Mehr Haus fürs Geld

Bei jedem Neubau sind mehrere Zehntausend Euro Ersparnis drin. Kluge Bauherren schrauben ihre Ansprüche bei unnötiger Luxus-Ausstattung zurück – und können sich mit ihrem Budget so Extras leisten, von denen sie schon lange geträumt hatten. Oder sagen wir so: Sie bekommen mehr Haus für Ihr Geld.

30 Spartipps für den Bauherren – so bauen Sie günstig Ihr Traumhaus (Teil 1)

1. Keller und Dach von Vater Staat

75.000 Euro geschenkt! Wer würde da nein sagen?! Seit Juli 2021 überweist der Finanzminister jedem Bauherren eines energieeffizienten Neubaus pro Wohneinheit bis zu 37.500 Euro, einfach so. Bislang kam in den Genuss der Eigenheim-Förderung nur, wer einen Kredit bei der KfW aufnahm; jetzt steht das Geld allen Bauherren zu. Vorausgesetzt, er oder sie baut ein Effizienzhaus.

2. Finanzspritze für Öko-Häuser

Für besonders ökologisches Bauen setzt der Staat sogar noch ein Sahnehäubchen obendrauf: Im neuen Bauförderprogramm BEG werden Sonder-Zuschüsse definiert, die EE-Klasse (für „Erneuerbare Energie“) und die NH-Klasse (für „Nachhaltigkeit“); aus beiden Töpfen können Bauherren nochmals bis zu 6.750 € angeln. Allerdings gibt es den Zuschlag nur für Effizienzhäuser 40 oder 55 und nur einmal pro Wohneinheit. Den EE-Bonus erhält etwa, wer für die Wärmeerzeugung und Kühlung mindestens 55 Prozent erneuerbare Energien nutzt. Für den NH-Zuschuss benötigt man das staatliche Gütesiegel QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude).

3. Sparen beim Grundstück

Klein, aber mein – wer nach dieser Devise sein Grundstück aussucht, spart erheblich. Schon 100 Quadratmeter weniger machen bei den stetig steigenden Baulandpreisen schnell 20.000 oder 30.000 Euro Ersparnis aus. Wenn bei Ihrem Traum vom Haus der Schwerpunkt jedoch auf Grün liegt, umarmen Sie das Landleben. Mit jedem Kilometer Abstand von der City sinken die Grundstückspreise Sie kommen Ihrem Traum vom Eigenheim näher.

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Illustration: Katrin Adler

4. Finanzierung: Höher tilgen und Zinsen sparen

Heute, in der absoluten Niedrigzinsphase liegt der Kredit eines Bauherren nur noch mit 5.000 Euro im Jahr auf der Tasche. Wer mehr Geld auf die Seite bringen kann, sollte es machen wie die Alten: höhere Jahresleistung – und zwar, indem man beherzter tilgt. Warum nicht mindestens zwei oder auch drei Prozent. Zusätzlich jährliche Sondertilgungen vereinbaren! Vorteil: Der Kredit ist so viel schneller abbezahlt. Und mit jedem Jahr Laufzeit spart man 5.000 Euro an Zinsen.

5. Platte statt Keller

Ein Haus auf Bodenplatte zu bauen ist im Schnitt 24.000 Euro günstiger als eins mit Keller. Bedenken Sie: Auch für eine Bodenplatte muss Erde abgetragen werden, fällt Aushub an, braucht es einen Bagger samt LKW, viel Baustahl und noch mehr Beton. Wer auf Stauraum im Souterrain verzichten kann, und lediglich den Technikraum unter die Erde bringen will, ist mit einem Teilkeller oder komplett vorgefertigten Mini-Kellern gut beraten. Solche „Technik-Boxen“ lassen sich auch unter Garage bzw. Carport platzieren. Kosten für diese Fertig-Module: ca. 300 Euro pro Quadratmeter – nach Angaben der Gütegemeinschaft Fertigkeller.

6. Sparen mit Typenhäusern

Viele Hausanbieter werben mit attraktiven Angebotshäusern, die in hohen Stückzahlen gebaut werden und in puncto Grundriss und Planung ausoptimiert sind – was sie besonders günstig macht. Dennoch erlauben die Modelle genug Spielraum für individuelle Bauherren-Ideen. In der Regel ist es am günstigsten, wenn man ein Aktionshaus schlüsselfertig kauft, wie angeboten. Die sogenannten Typenhäuser lassen sich aber zu vertretbaren Mehrkosten jederzeit verändern, anpassen, aufpeppen. – oder sie bieten sogar kostenneutral die Wahl zwischen unterschiedlichen Fassadengestaltungen, Farbkombinationen, Material-Optionen. Der große Vorteil: Man kann direkt einziehen.

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Illustration: Katrin Adler

7. Ausbauhaus statt einzugsfähig

Ein „Ausbauhaus“ im engeren Sinn bedeutet, dass der Bauherr den kompletten Innenausbau vom Estrich bis zur Elektroinstallation übernimmt; der Hersteller liefert lediglich die Hülle inklusive Dach, Fenstern und Außentüren. Ein Minderheiten-Thema. Einige zehntausend Euro sind drin, wenn man selbst Hand anlegt, je nachdem, wie viel Eigenleistung sich die neuen Eigentümer zutrauen. Und wie handwerklich versiert sie sind. Geldwerter Nebeneffekt: Ob Sie selbst Hand anlegen oder Hilfe im Familien- und Freundeskreis organisieren – die Bank rechnet den finanziellen Gegenwert der Eigenleistung als „Muskelhypothek“ beim Eigenkapital an. Damit fällt unter Umständen Ihre Darlehenssumme höher aus, oder sie kommen in den Genuss günstigerer Zinssätze. Oft grade bei jungen Familien eine beliebte Lösung.

