U-Wert | Definition

  • Wandaufbau Außenwand

    Diese Öko-Außenwand erreicht bei einer Wandstärke von 31,25 Zentimetern den U-Wert 0,144 W/m²K. (Grafik: Talbau)

  • U-Wert Fenster

    Dreifach verglaste Fenster lassen kaum Wärme nach draußen (siehe UG-Wert), jedoch viel Licht herein. (Grafik: Kampa)

Der Wärmedurchgangskoeffizient

Der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz U-Wert, benennt im Eigenheim-Neubau die spezifische Wärmeleitfähigkeit eines Bauteils. Wieviel Wärmeenergie lässt innerhalb einer bestimmten Zeit ein Quadratmeter dieses Bauteils (zum Beispiel die Außenwände oder Dachflächen) durch. Je kleiner dieser Wärmedurchgangswert, desto besser ist demnach seine Dämmung.

Energieeinsparverordnung und U-Wert

Der U-Wert spielt eine besondere Rolle, weil die Bundesregierung den energieeffizienten Eigenheim-Neubau finanziell fördert. Grundlage dafür ist die Energieeinsparverordnung (EnEV), die die Bundesregierung erlassen hat. Sie hat das Ziel, hocheffiziente Gebäudehüllen und Heizungsanlagen durchzusetzen. Die EnEV macht energetische Mindestvorgaben bei Neubau und Sanierung von Wohnbauten.

Gefördert werden von der staatlichen KfW-Bank nun unter anderem die drei Neubau-Effizienzhausklassen KfW55, KfW40 und KfW 40 Plus. Deren Gebäude sind noch besser gedämmt und effizienter zuz beheizen, als es diesen Vorgaben verlangen. Dazu müssen bestimmte Minimal-U-Werte erreicht werden.

EnEV und staatliche Förderung sollen dazu beitragen, das Klimaziel zu erreichen, bis 2050 einen annähernd klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland zu haben. Denn nur aus Gebäuden, deren Wände, Dächer, Fenster und Türen besonders gut gedämmt und luftdicht sind, entweicht so wenig kostbare Wärmeenergie, wie dazu erforderlich. 2014 und 2016 wurden die Maßgaben der EnEV zuletzt verschärft. Daher ist in diesem Zusammenhang auch häufiger von EnEV 2014 oder EnEV 2016 die Rede.

U-Werte für Türen, Fenster und mehr

Bei Keller- und Außentüren heißt dieser Wärmedurchgangskoeffizient UD („D“ = door = Tür), bei Fenstern UW („W“ = window = Fenster) und bei Wärmebrücken wie zum Beispiel Rollladenkästen oder Balkonanschlüssen UWB. Der UW-Wert wird übrigens nach einer komplexen Formel aus den Wärmedurchgangskoeffizienten UG der Glasfläche („G“ = glazing = Verglasung) und UF der Rahmens („F“ = frame = Rahmen) errechnet.

Gerade beim Wärmeschutz der Fenster macht die Technik gewaltige Fortschritte und ermöglicht dadurch  immer größere Fensterflächen. Sie sorgen nicht nur für mehr gesundes Tageslist, sondern auch für spürbare passive solare Wärmegewinne durch die tiefstehende Sonne im Winter.

Eigentümer eine Bestandsimmobilie können übrigens mithilfe diverser U-Wert-Rechner im Internet ermitteln, wie gut ihre Außenwände gedämmt sind. Feststellen lässt sich damit ebenfalls, wie sich eine zusätzliche Wärmedämmung auf die Energiebilanz des Hauses auswirken würde. Dazu sind allerdings die Angaben zu Dicke und Material der Schichten erforderlich, aus denen die Wand besteht. Außerdem müssen die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit innen und außen gemessen werden. Die Werte werden dann einfach in ein Formular eingesetzt.

Was bedeutet der U-Wert genau?

Der U-Wert beziffert den Wärmedurchgangswert. Solche Werte oder auch Vorzahlen werden in der Mathematik als Koeffizienten bezeichnet. Denn dieser Zahlenwert gibt an, wieviel Wärme in Watt (W) pro Quadratmeter gedämmter Wand (m²) bei einer Temperaturdifferenz (K) von einem Grad Celsius entweicht. Die Einheit des U-Werts ist demnach W/m2K.

U-Wert Fenster

Der Wärmedurchgangskoeffizient U kann sich auch auf Fenster beziehen. Dann heißt er UW-Wert („W“ = window).

UW-Wert berechnen

Die Berechnung UW-Werts geschieht nach einer komplizierten Formel. Diese beruht auf den U-Werten für die Glasfläche (UG; „G“ für glazing) sowie für Flügel und Rahmen (UF; „F“ für frame).

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Schlagwörter: Plusenergiehäuser, U-Wert