Alles, was Sie wissen müssen: Fragen und Antworten zu Plusenergiehäusern (FAQ)

*I. WIE EIN PLUSENERGIEHAUS FUNKTIONIERT*

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1. Was ist ein Plusenergiehaus?
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Ein (Einfamilien-)Haus mit exzellent gedämmter baulicher Hülle, das selbst mehr Energie erzeugt, als für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom verbraucht wird. Im Sommer produziert es mit seiner Solaranlage Stromüberschüsse, deren Einspeisung ins öffentliche Netz gefördert wird. Lücken in der Eigenenergieerzeugung in extremen Wintersituationen dagegen werden durch Strombezüge aus dem Netz gedeckt

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2. Was ist der Unterschied zu einem “Energieplus-Haus” oder einem “Effiezienzhaus Plus”?
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Es gibt keinen wirklichen Unterschied. Der Begriff der Plusenergiehäuser ist die Bezeichung einer Art von Häusern (siehe Definition unter 1.). Einige Anbieter vermarkten ihre Plusenergiehäuser unter anderen Namen, etwa als “Energieplus-Häuser”. Das Bundesverkehrsministerium hat unter dem Begriff “Effizienzhaus Plus” in Berlin ein Plusenergiehaus-Projekt gestartet.

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3. Was unterscheidet ein Plusenergie- von einem Passivhaus?
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Ein Passivhaus setzt ausschließlich auf passive Wärmequellen wie Sonne, Körperwärme und Technikabwärme. Das Plusenergiehaus dagegen erzeugt reichlich regenerative Energie selbst – auch zur Unterstützung des Heizsystems. Das führt zu sichtbaren Unterschieden in der Architektur: Während ein Plusenergiehaus mit großen, zur Sonne ausgerichteten Fensterflächen deren Wärme einfangen kann, muss das Passivhaus sich mit kleineren Fenstern und damit geringeren passiven Solargewinnen begnügen. Selbst Dreifachglasflächen weisen nämlich schlechtere Wärmedurchgangswerte auf als Wände. Die Energieverluste würden daher im Passivhaus mit großen Fenstern den Wärmegewinn übertreffen. Es ist allerdings dank seiner hoch gedämmten Gebäudehülle eine gute Grundlage für einen Ausbau zum Plusenergiehaus.

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4. Welche Voraussetzungen machen ein Einfamilien- zum Plusenergie-Haus?
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Zum Pflichtprogramm gehört eine optimal gedämmte, dichte, Wärmebrücken vermeidende Gebäudehülle mit U-(Wärmedurchgangs-)Werten für Außenwände und Dach von 0,15 W/m2K und besser.

Das „Plusenergiehaus“ ist nicht an eine bestimmte Technologie gebunden, erneuerbare Energien gehören aber zum Kern des Konzepts: Wärmepumpen nutzen Erd- und Luftwärme, Solarkollektoren erzeugen Warmwasser und Elektroenergie, hauseigene Windkraftanlagen, die auch nachts arbeiten. Hinzu kommen Komponenten wie Frischluftheizung mit Wärmerückgewinnung, intelligente Steuerung der Heiz- und Hausgerätetechnik und energieeffiziente Haushaltgeräte A+++. Die höchsten Einsparpotenziale haben Waschmaschinen, Wäschetrockner, Kühl-/Gefriergeräte und Geschirrspüler.

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5. Was unterscheidet ein KfW-Effizienzhaus von einem Plusenergiehaus?
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Bisher stand nicht die Eigenproduktion von Energie im Fokus, sondern die radikale Senkung des Verbrauchs. Für die Förderung von „Effizienzhäusern“ mit KfW-Krediten müssen der in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegte Heizwärme- oder Primärenergiebedarf um 30, 45 oder 60 Prozent unterschritten werden. Plusenergiehäuser markieren die Energiewende im Einfamilienhausbau und einen Paradigmenwechsel: Sie produzieren mehr als die gesamte Energie, die sie brauchen, vor Ort. Und damit ohne aufwendigen Energietransport und entsprechend teure Leitungskosten und -verluste.

