Blockhaus für zwei Personen von Fullwood

Referenzen eingeholt, Musterhaus besichtigt, Werkstattführung absolviert. Nach diesem Bauherren-Pflichtprogramm waren für Kerstin und Carsten Honthorst jegliche Zweifel ausgeräumt, die Planung mit Fullwood konnte beginnen. Die brachte alle Ideen des Paares auf den Punkt, wie auch die Baukosten.

Unter der Regie eines erfahrenen Richtmeisters der Firma baute der Künstler sein Haus im Winter auf. Die im Werk gefertigten Wandteile wurden pünktlich per Laster zum Grundstück transportiert und von ihm und dem Richtmeister montiert. Alles klappte reibungslos. Einziger Zwischenfall: Kurz vorm Dacheindecken brach sich Carsten Honthorst eine Rippe. Was den Richtmeister trotz Schneetreiben nicht davon abhielt, halt allein aufs Dach zu steigen. Im Gegenzug erledigte der Hausherr dafür später andere Arbeiten.

Kerstin, die tapfer mitgeholfen hat, erinnert sich gern an die Aufbau-Wochen: „Wir sind stolz auf unsere Leistung. Aber ohne die Hilfe der Ingenieurin von Fullwood hätten wir auch später den Innenausbau garantiert nicht so gut hinbekommen. Wir durften sie zu jeder Zeit um Rat fragen.“

*Hightech? Lieber ohne!*

In seinem Haus verzichtete das Paar auf jegliche Hightech. „Alles ist einfach manuell zu bedienen und auch bei steigenden Energiekosten und schwindenden Ressourcen leicht zu beherrschen“, erläutert Kerstin Honthorst ihre Intentionen. So machen sich Besucher beispielsweise über den Klingelzug einer mechanischen Türglocke bemerkbar. Geheizt wird ausschließlich mit dem großen, antiken Kachelofen aus dem 19. Jahrhundert. Seine kuschelige Strahlungswärme verbreitet sich in Windeseile im bis zum First offenen Haus. Unterstützt wird er von einem Ziegelsteinkamin.

„Wir haben im Verlauf eines Jahres nur vier Raummeter Holz benötigt – unsere einzigen Heizkosten!“, freut sich die Dame des Hauses. Anteil an diesem geringen Energieverbrauch hat die vom Hersteller angebotene, kostengünstige Kombiblockwand mit Holzweichfaserisolierung. Auf die zum Hausinnern abschließende Rigipsfläche trug Carsten Honthorst einen diffusionsoffenen Anstrich auf, den er nach altertümlichem Rezept aus Lehm und Knochenleim anrührte. Das gesamte Erdgeschoss legte er mit gut isolierenden Eichenholzdielen aus, die Galerie mit Kieferndielen.

*Wo sind denn die Türen?*
Im Haus gibt es nur eine einzige Tür – die zum WC. Genau wie der Hauseingang und die Tür des von der vorderen Veranda aus zugänglichen Hauswirtschaftsraum ist sie antik. Die Diele geht wandlos in den offenen Koch-, Ess-, Wohnbereich über. Von dort aus gelangt man – eine weitere Idee à la Honthorst – durch zwei schmale Torbögen ins Schlafzimmer. Dem ist ein kleines Bad angeschlossen.

Das Paar lebt inmitten schöner antiker Stücke, die ergänzt werden von maßgefertigtem Mobiliar jüngeren Datums. So dem handgeschnitzten Himmelbett aus Eichenholz, das eigens auf Bali hergestellt wurde. Die Empore ist vergleichsweise modern möbliert, in hellem, leichterem Kontrast zum Erdgeschoss. Absolutes Prunkstück des Hauses ist unzweifelhaft die von der Diele auf die großflächige Galerie führende Wendeltreppe. Ihr Spindelbalken stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde damals aus einem dicken Eichenstamm gehauen.

„Die Stufen der Treppe und das Geländer ließen sich nicht mehr gebrauchen, also habe ich neue gedrechselt. Außerdem war die Stiege ursprünglich so konstruiert, dass ihre Last auf die Wand übertragen wird. Ich habe sie aus Platzgründen in eine freitragende Treppe umgewandelt“, erzählt Carsten Honthorst. Für den Handlauf hat er sich bei einer alten Weinspindelpresse bedient. Deshalb begrüßt „Bacchus“ jeden, der die Stufen betritt.

*Rot wie Ochsenblut*
Zwei großflächige Fenster schmücken bis zum Giebel die Ostseite des Hauses, sie holen viel Tageslicht und die Natur – eine herrliche Berglandschaft – herein. Der Abschluss des oberen Fensters beschreibt einen Bogen, der einen formalen Kontrast zur dreieckigen Spitze des beidseitig abgeschleppten Satteldachs bildet. Unter dem Schutz der Abschleppungen haben an der Eingangsseite und an der gegenüberliegenden Gartenseite je eine Holzveranda Platz gefunden.

„Nachdem das Haus so weit fertig war, haben wir erst gezögert, unseren ursprünglichen Plan, es ochsenblutrot anzustreichen, in die Tat umzusetzen. Die Naturfarbe der Kiefernwände gefiel uns richtig gut. Aber die Farbe war bereits gekauft, und jetzt sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt die Hausherrin.

Keine Kommentare vorhanden

Kommentare sind geschlossen.

Skyscraper Schwoerer