Größere Fenster braucht das Haus

„Die Zeiten, in denen die Fenster aus energetischer Sicht die Schwachstellen ei­nes Hauses waren, sind vorbei. Moderne Fenstersysteme sind zu Energielieferanten geworden, die in der Energiebilanz besser abschneiden als hoch wärmegedämmte Außenwände“, sagt Christian Klinger, Miteigentümer und Vorstand von Internorm. Was eine aktuelle Untersuchung der Do­nau-­Universität Kremsl belegt, die das Glas „Climatop Lux 2“ unter die Lupe genommen hat. Internorm fertigt daraus seine Drei­scheiben­Isolierverglasung „SOLAR+“ – seit 2011 die Dreifach­-Standardverglasung von Europas führender Fenstermarke.

*Die Untersuchung:*
Verglichen wurden die Energiebilanzen der Fenster (Wär­medämmwert Ug = 0,60 W/m2K; Energie­durchlassgrad g = 0,61) mit der Energiebi­lanz der wärmegedämmten Außenwand, deren „Passivhaus“­-tauglicher U­-Wert 0,12 W/m2K betrug. Der Verglasungsanteil nach Süden wurde mit 30 Prozent, nach Osten, Westen und Norden mit je 20 Prozent festgelegt. In einem zweiten Berechnungsdurchgang verdoppelte man ihn gen Osten, Süden und Westen, nach Norden blieb er gleich.

Berücksichtigt wurden bei den Be­rechnungen neben Rahmenqualität und -­anteil der Fenster auch Faktoren wie Verschattung, Verschmutzung und nicht senkrechter Strahlungseinfall, die sich mindernd auf die solaren Wärmeeinträge auswirken.

*Die Ergebnisse:*
Fenster mit der be­schichteten 3­-fach-­Verglasung „SOLAR+“ werden nicht nur bei Südausrichtung zu Netto­-Energiegewinnflächen, sondern be­reits bei Ausrichtung nach Westen und Osten. Auch wenn sie nach Norden hin zwar noch knapp höhere Netto­-Energieverluste aufweisen als die „Passivhaus“­ Außen­wand – mit „SOLAR+“ ist die Wärmebilanz der Fenster, summiert über alle Fassaden, positiv oder zumindest ausgeglichen. Die Untersuchung zeigte außerdem: Eine Ver­größerung der Verglasungsanteile führt, bei ansonsten gleichbleibenden Rahmen­bedingungen, zu einer markanten Senkung des Heizwärmebedarfs. Eine Verdopplung der Glasflächen nach Ost, Süd und West ergab – berechnet für den Standort Salzburg – eine Senkung des Heizwärmebe­ darfs von 12 auf 8 kWh/m2a.

*Die Perspektiven:*
„Neue, hoch wärme­ dämmende Verglasungen mit Spezialbeschichtung zur Nutzung der Sonnenenergie sind nicht nur eine große Chance für den Kli­maschutz, sie eröffnen auch der Architektur völlig neue Freiheiten“, sagt Christian Klinger. „Wenn aus Sicht der Energieeffizienz gilt: Fenster schlägt hoch wärmegedämmte Wand, läutet das einen Paradigmenwechsel in der Baubranche ein.“ Noch bis vor wenigen Jahren sei das Problem gewesen: Je besser die Wärmedämmwerte eines Fensters, desto geringer der Energiedurch­lassgrad der Verglasung. „Das Fenster hat zwar die Wärme im Haus gehalten, aber wertvolle Sonnenenergie unnutzbar aus­ gesperrt. Heute können wir beides haben: hohe Wärmedämmung und solare Energie­ gewinne. Das Fenster funktioniert damit als kostenlose Zusatzheizung.“

Das „SOLAR+“-­Glas bietet den zusätzli­chen Vorteil, farbneutral zu sein. Voraus­setzung für eine positive Energiebilanz während des gesamten Jahres sei allerdings, dass die Fenster mit intelligenten Sonnenschutzsystemen ausgestattet sind, betont Christian Klinger. „Die besten Fenster nützen nichts, wenn die Innenräume in der heißen Jahreszeit für teures Geld mit hohem Energieaufwand gekühlt werden müssen, weil zu viel solare Wärme eindringt. Je größer die Fensterflächen wer­den können, desto größer wird die Bedeutung des Sonnenschutzes.“

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