Plusenergiehäuser können auch eine neue Ära der Produktehrlichkeit im Einfamilienhausbau einläuten: Sie benötigen zum Nachweis ihrer vertraglich zugesagten Energieeffizienz keine externen Gutachter, sondern lediglich geeichte Stromzähler mit elektronischem Gedächtnis: Wie viele Kilowattstunden Elektroenergie wurden in diesem Haus wann erzeugt und wann wofür verbraucht?

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6. Wie viel Energieüberschuss schafft ein Plusenergiehaus?
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Das hängt vom konkreten Objekt, seiner baulichen und technischen Ausstattung ab. Nach ersten Erfahrungen verschiedener Anbieter sind Energieüberschüsse von 1.500 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr realistisch.

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7. Wofür nutzt man den Eigenstromüberschuss am sinnvollsten?
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Von den vier existierenden Vergütungskategorien sind für Plusenergiehausbesitzer seit dem 1. April 2012 nur die beiden für Dachanlagen bis 10 kWp und 40 kWp von Belang. Die Einspeisevergütung ins Netz beträgt danach ab einer Inbetriebnahme am 1. Juli 2012 18,92 (10 kWp) beziehungsweise 17,95 Cent (40 kWp). Sie wird jeden Monat um 1 Prozent gegenüber dem Vormonatswert gekürzt. Die Eigenverbrauchsvergütung ist seit April 2012 ganz weggefallen.

Alternative zur Einspeisung: Man „betankt“ mit seinen Eigenstrom-Überschüssen einen Pkw mit Elektroantrieb: 3.000 Kilowattstunden ermöglichen derzeit eine Jahreslaufleistung von etwa 30.000 Kilometern. Damit lässt sich auch zugleich die immer interessanter werdende Frage nach der Speicherung der gewonnenen überschüssigen Energie und damit der Steigerung des Eigenverbrauchsanteils zumindest teilweise beantworten.

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8. Kann man die selbst produzierten Energieüberschüsse speichern?
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Wirklich gute und effiziente Speichermöglichkeiten sind im Moment noch rar. Lithium-Ionen- oder Blei-Gel-Batterien (mit Speicherkapazitäten von etwa 8 Kilowatt) ermöglichen immerhin, den Eigenverbrauchsanteil an Elektroenergie im Jahresmittel auf bis zu 70 Prozent zu erhöhen. Gespeichert wird der Strom, der nach der Nutzung der Haustechnik zu den optimalen Erzeugungszeiten übrig bleibt. Er steht dann in den Zeiten zur Verfügung, in denen kein Strom erzeugt wird. Erst wenn der Speicher voll ist, wird der restliche Strom ins Netz abgegeben.

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9. Ist ein Plusenergiehaus autark, also unabhängig von allen Energiezulieferungen von aussen?
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Nein. Die Aussagen über erzeugte Strommengen und -verbräuche sind Jahresdurchschnittswerte. Während im Sommer große Energieüberschüsse anfallen können, sind in kalten, dunklen Wintermonaten Energielücken zu füllen. Das Energiewirtschaftsgesetz regelt auf Bundesebene, dass Betreiber von Energieversorgungsnetzen verpflichtet sind, Endverbraucher zu einem angemessenen und transparenten Preis an ihre Netze anzuschließen. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass Hauseigentümer zum Bezug von Strom oder Gas verpflichtet sind. Es gibt allerdings Kommunen, die rechtlich eine Abnahmepflicht erlassen.

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10. Wie hoch ist der Wartungsaufwand für die Plusenergie-Technik?
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Gering. Wichtiger ist es, die korrekte Funktion des Wechselrichters (der den Gleichstrom der Photovoltaik-Anlage in Wechselstrom umwandelt) im Auge zu behalten. Oder dass die Stromerträge tatsächlich den Vorgaben der Prognosen entsprechen.

