Große Fensterflächen öffnen das Kundenhaus Winkler von WeberHaus zum Garten und zur Terrasse. (Foto: WeberHaus)
Warum zwei Vollgeschosse im Alltag so viel ausmachen

Ein Haus mit zwei Vollgeschossen bietet im Alltag einen großen Vorteil: Im Obergeschoss entstehen Räume, die sich fast so selbstverständlich nutzen lassen wie im Erdgeschoss. Keine störenden Schrägen, keine verschenkten Ecken, keine Kommode, die nur halb an die Wand passt. Stattdessen gibt es oben Platz für ein Familienbad mit Bewegungsfreiheit, eine Ankleide, in der Schränke wirklich funktionieren, und Kinderzimmer, die nicht nur auf dem Grundriss großzügig wirken.
Gerade für Familien ist diese Hausform deshalb attraktiv. Wer ein zweites Vollgeschoss plant, denkt meist an Schlafzimmer, Kinderzimmer und Bad. Dort sollen hohe Schränke stehen können, Betten nicht unter einer Schräge verschwinden und auch die Dusche braucht genügend Kopfhöhe. Je später das Dach beginnt, desto besser lässt sich die obere Etage nutzen. Bei einem hohen Kniestock rückt das Obergeschoss schon sehr nah an ein vollwertiges zweites Geschoss heran.

Wichtig ist aber: Nicht jedes Vollgeschoss bedeutet automatisch durchgehend gerade Außenwände. Das Baurecht erlaubt die Bezeichnung „Vollgeschoss“ auch für Stockwerke mit leichten Schrägen. Vereinfacht gesagt kann ein Obergeschoss bereits dann als Vollgeschoss gelten, wenn ein bestimmter Anteil der Grundfläche die vorgeschriebene volle Raumhöhe erreicht. Hat das Obergeschoss zum Beispiel 100 Quadratmeter Grundfläche, reichen in vielen Fällen rund 67 Quadratmeter mit voller Raumhöhe aus. Schon ein Kniestock von 80 Zentimetern kann dafür genügen, wenn das Dach entsprechend steil ansteigt und die zulässige Gebäudehöhe eingehalten wird.

Darum spielt neben der reinen Geschosszahl auch die Dachform eine wichtige Rolle. Mit einem Flachdach werden die Räume im Obergeschoss bis zur Decke gerade und damit besonders gut nutzbar. In stadtnahen Lagen oder im Speckgürtel von Metropolen lässt sich diese Bauform oft leichter umsetzen. In vielen ländlich geprägten Regionen geben Bebauungspläne jedoch andere Dachformen vor.
Auf den Raumgewinn im Obergeschoss müssen Baufamilien deshalb nicht verzichten. Auch unter einem flach geneigten Zelt- oder Walmdach lassen sich zwei Vollgeschosse realisieren, teils mit nur minimaler Dachschräge, teils ganz ohne spürbare Einschränkung. Sogar ein Satteldach kann funktionieren, wenn Dachneigung und Kniestock entsprechend geplant sind. Besonders luftig wirken die darunterliegenden Räume, wenn statt eines niedrigen Kriechbodens die Zimmerdecken bis unter den Giebel geöffnet werden.
Vier Häuser mit zwei Vollgeschossen im Überblick
Wie unterschiedlich ein Haus mit zwei Vollgeschossen aussehen kann, zeigen die vier Beispiele aus dem Heft: vom kubischen Flachdachhaus von WeberHaus über das ökologische Hanghaus von Baufritz und den Satteldach-Entwurf von Fingerhut Haus bis zur Stadtvilla Villa 178 von Hanse Haus. Jedes Haus nutzt den Raumgewinn auf eigene Weise.
WeberHaus: Kundenhaus Winkler

Klare Linien, Flachdach, weiße Putzfassade und dunkel gerahmte Fenster prägen das Kundenhaus Winkler von WeberHaus. Der große Vorteil der zwei Vollgeschosse zeigt sich besonders oben: Kinderzimmer, Galerie, Elternbereich mit offener Ankleide und Familienbad lassen sich ohne störende Dachschrägen nutzen.
Im Erdgeschoss öffnet sich der Wohnbereich zum Garten. Küche, Essen und Wohnen sind großzügig verbunden, der Essplatz ist aber auch direkt von der Diele erreichbar. Große, raumhohe Fenster holen viel Licht ins Haus, die Terrasse verlängert den Wohnraum nach draußen. Energetisch punktet das Haus mit stark gedämmter Gebäudehülle, Holz-Alu-Fenstern mit Dreifachverglasung, Photovoltaik und Batteriespeicher.
Baufritz: Kundenhaus Gerlach

Das Kundenhaus Gerlach von Baufritz zeigt, wie luftig ein Haus mit Satteldach wirken kann. Möglich wird das durch einen 2,75 Meter hohen Kniestock und ein flach geneigtes Dach mit 18 Grad. Statt klassischer Zimmerdecken wurden die Räume firsthoch geöffnet. So entsteht im Obergeschoss besonders viel Kopffreiheit, unter anderem für zwei Kinderzimmer, ein Elternschlafzimmer mit integrierter Ankleide und ein Wellnessbad mit Sauna.
Dank der Hanglage gewinnt das Haus zusätzlichen hellen Wohnraum im Kellergeschoss. Dort liegen Einliegerwohnung und Gästebereich mit separatem Eingang und eigenen Terrassen. Zum Konzept gehören außerdem versteckter Stauraum, schadstoffgeprüfte Materialien, Elektrosmog-Schutz, dreifach verglaste Fenster, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaik.
Fingerhut Haus: Entwurf Ludema

Der Entwurf Ludema von Fingerhut Haus zeigt, dass ein Satteldachhaus fast ohne Schrägen auskommen kann. Möglich machen das ein 2,26 Meter hoher Kniestock und eine Dachneigung von nur 20 Grad. So entsteht im Obergeschoss ein luftiges Raumgefühl mit viel Stellfläche für Schränke, Betten und Alltagsmöbel.
Oben gruppieren sich zwei Kinderzimmer, Bad, Arbeitszimmer und Elternbereich mit großzügiger Ankleide um eine kleine Galerie. Unten ist das Haus klar auf Familienalltag ausgelegt: mit offenem Wohn- und Essbereich, Küche im Zentrum, Hauswirtschaftsraum, Vorrats- und Abstellraum sowie einer überdachten Terrasse als Erweiterung nach draußen.
Hanse Haus: Villa 178

Die Villa 178 von Hanse Haus zeigt, wie sich eine Stadtvilla mit zwei Vollgeschossen in den Landhaus-Stil übertragen lässt. Das flache Walmdach, klare Fensterachsen und der Anbau geben dem Haus eine großzügige, aber ländlich passende Erscheinung. Im Obergeschoss liegen zwei Kinderzimmer, der Elternbereich mit separater Ankleide und ein großes Familienbad.
Unten erweitert der Anbau den Wohnbereich und schafft zugleich einen überdachten Freisitz mit kurzen Wegen von Küche und Essplatz nach draußen. Ein zusätzliches Zimmer kann je nach Lebensphase als Homeoffice, Gästezimmer oder Spielraum dienen. Kriechboden und optionaler Teilkeller bieten weitere Lagerfläche für alles, was nicht täglich gebraucht wird.
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