Mit oder ohne Keller? 5 Fragen als Entscheidungshilfe.

  • Bodenplatte_GUEF

    Um das Haus vor Feuchtigkeit aus Erdreich und Grundwasser zu schützen, muss die Bodenplatte absolut wasserdicht sein. (Foto: GÜF)

  • Fertigkeller_GUEF

    Auch der Keller muss vor Bodenfeuchte und Grundwasser geschützt werden, nicht nur von unten, auch von den Seiten. (Foto: GÜF)

  • GUEF_Einliegerwohnung

    Tageslicht, Deckenhöhe, Dämmung, Heizung: Wenn alle Voraussetzungen stimmen, kann Kellerraum zu Wohnraum werden. (Foto: GÜF)

  • HWR_WeberHaus

    Heiz-, Lüftungs- und Energietechnik werden meist im Erdgeschoss untergebracht, aber auch Keller- und Dachgeschoss eignen sich dafür. (Foto: Weberhaus)

  • GO_ganama_Kellerersatzraum

    Falls im Garten Platz ist, kann auch ein kleines Holzhäuschen als Kellerersatz dienen. (Foto: epr/Ganama)

Fundamentale Entscheidung

Fast drei Viertel aller Bauherren können sich vorstellen, ihr Haus ohne Keller zu bauen, so das Umfrageergebnis einer Bauberatungsfirma. Es sind allerdings längst nicht so viele, die derzeit tatsächlich auf das Untergeschoss verzichten. Das gilt insbesondere für den Süden Deutschlands, wo Kellerbau traditionell fester etabliert ist. Dennoch spricht auch der Unternehmensverband „Initiative Pro Keller e.V.“ von einem Trend zum kellerlosen Eigenheim. In Zeiten hoher Grundstücks- und Baukosten überrascht es nicht, wenn bei begrenztem Budget das Untergeschoss weit oben auf der Einsparliste steht. Kellerfans halten dagegen, dass sich gerade im Souterrain kostengünstig Raumreserven schaffen lassen.

Wo wollen Sie bauen?

  • Auf dem flachen Land mit vergleichsweise großem Grundstück fällt der Verzicht auf einen Keller leichter.
  • In städtischen Gebieten mit dichter Bebauung dagegen zählt jeder Quadratmeter. Abstellraum über der Erde bedeutet oft Verlust von wertvoller Wohnfläche.
  • Hanglagen sind „von Natur aus“ für Keller geschaffen. In diesem Fall kann es sogar teurer werden, ohne Keller zu bauen, weil Erde aufgeschüttet werden muss.

Wie sind die Bodenverhältnisse?

  • Extrem harter oder felsiger Baugrund erschwert den Kellerbau und treibt die Baukosten in die Höhe.
  • Ähnliches gilt für Böden mit Altlasten, etwa Schwermetallen, die aufwendig abgetragen und entsorgt werden müssen,
  • oder für einen hohen Grundwasserspiegel, wenn während der Bauzeit ständig Wasser abgepumpt werden muss.

Wie sieht Ihr Budget aus?

Ohne Keller bauen gilt als Sparmodell, obwohl natürlich auch die Bodenplatte Geld kostet. Eine Modellrechnung des Instituts für Bauforschung e.V. in Hannover im Auftrag der Initiative Pro Keller e.V. ermittelte für ein Haus mit knapp 100 Quadratmetern Grund fläche Mehrkosten von rund 24.000 Euro für die Variante mit Keller im Vergleich zur Bodenplatte und Kellerersatzraum.

Wie viel Nutz- und Abstellfläche brauchen Sie?

  • Was Sie auf jeden Fall brauchen, ist ein Technikraum. Um das Heizgerät, einen Warmwasserspeicher und meist noch ein Lüftungsgerät unterzubringen, benötigt man mindestens circa 7 bis 10 Quadrat meter. Sollen auch Waschmaschine und Trockner hier untergebracht werden, eher etwas mehr.
  • Für Vorratshaltung, Stauraum für saisonale Kleidung, Sport- und Hobbyausrüstung oder Kleinkram rechnet man mit jeweils mindestens zwei laufenden Metern Stauraumbedarf.

Wünschen Sie sich Ausbaureserven?

Fitnessraum, Wellness-Oase, Party- oder Spielkeller, Arbeitszimmer, Werkstatt, Gästeapartment – das sind nur einige Beispiele, wie man den Keller als Wohn-, Lebens- oder Arbeitsraum nutzen kann. Wenn Sie konkrete Vorstellungen haben, was sie mit dem Kellerraum anfangen könnten – einen eigenen Bereich für die größeren Kinder, ein Büro für die Selbstständigkeit, eine Einliegerwohnung – dann sollten Sie diese schon bei der Planung berücksichtigen.

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Schlagwörter: Fertigkeller, Hausplanung, Keller bauen