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11. Wie wird ein Plusenergiehaus geheizt?
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Eine Heizung im klassischen Sinne gibt es im Plusenergiehaus nicht. Auch Heizkörper wird man in der Regel vergebens suchen. Wärmepumpe und Flächenheizung sind die gängige Ausstattung. Die Wärmepumpe erzeugt mithilfe der mechanischen Energie einer Pumpe und der Umgebungswärmeenergie Hitze. Ihre Umgebung kann die Luft sein, das Erdreich oder Grundwasser. Rohrleitungen, durch die eine Übertragungsflüssigkeit, das sogenannte Kältemittel, gepumpt wird, nehmen die Umgebungswärme auf. Als solche gilt übrigens alles oberhalb des absoluten Nullpunkts von etwa -273 °C. Durch Verdampfen und Verdichten erhöht sich die Temperatur des Kältemittels stark. Sie reicht aus, um die Flächenheizung in Fußboden oder Wänden mit Heizenergie zu versorgen. Da die Übergabeflächen sehr groß sind, genügen schon relativ niedrige Temperaturen.

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12. Muss ich in einem Plusenergiehaus aufs Lüften verzichten?
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Nein, selbstverständlich lassen sich die Fenster zum Lüften öffnen. Da jedoch die Gebäudehülle luftdicht ist, kann der notwendige Luftaustausch zum Beispiel bei Abwesenheit nur durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung gewährleistet werden, die Schadstoffe und Feuchtigkeit abführt. Da die Wärme dabei mittels Wärmetauscher bis zu 90 Prozent im Haus gehalten wird und die Luftqualität in der Regel optimal ist, erübrigt sich das Lüften allerdings. Bewohner solch hochgedämmter Häuser berichten übereinstimmend, dass der Drang, die Fenster zu öffnen, mit der Zeit nachlässt. Sollten Sie aber gewohnt sein, im Winter ungeheizt bei offenem Fenster zu schlafen, wird eine Umstellung fällig: Drastische Temperaturunterschiede im Haus lässt die zentrale Lüftungsanlage nicht zu.

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*II. BAU, KOSTEN & FÖRDERUNG*

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1. Wird der Bau eines Plusenergiehauses gefördert?
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Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert „Modellhäuser“ mit Plusenergie-Standard 2012 mit insgesamt 7 Millionen Euro. Die Fördermaßnahme richtet sich ausdrücklich an Bauherren von Wohngebäuden (Ein- und Mehrfamilienhäuser, Reihen- und Doppelhäuser), die Funktionen wie Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom, Elektrofahrzeuge oder weitere externe Nutzungen bedienen. Gefördert werden beispielsweise auch der Einbau von Messtechniken und das Monitoring, Indachlösungen für Photovoltaik-Module (die Module bilden dabei die Dachhaut) und Kleinstwindkraftanlagen.

Weitere Informationen zur Föderung und Zuwendungsanträgen

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2. Welchen finanziellen Mehraufwand erfordert ein Plusenergiehaus?
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Für Heizung und Warmwasser fallen in einem 4-Personen-Einfamilienhaus rund 3.550 Kilowattstunden an, der Haushaltsstrom schlägt im statistischen Mittel mit 2.650 Kilowattstunden zu Buche. Ergibt einen Energiebedarf von 6.200 Kilowattstunden.

Photovoltaik kostet pro kWp 2.200 Euro; eine 6,2 kWp-Anlage also 13.640 Euro. Für Frischluftheizung/Wärmepumpe kommen – sofern nicht schon im Hauspreis inklusive – circa 10.900 Euro hinzu. Macht grob überschlagen für die Plusenergie-Technik eine zusätzliche Investitionssumme von etwa 24.540 Euro.

Konventionelles Mauerwerk auf notwendige U-Werte von 0,15 W/m2K zu bringen kann ebenso zu erheblichem Mehraufwand führen wie konstruktive Details zur Dichtheit der Haushülle oder beim Anschluss Dach/Wand. Als Faustregel wird auf dem Markt derzeit eine zusätzliche Investition von rund 30.000 Euro für das Plusenergie-Niveau genannt. Die Heiz- und Haustechnik selbst gilt als nachrüstbar, wenn die Voraussetzungen seitens der Gebäudehülle gegeben sind.

