Neuinterpretation der Fertigbauweise als innovatives Stadthaus

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    Neuinterpretation der Fertigbauweise als innovatives Stadthaus

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    Die unterschiedlichen Loft-Wohnungstypen in dem Hamburger Stadthaus bieten Möglichkeit für viele individuelle Nutzungskonzepte und verschiedene Wohnflächen von 45 bis 140 Quadratmetern.

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    Eine offene Küche inmitten des großzügigen Wohnbereichs wurde im Erdgeschoss in einer der Musterwohnungen geplant.

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    Das Bad als vorgefertigtes Raummodul: Daran lassen sich beliebig Räume andocken.

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    Das dreistöckige Stadthaus „Case study #1“ auf dem IBA-Gelände wurde von Schwörer-Haus als Investor und Generalunternehmer umgesetzt.

Wie wohnen und arbeiten wir morgen? Wie können auch in der Stadt Nachhaltigkeit und visionäre Architektur sinnvoll umgesetzt werden? Seit einigen Wochen präsentiert die Internationale Bauausstellung IBA in Hamburg über 60 Projekte zur Zukunft des Häuserbaus in der Stadt..

Hier wohnt die Zukunft

Besonders beeindruckend ist das Projekt „Case study #1“, das auf dem „Flying Spaces“-Modell von Schwörer-Haus basiert. Zurück in die Stadt! Auf diesen Trend setzt die Firma Schwörer-Haus und spricht damit vielen Menschen aus der Seele – ganz gleich ob jung oder alt. Das innerstädtische Fertighaussystem stellt eine moderne und energieeffiziente Alternative für viele dar: Singles, Ältere, Paare oder Familien mit Kindern. Und eine bezahlbare: Hier wurden „Smart Price Houses“ entwickelt, die es ermöglichen, Wohnraum in der Großstadt zu erwerben oder zu mieten.

Das Haus stammt aus der Feder der Architekten Paolo Fusi und Stefanie Ammann. Sie haben diese Gebäudeform als flexiblen Lofthaustypus interpretiert. Entstanden ist das Projekt „Case study #1“ mit sechs anspruchsvollen Wohnungsentwürfen. Es basiert auf der Zusammenführung der von der Schwörer-Gruppe angebotenen Bauelemente zu Modulen und dem „Flying Spaces“-Modell auf dem Dach. Das Prinzip ist einfach – das Resultat begeistert: 45 Quadratmeter große, quadratische Module bilden die Grundlage. Sie lassen sich neben- und übereinander zusammenfügen und bestehen aus vorgefertigten Elementen wie Spannbeton-Hohldecken mit integrierter Deckenheizung, Betonfertigteilwänden, Treppen, Design-Badmodulen und fertig gedämmten Holzfassaden mit Fenstern.

Die Wohnmodule sind klar strukturiert, minimal gestaltet und daher sehr flexibel einsetzbar. Durch die Kombination der quadratischen Module entstehen unterschiedliche Grundrisse. Und weil auch Stadtbegeisterte gerne mal ein gemütliches Frühstück im Freien oder den Sonnenuntergang über der City genießen möchten, hat jede Wohnung einen Zugang zum Garten oder einer Dachterrasse. In einem Schacht aus Trockenbauelementen sind alle haustechnischen Installationen untergebracht. Er fungiert dabei auch als Ankerpunkt für die Raumaufteilung.

In einem urbanen Wohnhaus wie diesem kommen Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensentwürfen zusammen. Eine Jungfamilie mit zwei kleinen Kindern; ein Single, der das Loft zum Wohnen und Arbeiten nutzt; ein älteres Ehepaar, das sich am Ruhestand erfreut. Alle haben eines gemeinsam: Sie möchten sich wohlfühlen.

Dank der offenen Struktur kann jeder Wohnraum ganz flexibel gestaltet werden. So müssen sich die Bewohner nicht in vorgebenen vier Wänden arrangieren, sondern sie haben die Chance, ihre Umgebung selbst zu kreieren. Da sich zum Beispiel auch innerhalb einer Familie die Bedürfnisse ändern – die Kinder werden groß – bietet „Case study #1“ die Möglichkeit, nach Jahren bequem die Räumlichkeiten zu verändern, um sie den aktuellen Erfordernissen anzupassen: durch Möbel, Schiebeelemente oder Trennwände. Indem die Module rund um ein vorfabriziertes Betonfertigteil-Treppenhaus angelegt werden, kann das Stadthaus mit unzähligen Varianten geplant werden. Das Treppenhaus kann mit einem Aufzug ausgestattet werden, sodass die Wohnungen alters- und behindertengerecht sind.

Für ein angenehmes Raumklima und somit für einen kontinuierlichen Luftaustausch sorgt die kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Das Heizungssystem wird mit Fernwärme aus dem Energieverbund Wilhelmsburg betrieben – einem Zusammenschluss verschiedener Gebäude zu einem virtuellen Kraftwerk. Das Fernwärmesystem ist gekoppelt mit einer Deckenstrahlheizung. Diese wird bereits im Werk in die Deckenelemente eingebaut. Zur Kühlung der Räume im Sommer wird das System mit Kaltwasser durchströmt. So kann ganzjährig eine konstante, angenehme Temperatur garantiert werden. Die vorgehängten Holzfassadenelemente mit Türen und Fenstern sorgen für Dämmung und bestimmen die Optik. Diese Elemente können auch mit Klinkern, Putz und Platten hergestellt werden. Die Ausführung erfüllt den Standard eines KfW-55-Effizienzhauses (nach EnEV 2009).

Die industrielle Serienproduktion mit dem Hersteller wie Schwörer-Haus hat deutliche Vorteile gegenüber der Massivbauweise: Die Bauzeit vor Ort ist verkürzt, die Elemente werden witterungsunabhängig vorab gefertigt. Kosten auf der Baustelle für Trocknungs- und Gerüststandzeiten entfallen. Neueste Technologien und computergesteuerte Kontrollsysteme garantieren einen hohen Qualitätsstandard und sorgen zugleich für Kostensicherheit. So wird es auch in Zukunft schönen, bezahlbaren Wohnraum geben. Für alle, die urbanes Flair lieben.

Die ersten Mieter und Eigentümer sind in Wilhelmsburg bereits eingezogen. Welche Wohn-Erfahrungen sie gemacht haben, berichten wir im nächsten Heft.

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