Neuer Schufa-Score: Warum die Schufa-Bewertung beim Hauskredit entscheidend ist

Für angehende Bauherren ist die Schufa mehr als eine Formalie, denn ohne positive Bewertung wird der Weg zum Hauskredit oft deutlich schwieriger.

Neuer Schufa-Score, Bonität und Hauskredit: Was sich jetzt für Verbraucher ändert

Ob man kreditwürdig ist, darüber urteilt in Deutschland vor allem die Schufa, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Ihr Bonitäts-Score dient dazu, das Zahlungsverhalten von Verbrauchern vorherzusagen. Banken und Sparkassen prüfen diese Daten in der Regel, bevor sie einen Hauskredit bewilligen. Eine ungünstige Bewertung kann im schlimmsten Fall den Traum vom Eigenheim scheitern lassen oder dazu führen, dass ein Darlehen nur zu schlechteren Konditionen vergeben wird.

Die Schufa hat Daten von 68 Millionen Bundesbürgern gespeichert, also praktisch von fast jedem Erwachsenen in Deutschland. Seit langem muss die Wiesbadener Auskunftei deshalb mit dem Vorwurf leben, eine Art Black Box zu sein. Verbraucher konnten oft nicht nachvollziehen, wie die Schufa zu ihrer Bonitätsbewertung kommt.

Die Schufa in Zahlen

  • 68 Millionen: Bundesbürger sind mit ihren Daten in den Rechnern der Schufa gespeichert.
  • 90 Prozent: aller Auskünfte sind positiv, sagt die Schufa über sich selbst.
  • 165 Millionen: Anfragen zur Kreditwürdigkeit bearbeitet die Schufa pro Jahr.
  • 2,7 Millionen: Bundesbürger verlangen jährlich von der Schufa Einsicht in ihre Daten.

Neuer Schufa-Score und neuer Schufa-Account: Was sich für Verbraucher ändert

Das soll sich mit dem neuen Schufa-Score nun ändern, der seit Ende März nach und nach veröffentlicht wird. Die Auskunftei verspricht Verbrauchern mehr Transparenz, neue digitale Funktionen und kündigt an: Auch Laien sollen den neuen Score, der Auskunft über ihre Kreditwürdigkeit gibt, ohne großen Aufwand verstehen und selbst nachrechnen können. Ganz freiwillig kommt dieser Schwenk allerdings nicht: 2023 urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass das bisherige Scoring-Verfahren in Teilen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstößt und nicht transparent genug sei.

Tatsächlich hat die Schufa die Kriterien, die in ihre Bewertungen einfließen, drastisch reduziert: von einst 250 auf nun nur noch zwölf. Diese Kriterien hat das Unternehmen jetzt auch veröffentlicht. Auch die Zählweise beim Schufa-Score ändert sich: Bislang wurde die Kreditwürdigkeit in Prozent gemessen, mit dem Bestwert 99 Prozent. Künftig bemisst sich die Bonität in Punkten zwischen 100 und 999. Je höher die Punktzahl, desto besser die Bonität des Verbrauchers und damit die Wahrscheinlichkeit, dass Rechnungen pünktlich bezahlt und Kredite zuverlässig getilgt werden.

Digitale Bonitätsübersicht mit Score und Kriterien
Transparente Bonitätsbewertung und digitaler Zugriff machen den neuen Schufa-Score verständlicher. (Foto: KI-generiert)

Eine weitere Änderung: Verbraucher werden künftig einfacher auf ihren Schufa-Score zugreifen können. Dazu müssen sie sich einmalig auf der Schufa-Website registrieren und ihren persönlichen Schufa-Account anlegen.

Derzeit funktioniert das allerdings noch nicht vollständig: Für eine Übergangszeit gilt die Regelung, dass man sich zunächst auf eine Warteliste eintragen kann, um den Zugang freischalten zu lassen. „Der Account ist die Voraussetzung, um den neuen Schufa-Score nachvollziehen zu können“, sagt die Vorstandschefin der Schufa, Tanja Birkholz.

Anfangs werde der Zugang für PCs, Tablets und Smartphones über eine Webanwendung zur Verfügung stehen. Sehr bald soll es dann auch eine kostenlose App geben. Birkholz sagt dazu: „Wir geben Verbrauchern jederzeit die Möglichkeit, ihre Daten zu prüfen, selbstständig der Schufa zu melden und im Bedarfsfall zu aktualisieren.

Diese 12 Fragen bilden den neuen Schufa-Score

  1. Wie alt ist die älteste Kreditkarte?
  2. Wie lange wohnt man an der aktuellen Adresse?
  3. Wie viele Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten wurden in den vergangenen zwölf Monaten getätigt?
  4. Welcher Kredit hat die längste Restlaufzeit?
  5. Wie viele Anfragen im Bereich Telekommunikation und Online-Handel gab es in den vergangenen zwölf Monaten?
  6. Wie alt ist der älteste Bankvertrag?
  7. Welche Immobilienkredite oder Bürgschaften gibt es?
  8. Welche Ratenkredite wurden in den vergangenen zwölf Monaten aufgenommen?
  9. Wie ist der aktuelle Kreditstatus?
  10. Liegt eine Identitätsprüfung vor?
  11. Welches ist der jüngste Rahmenkredit?
  12. Gibt oder gab es Zahlungsstörungen, zum Beispiel offene, gemahnte und unbestrittene Forderungen von Unternehmen?

Schufa-Account anlegen: Warum eine Identifizierung erforderlich ist

Um sich für den neuen Schufa-Account zu registrieren und sich in die Warteliste einzutragen, geht man auf die Webseite der Schufa. Dort müssen Nutzer zunächst ihre Identität bestätigen lassen. Dazu benötigt man einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion. Alle Personalausweise, die seit 2017 ausgestellt wurden, verfügen über diese Möglichkeit.

Wem das zu kompliziert ist: Die Schufa hat angekündigt, dass in Zukunft auch eine Identifizierung per Brief möglich sein wird.

Schufa-Bewertung verbessern: 5 Tipps

  • Rechnungen pünktlich zahlen: Offene oder verspätet beglichene Forderungen wirken sich negativ auf die Bewertung aus.
  • Ungenutzte Verträge kündigen: Nicht benötigte Kreditkarten, Girokonten und Handyverträge sollten beendet werden. Langjährig genutzte Konten oder Karten dagegen besser nicht vorschnell auflösen.
  • Dispokredit möglichst selten nutzen: Ein häufiger Rückgriff auf den Dispo gilt als Hinweis auf fehlende finanzielle Kontrolle.
  • Nicht zu viele Kredite auf einmal aufnehmen: Mehrere Ratenkredite in kurzer Zeit können sich negativ auf die Bonität auswirken.
  • Kostenlose Datenkopie prüfen: Verbraucher können bei der Schufa eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO anfordern, mögliche Fehler überprüfen und gegebenenfalls korrigieren lassen.
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