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3. Die Einspeisevergütung ist wieder gesenkt worden. Lohnt sich ein Plusenergiehaus noch?
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Der Charme eines Plusenergiehauses besteht in der Unabhängigkeit von fossiler Energie. Mit einem solchen Haus Geld durch den Stromverkauf zu verdienen, ist nicht vorrangiges Ziel. Vielmehr soll ein möglichst großer Teil des eigenen Bedarfs mit selbst erzeugtem Strom gedeckt werden. Die Batteriespeichertechnik ermöglicht schon heute einen Eigenverbrauchsanteil von bis zu 80 Prozent. Der Eigenverbrauchsanteil wird übrigens seit der jüngsten Absenkung des Einspeisetarifs nicht mehr extra gefördert. Auch wenn die Vergütungen weiter sinken, weil sich Photovoltaik durch fallende Preise und steigende Effektivität immer mehr von sich aus lohnt: Der Vergütungssatz ist mit dem Tag der Inbetriebnahme für 20 Jahre festgeschrieben.

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4. Ist der Bau eines Plusenergiehauses überall in Deutschland möglich?
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Ja.

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5. Wer baut Plusenergiehäuser?
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Vor allem Fertighausanbieter. Sie nutzen die Vorteile ihrer Bauweise und ihren Kompetenzvorsprung vor Mitbewerbern.

Zur Übersicht aktueller Fertighäuser im Plusenergie-Standard

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6. Gibt es bei der Standortwahl für ein Plusenergiehaus Ausschlusskriterien?
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Sonneneinstrahlung und Wind müssen ausreichen, um den Plusenergie-Standard zu realisieren. Auch vehementer Laub- oder Staubanfall würde den Stromertrag der Photovoltaikmodule beeinträchtigen.

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7. Worauf ist bei einem Neubau zu achten, der auf Plusenergie-Standard nachgerüstet werden soll?
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Entscheidend ist zunächst die Gebäudehülle. Sie sollte mit ihrer Dämmung und Dichtigkeit mindestens dem KfW-Standard 70, besser aber 55 oder 40 entsprechen. Das Haus würde also höchstens 70, 55 oder nur 40 Prozent des in der Energieeinsparverordnung festgelegten Heizwärme- oder Primärenergiebedarfs benötigen. Außerdem muss die Dachstatik für die Kollektoren der Solarthermie und der Photovoltaik ausgelegt sein. Und natürlich ist es sinnvoll, Leerrohre und Leitungen zur Verbindung der Kollektoren in die Haustechnik zu integrieren.

In puncto Heiztechnik kann eine Wärmepumpe einen solchen Neubau gut versorgen, aber auch ein Pelletsofen leistet einen wesentlichen Beitrag. Wichtig ist immer: Der Primärenergiebedarf muss von vornherein möglichst niedrig sein.

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8. Ist der Plusenergiehausstandard auch bei Altbausanierungen möglich?
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Ja. Die Internationale Bauausstellung (IBA) in Hamburg zeigt derzeit das LichtAktiv-Haus. Es handelt sich um ein Siedlungshaus der 50er-Jahre in Wilhelmsburg, das entkernt, saniert und um einen Anbau ergänzt wurde. Dessen Pultdach trägt die Photovoltaik. Ziel der Sanierung war der Plusenergiestandard. Im Fokus stand eine Tageslichtarchitektur, die die Fensterfläche von 18 auf 93 Quadratmeter vergrößert hat. Anders als bei anderen Plusenergiehäusern wurde zugunsten sensorgesteuerter Fenster-Stellmotoren auf eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung verzichtet. Das Haus wird – ähnlich dem Berliner Effizienzhaus Plus des Bundesverkehrsministeriums – von einer Testfamilie bewohnt. Begleitet wird der zweijährige Test durch ein Monitoring der Technischen Universitäten Braunschweig und Darmstadt sowie der Humboldt-Universität Berlin.

Auch größere öffentliche Gebäude werden im Plusenergiestandard saniert, derzeit zum Beispiel eine Schule aus den 70er-Jahren in Stuttgart. Daraus folgt jedoch nicht, dass sich jeder Bestandsbau für eine Plusenergiesanierung eignet.

