Keller im Haus: Unterbau mit Mehrwert

Keller mit vielen Funktionen

Wenn Bauland knapp und teuer ist, gewinnt der Keller wieder an Bedeutung als Platzreserve. Aber nicht nur dafür.

Vieles lässt sich auch an einem fertigen Haus noch verändern, aber einen Keller kann man nachträglich nicht mehr einbauen. Mit oder ohne Untergeschoss ist deshalb eine Grundsatzentscheidung, die jede Baufamilie zwingend vor dem Hausbau treffen muss. Sie fällt heute außerdem nicht mehr so selbstverständlich wie früher, als Vorratshaltung noch eine größere Rolle spielte. In einer Umfrage unter Bauinteressenten vor einigen Jahren gaben drei Viertel der Teilnehmer an, sich ihr Eigenheim auch ohne Keller vorstellen zu können. Gut möglich aber, dass es sich ein Teil dann doch noch anders überlegt. Eine Befragung des Bundesverbands Deutscher Fertigbau e.V. (BDF) bei seinen Mitgliedsunternehmen ergab, dass bei ihnen immerhin rund 40 Prozent der Häuser auch aktuell mit Keller gebaut werden.

Haus am Hang
Basis Keller: Das Bauen in Hanglage bietet eine Reihe von Vorteilen und Gestaltungsmöglichkeiten, so auch – bei rechtzeitiger Planung – das Integrieren eines Kellers. (Foto: Knecht Kellerbau)

Gute Argumente sein Haus mit Keller zu bauen

Die wichtigsten Argumente für oder gegen den Kellerbau lassen sich anhand von drei Punkten zusammenfassen:

1. Bodenverhältnisse:

Harter oder felsiger Baugrund, Böden mit Altlasten oder ein hoher Grundwasserspiegel machen die Unterkellerung aufwendig und teuer. Bauherrenberater empfehlen, auf jeden Fall vorab ein Bodengutachten (Kosten etwa 1.000 Euro) anfertigen zu lassen, um die Kosten eines Hausbaus mit Keller besser abschätzen zu können.

Bodenplatte
Auf festem Grund: Auch beim Hausbau ohne Keller ist ein Bodengutachten angeraten. Bei der Ausführung der Bodenplatte kommt es vor allem auf Frostsicherheit und eine korrekte Entwässerung an. (Foto: Gütegemeinschaft Fertigkeller e.V.)

2. Bedarf:

Je kleiner die Grundfläche des Hauses, desto sinnvoller ist ein Untergeschoss als zusätzlicher Stauraum oder ergänzender Wohnraum, eventuell auch für den späteren Ausbau. Das macht den Unterbau vor allem dort interessant, wo Bauland knapp und teuer ist. Geht es allein darum, Heizung und Haustechnik unterzubringen, genügt eventuell eine Teilunterkellerung.

3. Budget:

Auf den Keller zu verzichten, gilt als Sparmodell für den Bau eines Hauses. Auf den ersten Blick scheint man so die Kosten für den Hausbau zu reduzieren. Allerdings braucht jedes Haus eine Bodenplatte, die bei schwierigen Bodenverhältnissen ebenfalls teuer werden kann – siehe Punkt 1. Auch fallen ohne Keller eventuell Kosten für Ersatzraum wie Schuppen oder Gartenhäuschen an. Kostenvergleiche, unter anderem vom Institut für Bauforschung in Hannover kommen zu dem Schluss, dass sich für ein Einfamilienhaus von circa 150 Quadratmetern mit 10 Prozent Mehrkosten rund 40 Prozent mehr Nutz- und Wohnfläche schaffen lassen, wenn man sich für einen Keller entscheidet.

Kellerarten

Ein Keller kann auf verschiedene Weise gebaut werden: Stein auf Stein gemauert, aus Beton vor Ort gegossen oder in der Fabrik vorgefertigt.

Gemauerter Keller

Mit Ziegel, Kalksandstein oder anderen Mauersteinen werden die Außenwände des Kellers auf der gegossenen Bodenplatte gemauert. Eine Bitumenschicht außen, die sogenannte „schwarze Wanne“ verhindert, dass Feuchtigkeit durch die Fugen des Mauerwerks in den Keller eindringt.

Gemauerter Keller
Die Außenwände des Kellers werden auf der gegossenen Bodenplatte gemauert. (Foto: Mein Ziegelhaus)

Gegossener Keller

Der klassische Betonkeller wird mit Schalung vor Ort aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) gegossen. Bodenplatte und Kellerwände bilden eine „weiße Wanne“, die ohne zusätzliche Abdichtungsschicht auskommt.

Gegossener Keller
Der klassische Betonkeller wird mit Schalung vor Ort gegossen. (Foto: iStock_BanksPhotos)

Fertigkeller

Die Wandelemente und Decken aus WU-Beton werden im Werk vorgefertigt und auf die vor Ort gegossene Bodenplatte aufgestellt, die Fugen abgedichtet. So geht der Kellerbau besonders schnell und preisgünstig.

Fertigkeller
Die Wandelemente und Decken werden im Werk vorgefertigt. (Foto: Knecht Kellerbau)

Technikkeller

Es muss nicht immer ein Vollkeller sein. Allein für die Haustechnik reicht oft auch eine kleine Lösung.

Raum für Heizung & Co.

Ein Heizgerät (meist Gastherme oder Wärmepumpe) plus Warmwasserspeicher und ein Lüftungsgerät gehören zur technischen Grundausstattung im Neubau. Der Platzbedarf beträgt mindestens 7 bis 10 Quadratmeter.

Keller kompakt

Die Beton- oder Technik-Box ist ein Mini-Fertigkeller für die Haustechnik, durch eine Luke von oben begehbar. Versorgungs- und Entwässerungsleitungen können zudem problemlos hindurchgeführt werden.

Betonbox
Die Beton- oder Technik-Box ist ein Mini-Fertigkeller für die Haustechnik. (Foto: Gütegemeinschaft Fertigkeller e.V.)

Kellernutzung

Machen Sie mehr aus dem Untergeschoss! Wenn Wohnfläche knapp ist, bietet sich der Keller als zusätzlicher Wohn- und Lebensraum an. Dabei sind einige bauliche Voraussetzungen zu beachten.

Sonderfall Hanglage

Halb Keller, halb Wohnetage: Am Hang verschwindet nur ein Teil des Untergeschosses im Boden. Beste Voraussetzung, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen – auch als Einliegerwohnung. Ebenfalls denkbar: Ein Keller am Hang als Garage, als (Garten-) Geräteschuppen oder als Praxis.

Keller in Hanglage
Am Hang verschwindet nur ein Teil des Untergeschosses im Boden. (Foto: Knecht Kellerbau)

Schöner arbeiten

Homeoffice wird zum festen Bestandteil des Arbeitslebens. Auch ein Kellerraum ist dafür geeignet, vorausgesetzt, er hat eine Höhe von mindestens 2,30 Metern und ist ausreichend belichtet und belüftet.

Arbeiten im Kellergeschoss
Ein Homeoffice kann auch im Keller Platz finden. (Foto: Gussek Haus)

Rückzugsorte

Auch Fitnessraum, Wellnessbad oder Sauna sind im Keller gut aufgehoben. Lichtschächte oder -höfe versorgen die Räume mit Tageslicht und bieten bei entsprechender Größe sogar einen Sitzplatz im Freien.

Wellnessbereich im Untergeschoss
Auch Fitnessraum, Wellnessbad oder Sauna sind im Keller gut aufgehoben. (Foto: Weberhaus)

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