Besserer Schutz für Bauherren

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    Achten Sie bereits vor Vertragsabschluss auf eine umfassende Baubeschreibung. Sie bringt Sicherheit und macht Angebote vergleichbar. (von VPB)

Bauvertragsrecht: Das ändert sich ab 2018

Klare Baubeschreibung, transparente Energiekennziffern, verlässlicher Fertigstellungstermin – das Anfang 2018 in Kraft tretende neue Bauvertragsrecht bietet für Bauherren und Käufer immerhin viele Vorteile. Schließlich beginnt der „Pfusch am Bau“ meist schon vor dem ersten Spatenstich. Wer seine Immobilie vom Bauträger oder „Schlüsselfertiganbieter“ kauft, schließt mit diesem einen Vertrag ab. Und der enthält unter dem Strich oft Fehler und Mängel. Weil am Immobilienmarkt ein chronisches Unterangebot herrscht und die Konkurrenz groß ist, unterschreiben viele Bauherren einen Vertrag, ohne ihn vorher von einem Experten prüfen zu lassen. Das wird dann in aller Regel teuer: Verborgene Zusatzkosten, unklare Energiestandards, ein unbestimmter Fertigstellungstermin – da kann sich der „Festpreis“ schnell um 10.000 bis 30.000 Euro erhöhen.

Mehr Transparenz bei Energiestandard und Schallschutz

Um die gröbsten Missstände beim Bauvertragsrecht zu beseitigen, ist der Gesetzgeber aktiv geworden: Ab 1. Januar 2018 gilt das neue Bauvertragsrecht, das viele, wenn auch nicht alle Probleme beseitigt. So wird in Zukunft unter anderem die Transparenz von Baubeschreibungen durch Angaben zum Energie- und Schallschutzstandards erhöht. Ein wichtiger Punkt für Bauherren, um KfW-Förderung beantragen zu können. Und eine Voraussetzung, um Angebote besser vergleichen zu können.

Fertigstellungstermin wird verbindlich

Die Dokumentationspflicht für Bauunternehmer und auch der zu vereinbarende verbindlichen Fertigstellungstermin ist ein wichtiger Fortschritt. Wenn in Bauverträgen bisher eine Bauzeit benannt wurde, war dies eine freiwillige Angabe, die meistens für die Ausführung ab Vorliegen der Baugenehmigung galt. Bauträger konnten den Antrag für die Baugenehmigung verzögern und so den Fertigstellungstermin nach hinten schieben. Dies ist nun nicht mehr möglich.

Vertrag kann widerrufen werden

Die Aktion pro Eigenheim weist auf einen weiteren Vorzug der Gesetzesnovellierung hin. “Baufirmen müssen künftig Bauherren vor Vertragsunterzeichnung über ihre Rechte belehren und ihnen die Möglichkeit des Widerrufs einräumen.“ Das bewahre Bauherren vor übereilten Entscheidungen. “Zudem schützt die Regelung vor zeitlich begrenzten Rabattangeboten, die Verbraucher zu schnellen Vertragsabschlüssen drängen sollen.“
Das neue Bauvertragsrecht stellt also insgesamt einen großen Fortschritt für Bauherren dar. Der Verband Privater Bauherren warnt jedoch vor allzu großer Sorglosigkeit. „Private Bauherren müssen sich nach wie vor gut informieren, genau aufpassen und die nötigen Sachverständigen hinzuziehen, um den Bauunternehmen auf Augenhöhe begegnen zu können!“

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der Ausgabe Januar/Fabruar von "mein schönes zuhause°°°"
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