Befeuerungsanlagen“ (meint: Kamine & Co.) im kommenden Jahre buchstäblich der Ofen aus sein könnte. Die gute Nachricht für 2023: Nein, das stimmt nicht. Laut der Bundesimmisionsschutzverordnung (BImSchV) haben Kaminöfen, die bis 2010 gebaut wurden, eine Frist bis Ende 2024 erhalten. Und es muss auch nicht jeder Ofen dran glauben, sondern nur jene, die definierte Grenzwerte überschreiten. Ausgenommen von dieser Regelung sind übrigens unter anderem offene Kamine.

Photovoltaik ab 2023

Im kommenden Jahr entfällt die Förderung für Photovoltaikanlagen im Rahmen der Förderung von Effizienzhäusern. Wer diese bislang in Anspruch nahm, verzichtete im Gegenzug auf eine EEG-Vergütung (die sogenannte Einspeisevergütung für nicht selbst benötigten Solarstrom). Für Bauherren bedeutet die Streichung nicht zwingend eine schlechte Nachricht, denn mit der EEG 2023 wird die Einspeisevergütung für Strom aus PV-Anlagen deutlich erhöht. Vor diesem Hintergrund lohnt sich eine Anschaffung dann unbedingt.

Solarpflicht ab Neujahr

Baden-Württemberg setzt bereits auf erneuerbare Energien und hat die Solarpflicht schon, viele weitere Bundesländer wollen 2023 nachziehen. In Hamburg müssen generell alle Neubauten im neuen Jahr mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. In Berlin stehen sowohl die Eigentümer von Neubauten, die gewerblich genutzt werden sollen, als auch die Eigentümer von Wohngebäude-Neubauten ab dem 1. Januar 2023 in der Pflicht, die Dächer mit einer Solaranlage auszustatten. Bremen hat bereits Entsprechendes auf den Weg gebracht, aber noch prüfen die Behörden der Hansestadt die Pläne. Rheinland-Pfalz und Niedersachsen verlangen im kommenden Jahr Solarpflicht lediglich für Gewerbeneubauten.

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