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9. Wird es künftig auch Mehrfamilien-Plusenergiehäuser geben?
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Das Bundesverkehrsministerium hat Mitte Februar einen offenen Architektenwettbewerb dazu ausgeschrieben: Die Preisträger sollen einige Mehrfamilien-Hauszeilen der NUWOG-Wohnungsbaugesellschaft in Neu-Ulm im Plusenergiestandard sanieren. In Frankfurt ist ein erster Mehrfamilienhausneubau mit diesen Qualitäten vorgesehen. Außerdem sind entsprechende Verwaltungs- und Bürogebäude in Planung.

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*III. PHOTOVOLTAIK, SOLARTHERMIE & WINDKRAFT*

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1. Wie gross muss die Photovoltaik-Anlage für ein Plusenergiehaus sein?
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Die Größe einer Photovoltaik-Anlage für ein Plusenergiehaus ist von vielen Faktoren abhängig. Bei einer „KfW-Effizienzhaus-55“-Hülle und einem angenommenen Endenergiebedarf von 3.500 bis 4.000 Kilowattstunden im Jahr für Heizung und Warmwasser sind etwa 16 Module nötig. Kommt der Haushaltsstrom dazu, verdoppelt sich diese Zahl.

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2. Wann sollte eine Kleinstwindkraft-Anlage die Stromerzeugung durch Photovoltaik ergänzen?
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Eine Kleinstwindkraftanlage ist für ein Plusenergiehaus keine notwendige Ergänzung. Sie liefert allerdings vornehmlich dann Strom, wenn der Ertrag durch Sonnenenergie abnimmt oder ausfällt, zum Beispiel nachts oder bei schlechtem Wetter. Sie hilft daher, den angestrebten Energieüberschuss zu vergrößern. Sie kann auch eine Lösung sein, wenn durch die Architektur die Dachfläche für die benötigte Photovoltaik-Anlage nicht ausreicht. Kleinstwindkraftanlagen werden jedoch nicht gefördert, auch ihr Strom wird nicht vergütet. Windkarten geben darüber Auskunft, wo sich eine solche Anlage lohnt. Sie muss übrigens nicht zwingend auf dem Dach, sondern kann auch im Garten installiert werden.

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3. Erreiche ich den Plusenergie-Standard auch nur mit einer Kleinstwindkraft-Anlage?
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Nein.

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4. Wie haltbar sind Photovoltaik-Module und Sonnenkollektoren?
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Bis zu 30, in aller Regel jedoch mindestens 20 Jahre. Das haben intensive Tests mit beschleunigten Alterungsprozessen ergeben. Natürlich kann es auch Produktionsfehler geben, die sich jedoch normalerweise kurzfristig innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungspflicht des Handwerkers von zwei Jahren oder zumindest während der Laufzeit der Herstellergarantie von zehn Jahren zeigen und dann entsprechend reguliert werden. Der große Vorteil dieser Technik: Sie hat keine beweglichen Teile, ist also von Haus aus wenig anfällig.

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5. Ist die Wärmeerzeugung für Heizung und Wasser über eine Solarthermie oder über Photovoltaik günstiger?
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Eine Solarthermieanlage ist normalerweise nur für die Trinkwassererwärmung sinnvoll. Nur wenige Anlagen können auch ausreichend Heizwärme erzeugen. Tendenziell fallen die Preise bei der Photovoltaik schneller als bei der Solarthermie. Über kurz oder lang wird die Wärmeerzeugung über Strom aus der hauseigenen PV-Anlage also der Wärme aus den Kollektoren der Solarthermie deutlich den Rang ablaufen.

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6. Verbraucht die Produktion von Photovoltaik-Modulen zu viel Energie um ökologisch sinnvoll zu sein?
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Nein. Ein Photovoltaik-Modul hat bei einer Jahressonneneinstrahlung von 1.000 kWh/m2 – das ist der Mittelwert für Deutschland – schon nach nur zwei Jahren so viel Energie erzeugt, wie für seine Produktion verbraucht worden ist. Da die Lebensdauer von PV-Modulen bei 20 bis 30 Jahren liegt, produzieren sie also mindestens zehnmal mehr Energie.