8. Kosten senken beim Grundriss

Weniger Wände und Türen = weniger Kosten. Die Richtigkeit dieser Gleichung liegt auf der Hand. Reich wird man durch das Wände-Weglassen nicht. Tausend Euro hier, achthundert Euro dort. Aber weil bekanntlich auch Kleinvieh Mist macht, summieren sich die Spareffekte vieler kleiner Streichungen und machen am Ende eben doch einen großen Unterschied. Was sich nicht nur finanziell bemerkbar macht, sondern auch bei der Eigenleistung beim Hausbau.

9. Innentüren

Apropos Türen: Mindestens die Schlafzimmer und das Bad im Obergeschoss verlangen nach Privatheit und somit nach Türen. Und die können den Ausbau stark verteuern. Türblätter in Vollholz oder edel furniert und mit Original-Bauhaus-Drückergarnituren bestückt kosten ein Vielfaches einer weiß folierten Tür, die ihren Zweck ebenso erfüllt – mit Baumarkt-Drückergarnitur, die Sie eventuell eines fernen Tages austauschen müssen. Aber vielleicht ist grade in einem klassischen Einfamilienhaus das eine gute Lösung.

10. Trockenbau statt Massivwand

Wer vier kräftige Außenwände hat, braucht meist keine tragenden Innenwände. Das gilt übrigens nicht nur für Massivhäuser aus Stein, sondern ganz besonders für Holzfertighäuser – deren Außenwände tragen das gesamte Haus in der Regel alleine. Innen können dann günstige Trockenbauwände gesetzt werden, die neben dem Preisvorteil noch ein weiteres Plus mitbringen: Mit etwas handwerklichem Geschick sind sie bei Bedarf schnell wieder herausgerissen.

11. Wohnfläche reduzieren

Die durchschnittliche Mietwohnung in Deutschland misst rund 100 Quadratmeter. Ein Einfamilienhaus dagegen erstreckt sich im Schnitt auf roundabout 145 Quadratmeter. Dabei wächst die statistische Hausfläche Jahr für Jahr.

Man kann also fragen: Warum brauchen Menschen fast 50 Prozent mehr Fläche zum Leben, sobald sie ins Eigenheim ziehen? Die Antwort ist: Brauchen sie nicht – gönnen sie sich einfach. Anschlussfrage: Ginge es auch anders? Mehr Platz ist zwar immer schön. Aber wenn man bedenkt, dass jeder zusätzliche Quadratmeter mit Kosten von ca. 1.500 Euro verbunden ist, dann kann sich jede Baufamilie leicht selbst ausrechnen, welches Einsparpotenzial ein kleiner dimensioniertes Haus bietet. So kann man durch das Weglassen des ein oder anderen Quadratmeters zu einem günstigen Eigenheim kommen.

12. Die Kunst des Weglassens

Es ist wie beim Autokauf: Fast alles, was man sich wünscht, steht auf der Sonderausstattungsliste. Ob man einen Kamin braucht oder einen Wintergarten? Terrassenzugang von jedem Erdgeschosszimmer? Entscheiden können das nur Sie. Denken Sie daran, dass Weglassen sehr oft gar kein Verlust ist, sondern ein Gewinn. Auf keinen Fall aber sollten sie den Rotstift beim Energiekonzept ansetzen. Denn mit effizienter Heiztechnik spart man ein Leben lang.

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Illustration: Katrin Adler

13. Architektur pur

Außen gilt das Prinzip „Sparen mit Ecken und Kanten“:  Jeder weggelassene Erker, Balkon, Quergiebel oder Wandvorsprung, jede weggelassene Gaube oder Loggia macht nicht nur das Bauen günstiger, sondern hilft auch, später laufende Kosten zu senken. Guter Rat für Bauherren: Nehmen Sie sich Zeit und prüfen Sie sämtliche Architekturvarianten kritisch.

14. Der Würfel als Super-Sparschwein

Unter allen Bauformen ist der Würfel die ideale: Je kleiner die Außenfläche des Hauses, desto energetisch vorteilhafter. Und je kompakter ein Baukörper, umso günstiger kann man ihn bauen. Denn nirgendwo sonst lässt sich mehr Wohnfläche pro Meter Außenwand unterbringen.

15. Flachdach statt Satteldach

Ein traditioneller Dachstuhl ist ein beeindruckendes Meisterwerk der Handwerkskunst. Die natürlich entsprechend Geld kostet, allerdings mittlerweile auch schon maschinell produziert wird. Ein Flachdach ist also gar nicht mehr viel billiger. Dennoch: Ein und dasselbe Haus kann mit Flachdach bis zu 10.000 Euro günstiger sein als mit Walmdach. Zwei Einschränkungen: Das Flachdach ist längst nicht überall genehmigungsfähig. Und wegen der üblichen Abdichtung mit Folien- oder Bitumenbahnen und fehlender Neigung bleibt es anfällig für einsickerndes Wasser. Im Lauf der Jahrzehnte sollten Flachdächer regelmäßig gewartet werden.

 

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