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7. Kann man Photovoltaik-Module farblich und stilistisch unauffällig in die Architektur integrieren?
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Neben den blau-silbernen polykristallinen Photovoltaik-Modulen gibt es mittlerweile noch eine Vielzahl unauffälligerer. Die meisten haben zwar einen geringeren Wirkungsgrad, bieten aber auch Vorteile. Monokristalline Photovoltaik-Module – sie sind beinahe uni, fast schwarz – weisen einen nochmals um fünf Prozent höheren Wirkungsgrad auf. Allerdings verzichten auch sie nicht auf den Metallrahmen.

Rahmenlos, dünner und ebenfalls in dezentem Fastschwarz kommen Dünnschichtmodule daher. Ihr Wirkungsgrad ist geringer, anderseits fällt ihr Ertrag bei Erhitzung, Verschattung oder nicht optimaler Ausrichtung geringfügiger ab als der von mono- oder polykristallinen Dickschichtmodulen. Daher werden sie in der modernen Architektur häufig auch senkrecht als Fassadenplatten verwendet. Selbst farbige, lichtdurchlässige Glasflächen und sogar flexible Trägermaterialien können heute schon photovoltaisch genutzt werden.

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8. Muss ich die Photovoltaikanlage auf dem Dach vor Blitzschlag schützen?
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Vorweg: Eine Solaranlage auf dem Dach erhöht nicht die Gefahr durch Blitzeinschlag. Neue Häuser sind obendrein meist mit einem ausreichenden Blitzschutz ausgestattet. Nur bei der nachträglichen Installation einer Photovoltaikanlage sollte auch das Konzept für den Blitzschutz überarbeitet werden.

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9. Wie wichtig ist die Dachneigung für den Ertrag der Photovoltaikanlage?
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Sie ist sehr wichtig. Damit die Module optimale Energieerträge liefern können, sollten die Strahlen möglichst rechtwinklig auftreffen. Die Neigung des Dachs sollte deshalb zwischen 30 und 35° liegen. Auf einem Flachdach sorgen Ständer für die optimale Neigung. Wegen des unterschiedlichen Sonnenstands ist im Sommer ein flacheres und im Winter ein steileres Dach ertragreicher.

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10. Muss die Photovoltaikanlage auf dem Plusenergiehaus versichert werden, zum Beispiel gegen Hagel?
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Die Versicherungsfrage berührt zwei Bereiche. Einer betrifft die Schäden, die die Anlage verursachen kann. Beispiel: Ein Sturm löst ein Modul, das auf Nachbars Auto stürzt. Dafür müssten Sie eine extra Haftpflichtversicherung abschließen. Die Privathaftpflicht greift nicht, da die Erzeugung von Solarstrom rechtlich als Gewerbe gilt. Als Hauseigentümer können Sie die Anlage jedoch auch bei Ihrer Gebäudehaftpflicht anmelden.

Der zweite Bereich betrifft die Schäden, die an der Anlage selbst entstehen können, oder den Ertragsausfall in Folge. Letzteres wird wichtig, wenn die PV-Anlage kreditfinanziert ist und die Ertragserlöse einkalkuliert sind. Die günstigste Möglichkeit besteht darin, die Anlage in der Gebäudeversicherung aufnehmen zu lassen. Damit allerdings sind nur Teilrisiken abgedeckt. Eine spezielle Photovoltaikversicherung dagegen deckt alles ab, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist, zum Beispiel auch Schäden durch Vandalismus oder Diebstahl. Ob sie sich lohnt, ist eine Frage des persönlichen Schutzbedürfnisses und der Kalkulation – sie ist recht kostspielig. Der in der Frage angesprochene Hagel beeinträchtigt Photovoltaikmodule jedenfalls nicht, da sie mit gehärtetem Spezialglas geschützt sind.
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